Schamlippenoperation: Ablauf, Komplikationen & Kosten

Eine Schamlippenoperation kann die Lebensqualität vieler Frauen verbessern. (© vladimirfloyd)

Welche Beweggründe haben Frauen für eine Schamlippenoperation?

Die Motive sind natürlich bei jeder Patientin individuell. Oft werden ästhetische Gesichtspunkte angeführt: Die Patientinnen sind schlicht mit dem Aussehen ihrer kleinen Schamlippen nicht zufrieden. Dies kann sowohl die Länge als auch die Form oder Verfärbungen betreffen. In letzterem Fall stört die Patientin oft die dunkle Pigmentierung des Randbereiches der kleinen Schamlippen.

Daneben werden aber auch funktionelle Störungen, wie etwa Einklemmungen beim Sport (etwa Reiten und Fahrrad fahren), beim Tragen enger Kleidung oder beim Geschlechtsverkehr angegeben. In der Regel liegt eine Mischung beider genannten Motive vor. Durch ein Gespräch bei einem mit diesen Eingriffen vertrauten Operateur können oft Zweifel ausgeräumt bzw. zur Verfügung stehende therapeutische Optionen gefunden werden.

Verändern sich Schamlippen im Laufe des Lebens?

Jede Frau kann an sich selbst beobachten, dass sich die Genitalregion über die Jahre hinweg verändert. Wie jedes menschliche Gewebe sind auch die Haut an den Schamlippen und das zugehörige Bindegewebe altersbedingten Veränderungen unterworfen. Daneben können Geburten und etwaig dabei erworbene Geburtsverletzungen Einfluss auf die Form der Schamlippen haben.

Dauerhafte mechanische Reizungen – etwa durch Sport oder das Tragen enger Kleidung bedingt – können zu sogenannten Hyperkeratosen, also deutlich dunkler gefärbten und leicht wellig erscheinenden Schamlippenrändern führen. Letztendlich entscheidet jede Frau für sich selbst, ob sie sich zufrieden fühlt oder nicht.


Was genau kann operiert werden? 

Die meisten Patientinnen fühlen sich von der Länge der kleinen Schamlippen gestört, insbesondere das Heraushängen zwischen den großen Schamlippen wird als unangenehm empfunden. Hier wird sich regelmäßig gewünscht, dass die kleinen Labien praktisch mit den großen Labien abschließen. Daneben kann aber auch ein ausgeprägter Klitorismantel im Sinne eines Hautüberschusses bzw. sogenannte Paraklitoralfalten zu einem deutlichen Hautvolumen zwischen den großen Schamlippen beitragen.

Letztlich fühlen sich manche Patientinnen auch durch Ausläufer der kleinen Schamlippen im Dammbereich beeinträchtigt, wobei diese Hautfalten oft bis zum Analbereich ziehen können und dann in sogenannte Marisken, also perianale Schleimhautfalten, übergehen. Die genannten anatomischen Gegebenheiten müssen nicht bei jeder Patientin vorhanden sein. Durch eine Untersuchung und ein umfassendes Gespräch, in dem die Patientin ihre Wünsche offen vorträgt und der Arzt realistisch die operativen Möglichkeiten aufzeigt, kann sodann regelmäßig eine Lösung für die Patientin gefunden werden.


Wie läuft eine solche Operation ab? 

Im Regelfall wird der Eingriff als sogenannte ambulante Operation durchgeführt; eine Übernachtung in einer Klinik ist somit nicht erforderlich. Die Dauer beträgt zwischen 30 und 60 Minuten und hängt vom Umfang der zuvor mit dem Operateur besprochenen und von der Patientin gewünschten Korrekturen ab. Die operierten Areale werden mit Fäden verschlossen.

Diese Fäden lösen sich nach der Operation von alleine auf und müssen nicht gezogen werden. Am Ende des Eingriffs wird oft noch ein schmerzstillendes Lokalanästhetikum injiziert, das die postoperativen Schmerzen lindert. Schließlich operiert man in einem sehr sensiblen Gebiet der Patientin. Ein bis zwei Stunden nach der Operation kann die Patientin die Ambulanz verlassen.
 

Was muss ich nach der Operation beachten?

Grundsätzlich ist zu beachten, dass eine Wundheilung ca. 6 Wochen dauert. Für diesen Zeitraum sollten mechanische Belastungen im operierten Gebiet, etwa Geschlechtsverkehr oder Fahrradfahren, vermieden werden. Das alltägliche Leben wird durch die Operation jedoch nicht eingeschränkt. Duschen ist ab dem ersten Tag möglich, auch beim Toilettengang sind normalerweise keine Besonderheiten zu beachten.

Schwellungen treten in den ersten Tagen regelmäßig auf und sollten die Patientin nicht beunruhigen. Eine Kühlung ist nur selten erforderlich. Das operative Endergebnis kann daher auch erst nach einigen Wochen beurteilt werden.
 

Grundsätzlich gilt die Schamlippenoperation als risikoarm und gut verträglich. (© drubig-photo - fotolia)
Welche Komplikationen können auftreten?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff sind Schmerzen im operierten Gebiet vollkommen normal und können im Regelfall mit handelsüblichen Schmerzmitteln (z. B. Ibuprofen) gut kompensiert werden. Schwellungen verschwinden von alleine, brauchen aber Zeit. Sehr selten können wie bei jeder Operation Hämatome oder Wundinfektionen auftreten. Sie haben in der Regel keinen Einfluss auf das kosmetische Endergebnis.

Auch wenn es sich bei den Schamlippen um sehr sensible Hautareale handelt, berichten die Patientinnen praktisch nie über dauerhafte Sensibilitätsstörungen. Eine Beeinträchtigung des Sexuallebens und insbesondere der Orgasmusfähigkeit ist somit nicht gegeben.
 

Werden die Kosten der Operation von den Krankenkassen übernommen?

Diese Eingriffe werden regelmäßig nicht von der Krankenkasse übernommen und müssen von der Patientin selbst bezahlt werden. Begründet wird dies seitens der Versicherungen mit der großen Bandbreite und natürlichen Variabilität der weiblichen Genitalorgane. Ihrer Ansicht nach liegt nicht jeder subjektiven Beeinträchtigung bzw. Unzufriedenheit der Patientin auch eine Krankheit zugrunde und eine Leistungspflicht ihrerseits unbegründet.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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