Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Selma Yildirim-Assafinfo_plain_20gr

Frau Dr. med. Selma Yildirim-Assaf praktiziert als Frauenärztin in Bocholt. (© Yildirim-Assaf )

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Selma Yildirim-Assaf interessante Fragen zu ihren Erfahrungen Frauenärztin.

jameda: Frau Dr. Yildirim-Assaf, was hat Sie motiviert, Frauenärztin (Gynäkologin) zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Dr. Yildirim-Assaf: Seit meiner Kindheit wollte ich Ärztin werden.
Insbesondere mein Wunsch, mich auf die Gesundheit von Frauen und Kinder zu fokussieren, hat mich in meinem Medizinstudium früh für die Frauenheilkunde und Geburtshilfe begeistert.

Mein Interesse für das Spezialgebiet der Reproduktionsmedizin entwickelte sich nach meiner Facharztausbildung an der Charité in Berlin, wo ich in der Hormonsprechstunde die Vielfalt hormoneller Störungen bei Frauen kennenlernen und behandeln durfte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Dr. Yildirim-Assaf: Als Ärztin für weibliche Hormonstörungen und Kinderwunsch empfinde ich es als besonders, dass sich Paare mit ihrem Wunsch nach einem gemeinsamen Kind vertrauensvoll an uns wenden und wir sie auf ihrem Weg zu ihrem Wunschkind begleiten dürfen.

Das mir entgegengebrachte Vertrauen von Seiten der Paare bestätigt mich in meiner täglichen Arbeit und es erfüllt mich, wenn ich zur Erfüllung dieses Herzenswunsches beitragen kann.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. Yildirim-Assaf: Bis heute ist ein damaliger Oberarzt an der Charité in Berlin ein Vorbild für mich.

Sein ruhiger und fokussierter Blick auf Krankheitsbilder imponierte mir sehr. Es war eine sehr lehrreiche Zeit. Er hat mich motiviert, den Weg zu gehen, den ich bis heute gegangen bin.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. Yildirim-Assaf: Vor allem die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kolleginnen/Kollegen der Andrologie, Internisten, Gerinnungsspezialisten und Humangenetiker liegt uns am Herzen. Sie erleichtern unsere Arbeit, denn Paare können auf kurzem Weg zielgerichtet untersucht und ohne lange Wartezeit effektiv behandelt werden.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. Yildirim-Assaf: Für mich ist die größte Herausforderung in der Zukunft, bisher ungeklärte Faktoren zu verstehen, die ebenfalls Ursache für eine ungewollte Kinderlosigkeit darstellen.

Trotz unseres umfassenden Wissens bin ich mir sicher, dass es neben den bisher bekannten Ursachen viele weitere Faktoren gibt, die derzeit Gegenstand intensiver Forschung sind und neue Wege der Behandlung aufzeigen werden.

Diese zu erfassen und zu behandeln wird uns in der Zukunft beschäftigen.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. Yildirim-Assaf: Für mich sind die persönliche Nähe zum Patientenpaar und ihr Gefühl, mit ihren Sorgen ernst genommen und gehört zu werden, sehr wichtig.

Der offene Umgang mit einem sehr persönlichen Thema wie dem Kinderwunsch erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen, Empathie und gegenseitiges Vertrauen.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. Yildirim-Assaf: Für mich persönlich ist das Vertrauen der Patienten in uns und unsere tägliche Arbeit in der Praxis ausschlaggebend.

Ich bin dankbar dafür, dass Paare ihre Sorgen und Ängste mit uns teilen und wir sie auf ihrem Behandlungsweg unterstützen und ihnen bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches zur Seite stehen dürfen.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Yildirim-Assaf: In besonderer Erinnerung ist mir ein Paar mit langjährigem Kinderwunsch geblieben, das nach mehrjähriger Behandlung als letzte Option unsere Praxis aufgesucht hat. Da die erneute Behandlung hoffnungslos schien, entschieden wir uns für eine letzte natürliche Behandlung, um mit dem Kinderwunsch endgültig abzuschließen. Neun Monate später wurden sie glückliche Eltern einer kleinen Tochter.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Yildirim-Assaf:

  • Paare mit Kinderwunsch sollten sich frühzeitig in einer Kinderwunschklinik vorstellen.
  • Eine gesunde Lebensweise sollte angestrebt werden, um die Chancen für eine Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes zu erhöhen.
  • Lassen Sie sich und Ihren Partner frühzeitig untersuchen.

Zur Person

Ich bin in Berlin geboren und habe an der Freien Universität Berlin Humanmedizin studiert. Meine gesamte Ausbildung habe ich an der Charité-Universitätsklinikum Benjamin Franklin absolviert und meine Schwerpunktausbildung 2005 abgeschlossen.

Von 2009-2018 habe ich im Kinderwunschzentrum Düsseldorf gearbeitet und bin seit 2019 gemeinsam mit Frau Dr. Frank ärztliche Leitung bei Next Fertility Bocholt.

Ich bin verheiratet, Mutter von drei Kindern und beschäftige mich in meiner Freizeit mit Musik, Literatur und dem Besuch großer Kunstmuseen auf der ganzen Welt.

Zur Praxis

Unser Kinderwunschzentrum Next Fertility Bocholt befindet sich im Zentrum Bocholts und ist gut erreichbar.
Wir bieten das gesamte Spektrum der ausführlichen Diagnostik des Paares und die nachfolgende moderne Kinderwunschbehandlung in unserem Zentrum an.

Die standardisierte Hormondiagnostik, interdisziplinäre Abklärung von Sterilitätsursachen, weiterführende Untersuchungen zur Genetik und Gerinnungsstörungen werden zeitnah angeboten.
Moderne immunologische Abklärung und wöchentliche Infusionstherapien sind bereits etabliert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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