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Sanfte Krampfaderentfernung ohne OP: natürlich und ohne Stützstrümpfe

Frau Thomaßen

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© Greyerbaby - PixabayDie Behandlung mit Kochsalzlösung ist ein weit verbreitetes Verfahren in der Krampfader-Therapie. (© Greyerbaby - Pixabay)Schon seit 100 Jahren gibt es eine sanfte, natürliche Methode, mit der Krampfadern ohne OP entfernt werden können. Prof. Linser entwickelte sie in der Tübinger Universität als erster Phlebologe Deutschlands.

Die moderne Medizin ermöglicht ein sicheres, hervorragend verträgliches sowie effizientes Verfahren. Es baut auf gründliche Voruntersuchungen mit Ultraschall und den Einsatz modernster Injektionsmaterialien. Varizen werden durch Injektion einer konzentrierten Kochsalzlösung schonend entfernt.

Welche Vorteile hat die Methode?

Die Krampfaderentfernung mit konzentrierter Kochsalzlösung ist mithin die sanfteste und gleichzeitig effektivste Therapieform, wenn es um Varizen geht. Denn sie kommt ohne Operation oder Narkose aus. Außerdem ist sie üblicherweise ambulant und geht mit unmittelbarer Alltagstauglichkeit des Patienten einher. Stützstrümpfe und Wickel sind nicht nötig.

Herkömmliche Methoden der Krampfadernentfernung sind das Venen-Stripping sowie die Schaumverödung. Diesen Methoden steht eine Möglichkeit gegenüber, die vor allem durch ihre sehr gute Verträglichkeit und die unmittelbare Alltagstauglichkeit des Patienten überzeugt.

Sie kommt ohne unnatürliche oder sonstige körperfremde Substanzen aus, der Behandler benötigt ausschließlich Kochsalzlösungen in unterschiedlichen Konzentrationen. Die Kochsalzlösung kommt als natürliches Produkt bereits im Körper vor. Daher sind allergische Nebenreaktionen äußerst unwahrscheinlich und in den Jahrzehnten der Anwendung bisher nicht bekannt geworden.

Unmittelbare Alltagstauglichkeit

Ein wichtiger Pluspunkt ist die fast unmittelbare Aufnahme der gewohnten alltäglichen Aktivitäten des Patienten. Er muss keine Stützstrümpfe tragen oder Liegezeiten einhalten. Lediglich aktiver Leistungssport, Sauna, Sonnenbäder und einengende Kleidung sollten für ca. zwei Wochen nach der Behandlung vermieden werden.

So ist der Patient nur für ca. 1-2 Stunden ambulant in der Praxis. In diesem Zeitraum erfolgt die gesamte Behandlung. Von den gründlichen Voruntersuchungen mit Ultraschall und Venensuchgerät bis zum Abschluss der Behandlung.

Für welche Patienten ist diese Methode geeignet?

Die Behandlung ist für Männer und Frauen jeden Alters mit Krampfaderleiden relevant. Sie kann zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden. Allerdings sollten die behandelten Beine für einige Wochen nicht unmittelbar der Sonne ausgesetzt werden. Denn dadurch können Pigmentierungen der Haut begünstigt werden.

Welche Patienten sollten Abstand nehmen?

Patienten, die unter einer akuten Thrombose bzw. akuten tiefliegenden Beinvenenthrombosen leiden, werden nicht mir der Kochsalzmethode behandelt. Ebenso Patienten, die unter einem aktuellen, fieberhaften Infekt leiden. Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder anderen Bluterkrankungen sollten von dieser Methode ebenfalls Abstand nehmen.

Sollten Blutverdünner eingenommen werden, ist es wichtig, mit dem Arzt über die Möglichkeiten einer dreiwöchigen Einnahmepause zu sprechen. Ist diese Pause machbar, steht auch der sanften Krampfaderentfernung ohne OP kein Hindernis im Wege. In einem ausführlichen Vorgespräch werden die Möglichkeiten geprüft.

