
Vertigo (lateinisch 'Umdrehung', von vertere 'wenden') ist der medizinische Fachausdruck für Schwindel. Das dazugehörige Adjektiv lautet vertiginös ('schwindelig'). Unter Schwindel im medizinischen Sinne versteht man das subjektive Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens oder das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit.
Ursachen: Schwindel entsteht häufig aus widersprüchlichen Informationen von am Gleichgewichtsempfinden beteiligten Sinnesorganen wie Augen, Gleichgewichtsorganen der Innenohren sowie Muskel- und Gelenkrezeptoren. Erkrankungen des Gleichgewichtssystems (peripher: Innenohr + Gleichgewichtsnerv/zentral: Hirnstamm + Kleinhirn + Großhirn) können Ursache für Schwindelempfindungen sein. Oft wird Schwindel begleitet von vegetativen Reaktionen des Körpers wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch oder Herzrasen.
Schwindelarten: gutartiger Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel), Erkrankungen des Innenohres (Vestibulopathie), Menière'sche Erkrankung, Entzündung des Gleichgewichtsnerven (Neuritis vestibularis), Durchblutungsstörungen (Kleinhirninfarkt), Tumoren (Akustikusneurinom), mechanische Schädigungen (traumatischer Labyrinthausfall bei Felsenbeinfraktur), ein Migräne-assoziierter Schwindel, niedriger Blutdruck (Hypotonie), hoher Blutdruck (Hypertonie), psychogener Schwindel (ohne organische Ursache), Herzrhythmusstörungen, bei Erkrankungen der Halswirbelsäule (vertebragener Schwindel) sowie nach sog. HWS-Schleudertrauma.
Diagnostik: Zur Abklärung von Schwindel müssen Patienten oft von mehreren Fachärzten untersucht werden. Wenn der Hausarzt (Allgemeinmedizin, Innere Medizin) die Einordnung nicht ausreichend treffen kann, sollen Fachärzte für HNO, Orthopädie und Neurologie konsultiert werden. Unter Umständen sind auch kardiologische und psychiatrische Untersuchungen sinnvoll. Folgende Untersuchungsverfahren werden angewandt:
Ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), körperliche Untersuchung, Blutdruck, Puls, ggf. EKG, Untersuchung der Augenbewegungen (Nystagmus), Gleichgewichts-und Gehörprüfung, sowie technische Zusatzuntersuchungen: Gehörprüfung (Audiometrie), Gleichgewichtsprüfung (Vestibularistest), Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule, selten auch Doppler/Duplex-Sonographie der Halsgefäße oder eine Hirnstrommessung (EEG).



