Artikel 31/03/2019

Tattooentfernung & Krebs: Das sind die Zusammenhänge

Team jameda
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Das Tattoo gefällt Ihnen nicht mehr und Sie haben sich dafür entschieden, das ungeliebte Motiv mit einer Laserbehandlung entfernen zu lassen. Doch welche gesundheitlichen Risiken gehen damit einher? Ist es sogar möglich, dass eine Tattooentfernung Krebs auslöst?

Neben den bekannten Risiken einer Tattooentfernung wie Narbenbildung, Infektion oder allergische Reaktion steht die Frage im Raum, welchen Zusammenhang die Spaltprodukte einer Laserentfernung mit Krebs haben. Wie hoch ist das Krebsrisiko? Sind Tätowierungen im Allgemeinen krebserregend?

Können Tattoos Krebs auslösen?

Bei einer Tätowierung werden Farbpigmente mit einer oder mehreren Nadeln in die zweite Hautschicht gestochen. Die verwendete Farbe wird häufig als Tätowierungsmittel bezeichnet. Diese Mittel bestehen aus Farbpigmenten und einer Trägerflüssigkeit. In Deutschland unterliegen die Inhaltsstoffe seit 2009 der Tätowierungsmittelverordnung, welche in einer Negativliste die Substanzen aufführt, die nicht verwendet werden dürfen. Dazu zählen beispielsweise krebserregende primäre aromatische Amine aus Azorfarbstoffen und gesundheitsschädliche Pigmente, die allergieauslösend wirken.

Das ist sehr wichtig, denn die Pigmente der Tattoofarbe können sich in den Lymphknoten sammeln und im Anschluss durch den Körper wandern. Ob und in welchem Maß ein Zusammenhang zu Krebs vorliegt, kann nur mithilfe von Langzeituntersuchungen festgestellt werden, da die Gesundheitsauswirkungen eines Tattoos oft erst Jahre später auftreten. Aktuell fehlt es an solchen Untersuchungen, die mehr Aufschluss über den Zusammenhang von Tattoos und Krebs geben.

Kann die Tattooentfernung mit dem Laser Krebs auslösen?

Doch nicht nur das Stechen eines Tattoos birgt eine gewisse Krebsgefahr. Auch die Entfernung mit dem Laser kann das Risiko einer Krebserkrankung fördern.

Bei der Laserbehandlung werden die Farbpigmente des Tattoomotivs mit hochfrequentierten Lichtimpulsen in einer bestimmten Wellenlänge zersprengt und vom Lymphsystem abtransportiert. Ein Großteil davon verbleibt jedoch im Körper. Ob es bei dieser Aufspaltung der Pigmente zu toxischen oder krebserregenden Bestandteilen kommt, wird derzeit wissenschaftlich erforscht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat feststellen können, dass bei der Laserbehandlung der Farbe Blau (Phthalocyanin-Blau) giftige Spaltprodukte wie Blausäure, Benzol und Benzonitril entstehen, die eine Zellschädigung hervorrufen können. Die Risiken hängen von der Größe des Tattoos, der verwendeten Farben und deren Pigmentkonzentration, Körperstelle und Art der Lasertherapie ab.

Die Tattooentfernung mit dem Laser kann also zu giftigen Spaltprodukten führen, die auch nach der Behandlung im Körper verbleiben. Der Zusammenhang von Krebs und einer Tattooentfernung mit dem Laser ist bisher nicht bestätigt. Betrachtet man jedoch die Spaltprodukte, die durch die Laserbehandlung einiger Farben entstehen können, kann ein Krebsrisiko jedoch auch nicht ausgeschlossen werden.

Tattooentfernung: Alternativen zum Laser

Nicht nur die Laserbehandlung birgt Risiken bei der Tattooentfernung. Auch ein operativer Eingriff durch einen Chirurgen oder das Abschleifen der Haut, die sogenannte Dermabrasion, können zu einer Infektionen oder Narbenbildung führen. Lassen Sie sich vor der Entfernung ausreichend beraten.

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