Goldspirale oder Kupferspirale – Verhütungsmethoden im Vergleich

Die Goldspirale stellt eine sichere Langzeitalternative zu den gängigen Verhütungsmethoden dar. (© matka-Wariatka - iStock)

Eine Goldspirale kombiniert die verhütende Wirkung von Kupfer mit den zahlreichen Vorteilen von Gold, insbesondere der besseren Gewebeverträglichkeit im menschlichen Körper. Konkret besteht die Basis einer Goldspirale aus einem Kupferelement, das jedoch im Unterschied zu herkömmlichen Kupferspiralen mit einer Goldschicht überzogen ist. Es gibt verschiedene Modelle, einige Goldspiralen besitzen neben dem vergoldeten Kupferanteil auch noch weitere, aus reinem Gold bestehende Elemente.

 

Für wen ist die Goldspirale geeignet?

Viele Patientinnen haben schlechte Erfahrungen mit hormoneller Verhütung gemacht, insbesondere die möglichen Nebenwirkungen der Pille – wie etwa Gewichtszunahme, Depressionen, Hautprobleme oder Libidoverlust – schrecken Patientinnen ab. Auch möchten viele Patientinnen nicht täglich an die Verhütung denken. Gerade junge Frauen wünschen einerseits oft eine hormonfreie Verhütung, andererseits besteht aufgrund der persönlichen Lebensplanung noch längerfristig kein Kinderwunsch. Das Gleiche gilt für Patientinnen mit abgeschlossener Familienplanung. Eine hormonfreie Langzeitverhütung wie die Goldspirale ist insofern die ideale Lösung. Dies gilt auch für stillende Frauen sowie Frauen mit erhöhtem Risiko für Brust- oder Gebärmutterkrebs bzw. Thromboserisiko.

 

Was ist das Besondere an der Goldspirale?

Im Vergleich zu reinen Kupferverhütungsmethoden – wie etwa der klassischen Kupferspirale, dem Kupferperlenball oder der Kupferkette – ist die Goldspirale gewebeverträglicher: Der Goldanteil beruhigt die Gebärmutterschleimhaut und sie wird während des gesamten Menstruationszyklus weniger gereizt. Beschwerden wie Blutungsverstärkung und schmerzhaftere Menstruation treten im Vergleich zur klassischen Kupferspirale praktisch kaum bzw. gar nicht auf. Darüber hinaus wird Gold eine antibakterielle, also infektionshemmende Wirkung zugesprochen. Gleiches gilt für die fungizide, also pilzreduzierende Wirkung des Goldes. Daher wird die Goldspirale auch Frauen empfohlen, die häufiger Beschwerden mit Unterleibs- und Blaseninfektionen haben.

 

Wie wirkt die Goldspirale?

Wie auch andere auf Kupfer basierende intrauterine Langzeitverhütungen, setzt die Goldspirale in der Gebärmutterhöhle Kupferionen frei, die die Spermienbeweglichkeit hemmen und die Einnistung einer Eizelle verhindern. Der natürliche hormonelle Zyklus der Frau wird dabei nicht beeinflusst, z. B. der Eisprung nicht unterdrückt. Daher braucht man nach Entfernung der Goldspirale auch keine „Anlaufphase“ für die Realisierung eines Kinderwunsches. Denn der natürliche Zyklus nebst Eisprung war die ganze Zeit über unbeeinflusst und die Frau kann somit sofort wieder schwanger werden.

  

Wie wird die Goldspirale eingesetzt und entfernt?

Zunächst wird im Rahmen einer Voruntersuchung geprüft, ob die Goldspirale bei der Patientin in Betracht kommt. Dabei werden unter anderem eine Chlamydieninfektion ausgeschlossen und durch Ultraschall die Gebärmutter vermessen. Sodann erfolgt eine Aufklärung über den Einlagevorgang. Die Einlage selbst erfolgt dann idealerweise während der Menstruation, da zu diesem Zeitpunkt der Muttermund etwas geöffnet ist.

Wichtig ist hier, eine lokale Betäubung am Muttermund durchzuführen, damit die Einlage besonders schmerzarm ist. Die Einlage selbst dauert insgesamt nicht mehr als 10 Minuten und die Patientin kann anschließend sofort wieder nach Hause gehen. Die Entfernung erfolgt idealerweise wieder zum Zeitpunkt der Menstruation und falls gewünscht erneut in lokaler Betäubung. Das ist im Regelfall aber nicht erforderlich.

Die Goldspirale selbst wird dann einfach an dem aus dem Muttermund heraushängenden Faden gefasst und gezogen. Sofern der Faden nicht am Muttermund sichtbar ist – was gar nicht so selten vorkommt – kann die Spirale trotzdem problemlos mit einer schmalen Fasszange aus der Gebärmutter geborgen werden.

 
Wie lange liegt die Goldspirale?

Die Goldspirale bietet für 5 Jahre Verhütungsschutz. Bei vorher bestehendem Kinderwunsch kann sie auch schon früher entfernt werden. Diese Option wird von vielen Frauen sehr geschätzt. Denn bei der Goldspirale wird der Eisprung – im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln – nicht unterdrückt bzw. beeinflusst. Daher kann ein Kinderwunsch nach Entfernung der Spirale sofort und ohne „Wartezeit“ realisiert werden. Bei langjähriger hormoneller Verhütung hingegen kann es nach dem Absetzen der Verhütung eine etwas längere Zeit dauern, bis der Menstruationszyklus inklusive Eisprung wieder funktioniert. Das kann insbesondere bei bestehendem Kinderwunsch sehr belastend sein.

 

Eignet sich die Goldspirale zur Notfallverhütung?

Die Goldspirale ist genau wie Kupferspiralen zur Notfallverhütung zugelassen. Die Goldspirale kann bis zu 120h – also 5 Tage – nach einer Verhütungspanne eingelegt werden. Die Wirksamkeit zur Verhinderung einer Schwangerschaft ist mit 99 % dabei höher als bei einer „Pille danach“. Als Notfallverhütung kann die Einlage auch außerhalb der Menstruationsblutung mit örtlicher Betäubung erfolgen. Der Vorteil für die Patientin besteht darin, dass sie mit der Notfallverhütung auch zugleich eine sichere Verhütung für die nächsten 5 Jahre erhält.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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