Erhöhtes Brustkrebs- und Eierstockkrebsrisiko bei Hashimoto Thyreoiditis (Teil 2)

Prof. Dr. Schulte-Uebbing

von
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© Benicce - Fotolia.com© Benicce - Fotolia.comIn der Prävention sollte man bei einem Progesteron-Mangel (vor allem, wenn gleichzeitig eine nachgewiesene Östrogen-Dominanz vorliegt) eine (labor-kontrollierte) Progesteron-Substitution durchführen. Wir streben dabei sogenannte „hochnormale Progesteron-Serum-Werte (Mitte der zweiten Zyklushälfte) an. Sehr gute Erfolge haben wir mit der Verabreichung einer sogenannten naturidentischen Progesteron-Salbe (z. B. aus der Yams-Wurzel, 3 %, 5 % oder 10 %). Auch geben wir gerne individuelle Phytotherapeutika (= pflanzliche Rezepturen), z. B. aus der Traditionellen Westlichen Medizin, insbesondere aus der Hildegard-Heilkunde. Sehr bewährt haben sich z. B. die sogenannten „Frauentropfen G“. In der Rezidiv- Prophylaxe, d. h. im Zustand nach einem Mamma-Karzinom, geben wir kein Progesteron.

Glutathion spielt eine sehr große Rolle. Wir haben bereits 1986 nachgewiesen, dass die Funktionen der Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren abhängig sind u. a. von der Glutathion-Serum-Konzentration. Ein Glutathion-Mangel kann Progesteron-Mangel und Progesteron-Resistenz noch verstärken. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit hochdosierten Glutathion-Infusionen und mit einer individuellen Entgiftung.

Patientinnen mit hormonabhängigen Tumoren (Brust-, Eierstock-, Gebärmutter-Krebs) haben sehr oft deutlich niedrigere Vitamin-D-Spiegel im Serum als ein Normalkollektiv. Vitamin D zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende, anti-inflammatorische (entzündungshemmende) und antikanzerogene (krebsvorbeugende) Effekte. Die Vitamin D- 3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden und Vitamin D sollte ggf. bei Mangel substituiert werden. Oft kann auch eine individuelle Immun-Therapie helfen (z. B. mit hochdosierten Antioxidantien-Infusionen, mit dem intravenösen Laser, mit der Sauerstoff-/Ozon-Therapie, aber auch mit Selen-, Zink-, Mistel-., Thymus-, Curcuma-Therapie etc.).

Für die Entgiftung gibt es viele individuelle Methoden. Falls eine Schwermetallbelastung vorliegt, kann eine sogenannte Chelat-Therapie (z. B. mit DMPS, DMSA, DPTA) sehr effektiv sein.
Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für die Prophylaxe hormonabhängiger Tumoren ganz wichtig. Dafür gibt es gezielte Ernährungsanalysen. Im Falle einer falschen oder einseitigen Ernährung helfen wir bei der Umstellung. Im allgemeinen zu meiden sind Genussgifte (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Kaffee kann Kanzerogene enthalten, u. a. Methoxiglioxal, Katechol, Chlorogensäuren, Neo-Chlorogensäuren. Koffein kann auch auf östrogenabhängige Zellen mutagen wirken. 
So wenig Alkohol wie möglich: Dieser wirkt als Lösungsmittel und kann die Effekte von sogenannten Endokrinen Disruptoren verstärken, vor allem von Schwermetallen. So wenig wie möglich tierische Fette. In diesen kumulieren Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten (Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild). Gegessen werden sollten möglichst viele Lebensmittel, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind: Getreide (v. a. Dinkel), Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl und Brokkoli können ggf. auch vor hormonabhängigen Tumoren schützen, da sie das Wachstum östrogenabhängiger Zellen blockieren können.

Hier geht's zum ersten Teil des Artikels. 

