Achtung: Asthmaspray kann Zahnprobleme bei Asthmatikern verursachen

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Die neue "Globale Initiative für Asthma Leitlinien" berichtete, dass inhalierte Corticosteroide als nachteilige systemische Nebenwirkung Osteoporose hervorrufen können. Besonders neuere Corticosteroide, wie beispielsweise Fluticason-propionat, weisen eine hohe lokale Wirksamkeit auf. Sie können daher häufiger Zahnprobleme als Resultat des direkten Kontaktes ohne hepatischen Metabolismus hervorrufen, als ältere Corticosteroide.

Nebenwirkungen durch Asthmaspray
Ein koreanisches Wissenschaftlerteam untersuchte Asthmapatienten, die eine Langzeittherapie mit einem neuen Corticosteroid durchliefen. Sie setzten sich zum Studienziel herauszufinden, ob diese Patienten Zahnprobleme aufweisen, die auf Osteoporose des Unterkiefers zurückzuführen sind. Die Mediziner untersuchten mittels radiologischer Untersuchung die herkömmliche mineralische Knochendichte bei einer Gruppe von Asthmatikern, die seit mindestens einem Jahr eine Behandlung mit neueren Corticosteroiden durchlief. Die mineralische Knochendichte des Unterkieferknochens wurde ebenfalls bei den Patienten gemessen.

Zahnprobleme durch Asthmaspray
Die Auswertung der Messungen erbrachte, dass Asthmapatienten mit Zahnverlust, Karies oder anderen Zahnproblemen eine signifikant höhere Prävalenz für Osteoporose des Unterkieferknochens aufwiesen als Patienten ohne Zahnprobleme. Die Mediziner stellten fest, dass der Zahnverlust bei Asthmapatienten, die eine Langzeittherapie mit einem der neueren lokal potenten Corticosteroiden durchlaufen hatten, in Zusammenhang stand mit einer Abnahme der mineralischen Knochendichte, insbesondere der Dichte im Unterkieferknochen.

Regelmäßige Kontrolle wichtig
Das Wissenschaftlerteam sprach aufgrund seiner Forschungsergebnisse die Empfehlung aus, dass bei Patienten, die neuere Corticosteroide lokal verwenden, die mineralische Knochendichte des Unterkieferknochens regelmäßig untersucht werden sollte. Dies sollte insbesondere dann geschehen, wenn sie andere Risikofaktoren für Osteoporose aufweisen. Zusätzlich teilten die Wissenschaftler mit, dass es für diese Patienten wichtig sei, die Dosis des Medikaments zu reduzieren.

Literatur:
Han ER, Choi IS, Kim HK, Kang YW, Park JG, Lim JR, Seo JH, Choi JH., Inhaled corticosteroid-related tooth problems in asthmatics, J Asthma. 2009 Mar;46(2):160-4.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (6)

Jochen, 08.12.2019 - 05:14 Uhr

Hallo. Also ich hätte mal eine Frage- und zwar, ich bin jetzt 43 Jahre alt und nehme seit ich ca. 10 bin den Ipratropium- bromid und das Beta2-Adrenergikum Fenoterolhydrobromid. Bei mir sind mittlerweile fast die ganzen Zähne ausgefallen - kann das am spray liegen ? Lg Jochen

Margot, 20.11.2018 - 17:20 Uhr

Von Ipratropiumbromidl lösen sich meine eingesetzten Zähne

Hubert, 16.08.2013 - 13:00 Uhr

Ab morgens, so gegen 4,00 UHR, habe ich sehr starke Geräusche beim Ausatmen, die bis zur Behinderung steigt. Tagsüber absolut keine Behinderung.

Beate Barte, 13.03.2011 - 10:00 Uhr

Habe es satt von Rauchern umgeben zu sein. Denen ist es egal ob ich weil ich gezwungener Maßen den Rauch mit einatme hinterher mein Spray nehmen muss und dadurch eine erhöhte Herzfrequenz bekomme. Daher meine Forderung : Nehmt alle Raucher stärker in die Verantwortung und erhöht die Krankenkassenbeiträge für sie. Die Warnhinweise auf den Packungen und erhöhte Preise haben doch nichts gebracht.

Peter Flink, 05.11.2009 - 20:34 Uhr

Das Kernproblem liegt darin, dass Medikamententests durch die Pharmaindustrie durchgeführt werden. Dadurch sind Sie alles andere als unabhängig. Immer wieder wird gefordert, dies solle Aufgabe der Krankenkassen sein. Immerhin würden so gewaltige Kosten eingespart, da eigentlich viel zu viel und viel zu oft verschrieben wird.

Amelie, 12.03.2009 - 11:50 Uhr

Das sind interessante Studienergebnisse, die Du anführst Silvia. Dass man als Folge von Asthmasprays verstärkt an Osteoporose des Kiefers erkranken kann, hätte ich ehrlich gesagt nicht vermutet. Die Zahl der Asthmatiker steigt ständig weiter an. Meiner Meinung nach sollte man des Übel verstärkt an der Wurzel packen anstatt lediglich die medikamentöse Behandlung zu forcieren. Soweit ich weiß, sind Duftstoffe an der Entstehung asthmatischer Erkrankungen nicht unerheblich, doch Duftmarketing und allgemein der Gebrauch von Duftstoffen nimmt in den letzten Jahren rapide zu. Was passiert wenn ein Baby in seinem nach Weichspüler duftenden Bettchen schläft oder die Raumluft mit Duftspray belastet ist und sich Krankheitssymptome einstellen? Man wird vermutlich die Düfte nicht mit Atemwegserkrankungen in Verbindung bringen, stattdessen die Behandlung mit Asthmasprays einleiten. Oftmals bleiben Nebenwirkungen nicht aus, wie dieser Bericht veranschaulicht. Man sollte viel gewissenhafter mit seinem persönlichen Umfeld einhergehen, viele Erkrankungen blieben einem erspart. Zahnprobleme bei Asthmatikern könnten somit meiner Meinung nach auch eingedämmt werden. Doch das Verordnen von Medikamenten ist ein lohnendes Geschäft, daher wird m. E. nach zu wenig Aufklärung betrieben.

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