© zlikovec - fotoliaWelche Kontraindikatoren gibt es, die gegen eine Behandlung sprechen? (© zlikovec - fotolia)Wie funktioniert die Behandlung?

Bei der Behandlung von Menschen begegnen wir Individuen. Und da jeder Mensch anders ist, zeigen Methoden manchmal Nebeneffekte. Eine gründliche körperliche Voruntersuchung mittels Ultraschall und Venensuchgerät kann für mögliche Komplikationen Aufschluss geben.

Eine konzentrierte Kochsalzlösung von bis zu 27 % lässt die erkrankte Vene an der Innenhaut aufquellen. Dadurch kann sich die Varize verschließen. Nur in der erkrankten Vene kommt es zu diesem Effekt. Die gesunden Venen des behandelten Bereichs lassen die Kochsalzlösung unbeeindruckt passieren.

Im Laufe der Behandlung entsteht ein tastbarer Venen-Strang, den der Organismus im Verlauf von ca. sechs Monaten abbaut und verarbeitet. Da Varizen eine geringere Pumpleistung des Blutes zum Herzen aufweisen, entsteht zeitgleich mit der Krampfader ein neues Venengeflecht zur Versorgung der Region. Und dieses Geflecht sorgt für eine sofort ausreichende Versorgung des Gebietes um die behandelte Krampfader.

Maßnahmen für eine sanfte und sichere Behandlung

Sieben Sicherheitsstufen sorgen für einen sicheren Behandlungsverlauf. Dazu gehören eine gründliche Inspektion mit Ultraschall und Venendarstellung und die Verwendung hochflexibler Venenverweilkanälen. Sie vermeiden eine ungewollte Verletzung der Adern. Auch die Verwendung neutraler Testlösungen schafft Sicherheit. Mit ihnen ist es möglich, die Zuverlässigkeit des Venenzugangs gründlich zu testen, bevor die konzentrierte Kochsalzlösung appliziert wird.

Bei der Injektion ist es wichtig, keine Kochsalzlösung in umliegendes Gewebe zu bringen. Daher legen die Therapeuten ihre Aufmerksamkeit auf Äußerungen des Patienten, nach einem Brennen an der Injektionsstelle, um sofort zu handeln: Moderne Behandlungskonzepte sorgen für sofortige Verdünnungsmaßnahmen vor und nach der Injektion. Aufmerksamkeit, Kommunikation zwischen Behandler und Patient sowie Effizienz mit den sieben Sicherungsstufen sorgen für ein gutes Ergebnis.

Die Konzentration der Kochsalzlösung wird individuell für jeden Patienten ermittelt. Abhängig von Geschlecht, Zustand, Gewicht und Alter kann es Unterschiede von 22-27 % geben. Es gilt, eine wirksame und dennoch verträgliche Kochsalzkonzentration zu finden, um die Krampfader wirksam und dennoch verträglich zu verschließen. Dies gelingt in ca. 80 % der Fälle. Eventuelle Nachbehandlungen sind nach ca. acht Wochen möglich.

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?

Die Injektion wird ähnlich wie eine Blutentnahme aus der Vene durchgeführt. Wenn die erkrankte Vene währenddessen darauf reagiert, kann es zu einem Kribbeln bis zu einem kurzen Krampf kommen. Außerdem ist ein Wärmegefühl in der Region möglich, das auch noch einige Tage bis nach der Behandlung anhalten kann. Kühlende Auflagen helfen dann.

Des Weiteren können Patienten die Auseinandersetzung des Organismus mit dem Aderstrang fühlen. Das hängt mit dem Beginn des Abbaus über das Lymphsystem, ähnlich einem Bluterguss, zusammen. Stehen und Sitzen ist dann für das Bein anstrengend. Spazieren und Liegen helfen dem Organismus, die Ader abzubauen. Wer einen stehenden Beruf ausübt, sollte möglichst oft auf der Stelle laufen, um den Beinen etwas Gutes zu tun.

