
Glücklicherweise senden mittlerweile auch Kinder- und HNO-Ärzte die Eltern in eine homöopathische Sprechstunde. Es scheint sich weiter herumzusprechen, dass die Homöopathie wertvolle Hilfe leisten kann.
Es gibt nicht „das homöopathische Mittel“, welches Paukenergüsse wegzaubert. Vielmehr ist es das passende Konstitutionsmittel, das zu einer Aktivierung der Selbstheilungskräfte führt. In der Regel verschwinden dann auch die Paukenergüsse. In den letzten vier behandelten Fällen waren es unterschiedliche Mittel, die zur Anwendung kamen. Schließlich waren es auch vier unterschiedliche Kinder! Während das eine Kind (4 Jahre alt) völlig ruhig und stumm im Behandlungszimmer saß und mit großen Augen unserem Gespräch folgte, lief das andere Kind (3 Jahre alt) im Zimmer hin und her, spielte mit der Kugelbahn, untersuchte das kleine Holzauto und plapperte fröhlich drauf los. Für die Mittelwahl spielt das Gemüt des Kindes eine große Rolle, ebenso wie das Ess- und Trinkverhalten, Schlafgewohnheiten, allgemeine körperliche Symptome wie Schwitzen, Frieren, Bewegungs- und Verhaltensmuster.
Deshalb läuft in der klassisch homöopathischen Therapie die Frage nach einem homöopathischen Mittel gegen Mittelohrentzündung oder Paukenergüsse in die Leere. Es wird kein Mittel gegen singuläre Krankheitssymptome verschrieben, sondern der gesamte Mensch behandelt! Deshalb werden neben dem Anlass für den Krankheitsbesuch auch alle weiteren Beschwerden und Merkmale abgefragt. Je genauer das Kind beobachtet und in seiner häuslichen Umgebung beschrieben wird, desto einfacher ist die Mittelfindung.
Das Merkmal einer klassisch homöopathischen Therapie ist die Gabe eines Einzelmittels, das ab einer Potenz von C30 und höher eingesetzt wird. Komplexmittel, also die Mischung verschiedener homöopathischer Mittel, in der Regel D-Potenzen, finden hier keine Anwendung.
Es macht Sinn, vor einem OP-Termin die Möglichkeiten der klassisch homöopathischen Therapie auszuschöpfen. Dieser Weg ist sanft und wirkt ganzheitlich (schließlich werden nicht nur die Ohren behandelt). So hatte zum Beispiel ein Kind mit Tubenkatarrh die Angewohnheit, einmal pro Nacht aufzustehen. Die Eltern hatten sich bereits daran gewöhnt. Nach der Mittelgabe schlief das Kind durch! Nachhaltig!