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Kommentare zum Artikel (6)


23.09.2015 - 08:21 Uhr

Bei mir wurde Hashimoto vor 13 Jahren...

von Margit

... diagnostiziert, da waren nur noch 3g von meiner Schilddrüse übrig. Ich wurde auf L-Thyroxin eingestellt, bin jetzt 56 Jahre alt und wiege 70 kg bei 1,60 Körpergröße. Die Dosis von L- Thyroxin liegt jetzt bei 112. Ich hatte immer eher Untergewicht und war immer hyperaktiv. Ich habe während jeder Schwangerschaft massive Probleme gehabt, bei meiner 2. Schwangerschaft habe ich nur noch 36 kg gewogen und musste künstlich ernährt werden, dann Schwangerschaftsabbruch in der 12. Woche. Mit Beginn der Menopause begannen dann die Probleme wieder: Sehr massive Angstzustände, Bluthochdruck und Durchfall. Ich bin dreimal mit Verdacht auf Herzinfarkt in der Klinik gewesen. Jetzt geht es mir einigermaßen gut. Ich leide noch an Schlaflosigkeit und Energiemangel, meine Haut und Haare sind sehr trocken und ich habe ständig gerötete, geschwollene Augen. Mein Gewicht versuche ich mit ausgewogener Ernährung und viel Sport im Griff zu behalten. Würden Sie mir eine Behandlung mit Progesteron empfehlen?

28.08.2014 - 14:25 Uhr

Ein sehr interessanter Artikel, ich hatte vor 19...

von Susi

... einen Eierstockkrebs (Dysgerminom), der Gott sei dank gut entfernt werden konnte. Etwa zehn Jahre später wurde Hashimoto (mit Progesteronmangel) und Prolaktinämie festgestellt. Ich habe mich immer gefragt, ob es da irgendwie einen Zusammenhang gibt. Nun weiß ich mehr, danke. Im Hinblick auf die Zukunft (nun bin ich 40) frage ich mich natürlich, wie man sich schützen kann, vorallem, wenn in den Wechseljahren die Hormone sowieso wieder verrückt spielen. Ihre Hinweise auf eine mögliche Progesteronbehandlung werde ich mir zu Herzen nehmen. Danke für den Artikel.

10.05.2014 - 19:29 Uhr

Bei mir wurde Hashimoto erst während der...

von Martina

... Antihormon-Behandlung nach Brustkrebs festgestellt und ich hatte vor dem Brustkrebs auch keine Hashimoto-Symptome. Ist es denkbar, dass die Schilddrüsenerkrankung erst durch die Antihormontherapie, genauer: beim Wechsel von Tamoxifen auf Anastrozol, ausgelöst wurde?

22.04.2014 - 13:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Claus Schulte-Uebbing,...

von Elisabeth

... durch Zufall bin ich heute auf "Hashimoto Thyreoiditis" und wurde bei den ersten Sätzen bzgl. des Krankheitsbildes aufmerksam. Bei mir trifft einfach alles auf das Krankheitsbild zu, ich bein 50 Jahre als und hatte 2 x Brustkrebs, 1. 2003 mit 4 OP's, 35 x Strahlenteraphie, 5 Jahre Tabletten und 10 Monate Zoladex (war nicht auszuhalten und brach daher die Zoladex-Behandlung ab), 2. Erkrankung 2010 mit 2 OP's, 18 Wochen Chemo (alle 2 Wochen), 30 x Strahlenteraphie und nehme das 4. Jahr bereits wieder Nolvadex ein. Beschwerden seit dem: oft Durchfall, extreme Schlafstörungen, Neurodermitis an den Beinen, am linken Ellenbogen und v.a. auf der Fußsohle und an beiden Handtellern. Zeitweise extreme Schweißausbrüche, Schwindelanfälle, trockene Augen, Einschlafen der Finger, Gewichtszunahme: Nach der Behandlung mit Tabletten und Zoladex: von 52 kg in 6 Monaten: 80 kg. Nach der Beendigung der 5 Jahre Tabletten hat sich das Gewicht wieder sehr reduziert. Z.Z. ca. 70 kg, d.h. die Zunahme beträgt derzeit ca. 10 kg. Ich machte auch eine Metabolic Balance, die jedoch nicht viel hilft. Bitte können Sie mir in Österreich/Steiermark (im Süden) Ärzte nennen welche Erfahrungen mit dieser Erkrankung haben und auch die dazu notwendigen Tests durchführen. Vielen Dank und liebe Grüße aus der Südsteiermark