In seltenen Fällen entsteht eine bräunliche Pigmentierung über dem behandelten Venengebiet. Die Pigmentierung baut sich nach einem Jahr ab, was mit naturheilkundlichen Salben unterstützt werden kann.

Während der Injektion mit der Kochsalzlösung werden nicht nur die sichtbaren Krampfadern geflutet. Auch ihr gesamtes sichtbares und unsichtbares Venen-System im behandelten Bein. Das ist eine der Voraussetzungen für ein nachhaltiges Ergebnis der Behandlung. In den meisten Fällen ist eine einmalige Behandlung ausreichend. Manchmal ist jedoch eine Nachbehandlung sinnvoll.

Schonzeit und Verlaufskontrolle

Zwei Tage Schonzeit mit Spaziergängen machen Sinn, um dem Körper Gelegenheit zu geben, die nachfolgende Auflösung der Krampfader schonend einzuleiten. Ganz ähnlich dem Auflösen eines Blutergusses, der innerhalb einiger Monate vom Körper verarbeitet wird und verschwindet. Eine Nachuntersuchung nach einigen Wochen ist sinnvoll, um den Verlauf und die Heilung beurteilen zu können.

Empfehlungen für die Zeit nach der Therapie

Mit der Behandlung werden außerdem individuelle Empfehlungen für den Patienten ausgesprochen, um Wiederkehr bzw. Heilungsverlauf zu unterstützen: Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen sind da ganz vorne. Außerdem aber auch stärkende Mittel aus der Phytotherapie und Komplexhomöopathie.

Leider ist diese effektive, sehr schonende und kostengünstige Methode keine Kassenleistung. Private und Zusatzversicherzungen können – je nach Vertragsart – Zuzahlungen gewähren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


04.04.2019 - 10:10 Uhr

Was kostet diese Behandlung?

von Martina S.

Frau Thomaßen

Antwort vom Autor am 08.04.2019
Christiane Thomaßen

Guten Tag, zunächst findet eine 30 minütige Voruntersuchung statt: Gespräch, körperliche Untersuchung, Ultraschall-Doppler, Venensuchgerät kommen hier zum Einsatz und es wird der Zustand der Venen sowie die aktuelle Nutzung von Medikamenten bzw. derzeitiger körperlicher Zustand beurteilt. Diese Voruntersuchung kostet 50 Euro, wobei 25 Euro erstattet werden, wenn es zu einem Behandlungstermin kommt. Dieser findet üblicherweise an einem anderen Tag statt. Am Behandlungstag wird wieder ein Anamnese-Gespräch geführt, in dem der aktuelle Zustand, Ablauf der Behandlung etc. besprochen werden. Dann auch wieder eine körperliche Untersuchung, Ultraschall-Doppler sowie Venensuchgerät. Dieser Aufwand dient dem Auffinden eines möglichst optimalen Zugangs in das venöse System, um die Behandlung möglichst schonend und sicher vonstatten gehen zu lassen. Diese Behandlung dauert ca. 1,5 Stunden, es wird pro Behandlung eine Krampfader verödet. Die Kosten belaufen sich hierfür auf 300 €. 80 % der behandelten Krampfadern sind bei der ersten Behandlung verödet, 20 % müssen nachbehandelt werden (dies hängt von der Größe und dem Zustand ab). Nach ca. 8 Wochen gibt es eine Nachuntersuchung, die kostenfrei ist, wenn die Krampfader verschlossen ist. Falls die Ader nachbehandelt werden soll, sind dafür noch einmal 200 Euro zu zahlen. Gegenüber herkömmlichen Methoden fallen bei dieser Art der Behandlung weg: Kosten für Arbeitsausfall sowie Kosten für Stütz- bzw. Kompressionsstrümpfe. Außerdem körperliche Unannehmlichkeiten, wie z.B. Narben oder Nervenschäden, Narkose, Unverträglichkeiten. Gerne antworte ich auch auf persönliche Fragen per phone oder mail.


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