Artikel 10/08/2013

Erhöhtes Brustkrebs- und Eierstockkrebsrisiko bei Hashimoto Thyreoiditis (Teil 2)

Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing Frauenarzt (Gynäkologe), Onkologe, Akupunkteur
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Frauenarzt (Gynäkologe), Onkologe, Akupunkteur
hashimoto-thyreoiditis-brustkrebs-eierstockkres-2

In der Prävention sollte man bei einem Progesteron-Mangel (vor allem, wenn gleichzeitig eine nachgewiesene Östrogen-Dominanz vorliegt) eine (labor-kontrollierte) Progesteron-Substitution durchführen. Wir streben dabei sogenannte „hochnormale Progesteron-Serum-Werte (Mitte der zweiten Zyklushälfte) an. Sehr gute Erfolge haben wir mit der Verabreichung einer sogenannten naturidentischen Progesteron-Salbe (z. B. aus der Yams-Wurzel, 3 %, 5 % oder 10 %). Auch geben wir gerne individuelle Phytotherapeutika (= pflanzliche Rezepturen), z. B. aus der Traditionellen Westlichen Medizin, insbesondere aus der Hildegard-Heilkunde. Sehr bewährt haben sich z. B. die sogenannten „Frauentropfen G“. In der Rezidiv- Prophylaxe, d. h. im Zustand nach einem Mamma-Karzinom, geben wir kein Progesteron.

Glutathion spielt eine sehr große Rolle. Wir haben bereits 1986 nachgewiesen, dass die Funktionen der Östrogen- und Progesteron-Rezeptoren abhängig sind u. a. von der Glutathion-Serum-Konzentration. Ein Glutathion-Mangel kann Progesteron-Mangel und Progesteron-Resistenz noch verstärken. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit hochdosierten Glutathion-Infusionen und mit einer individuellen Entgiftung.

Patientinnen mit hormonabhängigen Tumoren (Brust-, Eierstock-, Gebärmutter-Krebs) haben sehr oft deutlich niedrigere Vitamin-D-Spiegel im Serum als ein Normalkollektiv. Vitamin D zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende, anti-inflammatorische (entzündungshemmende) und antikanzerogene (krebsvorbeugende) Effekte. Die Vitamin D- 3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden und Vitamin D sollte ggf. bei Mangel substituiert werden. Oft kann auch eine individuelle Immun-Therapie helfen (z. B. mit hochdosierten Antioxidantien-Infusionen, mit dem intravenösen Laser, mit der Sauerstoff-/Ozon-Therapie, aber auch mit Selen-, Zink-, Mistel-., Thymus-, Curcuma-Therapie etc.).

Für die Entgiftung gibt es viele individuelle Methoden. Falls eine Schwermetallbelastung vorliegt, kann eine sogenannte Chelat-Therapie (z. B. mit DMPS, DMSA, DPTA) sehr effektiv sein.
Auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist für die Prophylaxe hormonabhängiger Tumoren ganz wichtig. Dafür gibt es gezielte Ernährungsanalysen. Im Falle einer falschen oder einseitigen Ernährung helfen wir bei der Umstellung. Im allgemeinen zu meiden sind Genussgifte (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Kaffee kann Kanzerogene enthalten, u. a. Methoxiglioxal, Katechol, Chlorogensäuren, Neo-Chlorogensäuren. Koffein kann auch auf östrogenabhängige Zellen mutagen wirken.

So wenig Alkohol wie möglich: Dieser wirkt als Lösungsmittel und kann die Effekte von sogenannten Endokrinen Disruptoren verstärken, vor allem von Schwermetallen. So wenig wie möglich tierische Fette. In diesen kumulieren Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten (Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild). Gegessen werden sollten möglichst viele Lebensmittel, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind: Getreide (v. a. Dinkel), Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl und Brokkoli können ggf. auch vor hormonabhängigen Tumoren schützen, da sie das Wachstum östrogenabhängiger Zellen blockieren können.

Hier geht\'s zum ersten Teil des Artikels.

Die Veröffentlichung dieser Inhalte durch jameda GmbH erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtes bedürfen der schriftlichen Zustimmung der jeweiligen Autoren.

Die Inhalte der Experten Ratgeber ersetzen nicht die Konsultation von medizinischen Spezialisten. Wir empfehlen Ihnen dringend, bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder medizinischen Behandlung stets eine qualifizierte medizinische Fachperson zu konsultieren. Der Inhalt dieser Seite sowie die Texte, Grafiken, Bilder und sonstigen Materialien dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine gesundheitlichen Diagnosen oder Behandlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Meinungen, Schlussfolgerungen oder sonstige Informationen in den von Dritten verfassten Inhalten ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors darstellen und nicht notwendigerweise von jameda GmbH gebilligt werden. Wenn die jameda GmbH feststellt oder von anderen darauf hingewiesen wird, dass ein konkreter Inhalt eine zivil- oder strafrechtliche Verantwortlichkeit auslöst, wird sie die Inhalte prüfen und behält sich das Recht vor, diese zu entfernen. Eigene Inhalte auf unserer Website werden regelmäßig sorgfältig geprüft. Wir bemühen uns stets, unser Informationsangebot vollständig, inhaltlich richtig und aktuell anzubieten. Das Auftreten von Fehlern ist dennoch möglich, daher kann eine Garantie für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität nicht übernommen werden. Korrekturen oder Hinweise senden Sie bitte an experten-ratgeber@jameda.de.


www.jameda.de © 2023 - Wunscharzt finden und Termin online buchen.

Diese Webseite verwendet Cookies.
Surfen Sie weiter, wenn Sie unserer Cookie-Richtlinie zustimmen.