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Fortschritt in der Schilddrüsenchirurgie – Operation ohne sichtbare Narbe am Hals dank transoraler Techniken

Krankenhaus Agatharied

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© AgathariedNarben als Resultat einer Operation schrecken viele Patienten vor einer Behandlung ab. (© Agatharied)Rund 80.000 Menschen werden pro Jahr in Deutschland an der Schilddrüse operiert. Die meisten davon sind Frauen. Die klassische Operation am Hals bringt zwar heute nur noch eine sehr kleine, aber dennoch sichtbare Narbe mit sich. Manche Patientinnen zögern deshalb aber sehr lange – manchmal zu lange – bevor sie sich an der Schilddrüse operieren lassen.

So ist die OP ohne Narben möglich

Grund für eine verzögerte Operation ist oft die Angst der Patienten vor einer entstellenden Narbe am Hals. Etwa 4,5-11 % der Menschheit bilden wuchernde Narben – so genannte Koloidnarben. Die Idee, den Patienten die Hemmschwelle zu nehmen, liegt daher nahe. Die transorale Schilddrüsenchirurgie erzeugt als einzige Schilddrüsenoperation keine Narbe mehr und gehört zu den modernen Verfahren, die unter dem Begriff NOTES (Akronym für Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) zusammengefasst werden.

Was ist transorale Schilddrüsenchirurgie?

Die transorale Schilddrüsenchirurgie ist eine Idee aus Deutschland, die in Asien bis zum klinischen Einsatz weiterentwickelt wurde. Sie ermöglicht eine minimal-invasive Operation ohne Schnitt am Hals. Dr. Ankong Anuwong vom Police General Hospital, Bangkok, Thailand perfektionierte die Methode und gab ihr den Namen TOETVA (Trans Oral Endoscopic Thyroidectomy Vestibular Approach). Die Schnitte werden hierbei an der Innenseite der Unterlippe (Mundschleimhaut) gesetzt und die Drüse über eine Kamera entfernt. Die wenige Millimeter langen Operationswunden an der Schleimhaut heilen in der Regel schneller ab, als bei der herkömmlichen Methode und hinterlassen keine Narben.

Wer darf die Technik anwenden?

Bei der Durchführung dieser narbenlosen Operation müssen die gleichen Qualitätsstandards gewährleistet sein, die für die konventionelle Schilddrüsenoperation üblich sind. Um diesen Standards gerecht zu werden, erlernen Chirurgen die Methode in speziellen Operationskursen. Dr. Günther Klein (Wiener-Neustadt) und PD Dr. Elias Karakas (Krefeld) gründeten 2017 die internationale Arbeitsgruppe TOETVA und brachten die Methode somit in den deutschsprachigen Raum. 

Die neue und noch schonendere Operationsmethode erfreut sich bei den Patientinnen einer wachsenden Beliebtheit. Es bildeten sich bereits diverse weitere Arbeitsgruppen, die die Operationsmethode erlernen und den Patienten anbieten. Man findet sie an verschiedenen Standorten in Deutschland und Österreich, aber auch auf nahezu allen Kontinenten.

Bevor man sich für ein neues narbenloses OP-Verfahren entscheidet, ist es für die Patientinnen und Patienten sinnvoll, sich ausführlich zu informieren. Etwa darüber, wie der behandelnde Chirurg die Methode erlernt hat. Außerdem sollten sie sich darüber informieren, wie viel Erfahrung der Chirurg im Bereich der endoskopischen Operationen an der Schilddrüse überhaupt mitbringt.

In jedem Fall lohnt es sich, einen Spezialisten für die endoskopische Schilddrüsenchirurgie zu kontaktieren, wenn man eine narbenlose Operation anstrebt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


05.06.2019 - 15:46 Uhr

Ich habe nach totaler Schilddrüsen-OP rote Flecken...

von Ulrich S.

... am Hals. Was könnte das sein?


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