17.01.2014 - 11:47 Uhr

Ein sehr toller und gut geschriebener Artikel, der...

von moppel

... endlich mal ein paar wichtige Themen des Alltags aufgreift und Licht in das dunkle und nicht genügend aufgeklärte Thema HASHIMOTO bringt. Selbst mein Hausarzt und meine Gynäkologin können mir viele Fragen zu dieser Krankheit nicht beantworten, da sie sich mit diesem Thema, laut eigener Aussage, zu wenig auskennen und verweisen dann an einen Spezialisten. Nachdem ich, nach langem Suchen, jemanden gefunden habe, hat dieser nur die teuren Laboruntersuchungen gemacht ( natürlich im eigenen Labor, wobei alles bar abzurechnen war, selbst der Besuch bei ihm) und mich mit einem Rezept über Vitamin D nach Hause geschickt. Das wars! Keine Erklärungen über Zusammenhänge und was man im Alltag beachten muß, kein Hinweis darauf, daß Jod eher schädlich als zuträglich ist ( was auch mein Hausarzt nicht beachtet hat und mir erst mal L-Thyroxin mit Jod verschrieben hat ) und immer nur der Hinweis, wenn sie richtig eingestellt sind, kommt schon alles wieder ins Lot. Mit dem Ergebnis: Mir geht es nicht gut, trotz guter Schilddrüsenhormon-Werten!!! Wenn die Krankheit mittlerweile so weit verbreitet ist, wie Sie schreiben, warum kennen sich so wenig Mediziner damit aus? Gerade solche, die doch auch unbedingt den Bezug kennen sollten, wie z. B. bei unerfülltem Kinderwunsch? Diesbezüglich möchte ich an sie noch die persönliche Frage stellen, wo ich eine Entgiftung machen und wer mich dabei unterstützen kann? Davon habe ich in ihrem Artikel zum ersten Mal gelesen. Herzlichen Dank für ihre Bemühungen!

12.08.2013 - 18:44 Uhr

bin mir unsicher schnelle antwort bitte^^ hoffe...

von immai

... sie koennen mir helfen? ich habe leider immer wieder angstzustände, weil ich immer wieder krank bin. das bloede an der sache: ich bin auch krank( leichtgradige proktitis. pangastritis fast geheilt. reizdarm) befunde durch untersuchungen. war auch beim hautarzt vor einem monat, der mich auf hautkrebs mit dem augen überprüft hat. dauer ca 1 bis 2 minuten. reicht das aus?? er sagte keine auffälligkeiten. ich habe jetzt fur mich neu einen eberfleck rechts am hinteren bauch also rücken sozusagen entdeckt. er ist 3mm gross und außen herum ist es rot umkreist vllt 1mm. er muesste es gesehen haben, denke ich, aber ich selbst habs neu gesehen. da ich immer wieder angst habe: sollte ich nochmal hin? oder reicht der besuch beim hausarzt? nach der abcd regel ist er ja nicht gefahrlich, weil es kleiner als 5mm, symetrisch und klein ist. aber der rote umkreis stoert mich. was kann das sein. hoffe auf schnelle antwort danke danke

Prof. Dr. Schulte-Uebbing

Antwort vom Autor am 14.08.2013
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing

Zu dem dermatologischen Befund kann ich leider wenig sagen. Ich hoffe, Sie haben eine(n) gute(n) Dermatologen/in. Ihre Angstzustände können aber in jedem Fall ggf. auch hormonelle Ursachen haben. Das müßte man abklären und könnte Ihnen dann sicher helfen.


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