
In zunehmendem Maße erscheinen die betroffenen Patienten oder Patientinnen zusammen mit ihren Partnern in der Schnarchsprechstunde für Erwachsene. Aber trotz des strukturierten, individuellen Gesprächs, den klinischen Untersuchungen, den ambulanten Atempausenmessungen (Polygraphien) oder Untersuchungen im Schlaflabor bleibt die Ortsbestimmung des Schnarchens oder der Atemwegsverlegung meist ein Rätsel.
Die Schlaf-Video-Endoskopie – Des Rätsels Lösung
Dieses Rätsel kann die moderne Schlaf-Video-Endoskopie lösen und den Ort oder auch die Orte der Atemwegsverlegung und Schnarchgeräuschentstehung sichtbar machen. Die Schlaf-Video-Endoskopie (auch Somnoskopie, ViS oder VKE genannt) ist eine ambulante Untersuchung während eines künstlich eingeleiteten Schlafs. Der Schlafzustand wird durch das schnell wirksame Medikament Propofol herbeigeführt, das laut neuesten Studien die am Schnarchen beteiligten Körperstrukturen und -funktionen nicht verändert. So ist es möglich, den Ort oder die Orte der Schnarchentstehung sichtbar zu machen, die in der Nase, den drei Rachenebenen, am Gaumensegel, im Mundbereich, Kehlkopf oder der oberen Luftröhre die Ursache des Schnarchens sein können.
Was passiert bei der Schlaf-Video-Endoskopie?
Diese neue Untersuchungsmethode wurde in den letzten Jahren entwickelt und ist bei der Entscheidung, an welcher Stelle mit der Schnarchtherapie begonnen wird, von großer Hilfe. Dabei ist die Schlaf-Video-Endoskopie eine ambulante Untersuchung und kein operativer Eingriff. Sie wird mit einem weichen (flexiblen) Endoskop durchgeführt und videoendoskopisch aufgezeichnet. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und dauert ca. 15 Minuten. Im Anschluss an die Videoendoskopie schläft der Patient/die Patientin unter Überwachung in etwa noch eine Stunde aus.
Hier wird bevorzugt die Greifswald-Klassifikation verwendet. Die Klassifikationen aus dem englischsprachigen Raum nach Sher oder nach Croft&Pringle haben sich hier nicht bewährt, auch wenn diese meist mit erhoben werden, da viele Kliniken die englischsprachigen Klassifikationen verwenden.
In einem weiteren Termin in der Schnarchsprechstunde erfolgt dann die Besprechung der in der Videountersuchung erhobenen Befunde. In der Regel werden die krankhaften Befunde dabei an den persönlichen Videosequenzen besprochen. Die sich aus den Befunden ergebenden Therapieempfehlungen sind sehr individuell.



