Artikel 08/05/2017

Mundhöhlenkrebs: Schneller Früherkennungstest verbessert die Heilungschancen

Dr. med. Bernd Wolfgang Schuster Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Schlafmediziner
Dr. med. Bernd Wolfgang Schuster
Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Schlafmediziner
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Mundhöhlenkrebs ist in den Köpfen der Menschen meist nicht so präsent wie andere Krebserkrankungen. Tatsächlich kommt diese Tumorart in Deutschland sogar doppelt so häufig vor wie Gebärmutterhalskrebs. Beide Tumore haben etwas gemeinsam: Sie werden von HPV-Viren (Humane Papillom Viren) verursacht.

Von Mundhöhlenkrebs können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein. Die Heilungschancen stehen bei einer Früherkennung wesentlich besser, als wenn der Arzt die Diagnose erst in einem späteren Stadium stellt. Daher ist die regelmäßige Vorsorge von zentraler Bedeutung.

Mundhöhlenkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Nachdem humane Papillomviren (HPV) Mund- und Rachenkrebs verursacht haben, infizieren sie die Epithelzellen der Haut und Schleimhaut schnell. Von den 124 verschiedenen HPV-Typen ist der Subtyp HPV16 in 92 Prozent aller Fälle für diese Krebsart verantwortlich. Nachdem das Virus die Zelle infiziert hat, übernimmt es die Kontrolle. Die Folge ist ein zügelloser Zellwachstum.

Darüber hinaus produziert das Virus Interleukin 10 und kann so verhindern, dass das Immunsystem aktiv wird und die veränderten Zellen bekämpft. Diese Prozesse setzen unmittelbar nach der Infektion mit HPV ein. In der Regel dauert es aber 20 bis 30 Jahre bis ein Tumor entsteht.

Neben HPV gibt es noch weitere Risikofaktoren, die zur Entstehung von Mundhöhlenkrebs führen können. Dazu zählen besonders:

  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Schlechte Mundhygiene
  • Geringer Verzehr von Obst und Gemüse
  • Mechanische Irritationen (z. B durch schlecht sitzenden Zahnersatz)

Früherkennung ist wichtig

Jährlich erkranken ca. 10.000 Deutsche neu an Mundhöhlenkrebs. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Männern zwischen 55 und 65, sowie bei Frauen zwischen 50 und 75 Jahren auf. Daher sollten Männer und Frauen ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung beim HNO-Arzt durchführen lassen.

Mit einem Antikörperschnelltest kann er schnell erkennen, ob die Zellen der Schleimhäute mit HPV infiziert sind. Der immunologische Test kann Antikörper im Blut nachweisen und liefert so wichtige Indizien für die Diagnose. Innerhalb von nur 15 Minuten steht das Ergebnis fest.

Bei einem positiven Ergebnis heißt das natürlich noch lange nicht, dass der Patient Krebs hat. Vielmehr weiß man nun, dass eine HPV-Infektion vorliegt und damit engmaschige Kontrollen wichtig sind – im Prinzip genauso wie bei der Gebärmutterkrebsvorsorge. Denn gerade in den Anfangsstadien sind Tumore im Kopf- und Halsbereich gut und ohne großen Aufwand heilbar.

Überhaupt wissen nur wenige, dass eine der einfachsten Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Hals-Nasen-Ohrenarzt stattfinden kann. Nur mit der endoskopischen Untersuchung von Mund, Kehlkopf, Nase und Nasenrachenraum kann innerhalb von wenigen Sekunden ein Krebsgeschehen ausgeschlossen werden – schmerzfrei und ohne Narkose! Die HNO-Untersuchung sollte irgendwann so selbstverständlich sein wie der Gang zum Hautarzt.

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