
Regelmäßiges sportliches Training beeinflusst das Immunsystem positiv. In der Phase des Grundlagentrainings sind Sportler meist gesundheitlich stabil. Im Training passen sich alle Organsysteme wie das Herz-Kreislauf-System, Hormonsystem, vegetatives Nervensystem und das Immunsystem an die erhöhten Anforderungen durch den Trainingsreiz an. Das bedeutet, dass vernünftige Trainingsreize unser Immunsystem stärken und stabilisieren.
Erst bei überhöhten Belastungen und nicht ausreichender Regeneration ist das Immunsystem nicht mehr in der Lage, sich den erhöhten Anforderungen anzupassen. Der Sportler wird anfälliger für Infekte, besonders der Atemwege.
In diesem Zusammenhang wird immer von Stress gesprochen, der auf den Körper einwirkt. Trainingsreize sind immer auch Stressfaktoren für den Körper, es ist aber grundsätzlich zwischen positivem Stress, den wir in unserem Leben benötigen (sogenannter Eu-Stress) und negativem Stress (Di-Stress) zu unterscheiden.
Stress bedeutet aber auch psychischer Stress, der nicht mit dem Training in Zusammenhang stehen muss. Wir alle kennen und lieben den Stressabbau durch Sport, aber unter diesen exogenen Stressbedingungen ist unser Immunsystem ebenfalls angegriffen. In solchen 'Stresszeiten', sollte wirklich nur lockeres Grundlagentraining zum Ausgleich betrieben werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass dann die positiven Aspekte des Trainings uns helfen. Anderenfalls ist das fordernde Training unter psychischem Stress kontraproduktiv. Es gibt immer einen richtigen Trainingsplan für individuelle Anforderungen.
Das spricht somit auch gegen verallgemeinerte Pläne!
Eine wohl abgestimmte Trainingsbelastung, ist vom Prinzip immer positiver Stress. Bei zu harten Trainingseinheiten werden Muskelzellen zerstört. Das Immunsystem sorgt dafür, dass diese zerstörten Muskelzellen beseitigt werden. Durch die anschließende Regeneration, kommt es zu einem stabileren Gewebe und besseren Immunsystem, d.h. der Körper lernt.
Wenn körperliche und auch geistige Belastungen für das Immunsystem zu häufig hintereinander geschehen, die Regeneration zu kurz ist, dann sind Schloß und Tor für Bakterien und Viren offen. Man spricht von einem 'Open-Window-Syndrom'.
Ist der Körper bereits angeschlagen, sollte man sich lieber einen Tag länger erholen als einen zu wenig!
Zusammenfassend ist zu sagen, dass auch hohe Umfänge im Training nicht schädlich für das Immunsystem sind. Erst wenn es zu häufig und vor allem zu schnell oder zu hart wird im Trainingsbetrieb, wird unser Körper geschwächt.
Außerdem müssen wir unsere stressbedingten Alltagssituationen mit in unseren Trainingsplan einbeziehen. Dann lieber eine fordernde Trainingseinheit streichen und durch ein regeneratives Training ersetzen.


