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Das jameda-Interview: 10 Fragen an Dr. med. Anna Stegelmann

Dr. Stegelmann

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©StegelmannDr. med. Anna Stegelmann praktiziert als Frauenärztin in Berlin. (©Stegelmann)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Anna Stegelmann interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Frauenärztin.

jameda: Frau Dr. Stegelmann, was hat Sie motiviert, Ärztin zu werden? 

Frau Dr. Stegelmann: Ich habe als Schülerin einen Schwesternhelferinnen-Kurs gemacht und anschlißend regelmässig im Krankenhaus gejobbt. Irgendwann war klar, dass das mein Beruf wird.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Frau Dr. Stegelmann: Jeden Mittag sehen wir bei der Laborbesprechung die positiven Schwangerschaftstests – da macht schon richtig Freude! Jedes Kinderwunschpaar kommt mit seiner eigenen Vorgeschichte und Hoffnungen. Auf Paare individuell eingehen zu können und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, das ist die Herausforderung!

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Dr. Stegelmann: Kinderwunschzentren wird häufig vorgeworden, rein profitorientiert zu sein. Den Eindruck versuchen wir mit einer guten Aufklärung und Abwägung darüber, was tatsächlich an Zusatzbehandlungen sinnvoll ist, entgegenzuwirken.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Frau Dr. Stegelmann: Immer im Blick behalten, warum man die Behandlung macht und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Die Zuversicht behalten.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Frau Dr. Stegelmann: Ich mache mir schon im Vorfeld Gedanken, wenn ich einen Therapieplan erstelle. Ich würde mir wünschen, dass der Patient mich anspricht bevor er den Plan eigenmächtig ändert. Oft können einige Dinge modifiziert werden, damit Patient und Arzt ein gutes Gefühl bei der Behandlung haben!

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Frau Dr. Stegelmann: Für unser Fachgebiet wünsche ich mir eine zeitgemäße Überarbeitung des Embryonenschutzgesetztes.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Frau Dr. Stegelmann: Perfekte Menschen sind doch langweilig.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien oder Geräte, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Frau Dr. Stegelmann: Im Kinderwunschbereich gibt es viele neue Ansätze, die dann aber erst erprobt werden müssen. Aktuell freuen wir über unser Embryoscope – ein spezieller Inkubator, der eine kontinuierliche Überwachung der Embryonen. Dadurch ermöglicht er eine frühe Selektion der morphologisch qualitativ besten Embryonen.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Stegelmann: Da reichen meine erlaubten Zeilen nicht! Ich begleite die Paare ja über längere Zeiträume, manchmal sogar bis zum 4. Kind! Es gibt so viele schöne Erlebnisse (Kinder!) über die Jahre.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Stegelmann: Geht ordentlich mit eurem Körper um!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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