Tinnitus, ein Stress-Symptom? Diese Behandlungen helfen

Claudia Galler

von
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© ninell - fotoliaEin TInnitus kann durch zu viel Stress ausgelöst werden und erschwert uns den Alltag erheblich (© ninell - fotolia)Stress beeinflusst die Wahrnehmung von Geräuschen, gleichzeitig bedeuten permanente Ohrgeräusche Stress für den gesamten Körper. Lesen Sie mehr über den Zusammenhang von Stress und Tinnitus in diesem jameda Gesundheitstipp.

Ein Teufelskreis aus Stress und Tinnitus

Normalerweise bestimmt das Gehirn, welche Geräusche wie stark wahrgenommen werden, indem es die ankommenden Reize bewertet. Unwichtige und störende Laute werden so eher „überhört“. Steht der Körper jedoch unter ständigem Stress, kann sich die bisherige Einstufung eines Geräusches verändern, so dass sich das Gehör dem Geräusch zuwendet  – ein Tinnitus entsteht. Andererseits können Stresssymptome des Körpers wie Bluthochdruck, steigende Blutgerinnung, erhöhter Muskeltonus und überaktivierte Nerven dazu führen, dass die Haarzellen des Innenohres als Empfänger der Schallwellen minderversorgt werden und dadurch Schaden nehmen. Der dadurch ausgelöste Hörverlust bedeutet Stress für die Hörbahnen, der Hörvorgang wird umgebaut und Geräusche anders wahrgenommen. Dieser Teufelskreis aus Stress und Ohrgeräusch erhöht das Risiko, dass sich ein akutes Ohrgeräusch zu einem chronischen Tinnitus entwickelt.

So wird ein Tinnitus behandelt

Ein frisch auftretendes permanentes Ohrgeräusch ist zunächst nicht gefährlich, man kann sogar ein bis zwei Tage auf spontane Besserung warten. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt behandelt dann in der Regel mit Kortison. Auch durchblutungsfördernde Medikamente kommen zum Einsatz. Zusätzlich sollte der Patient ausführlich zum Thema Tinnitus aufgeklärt und beraten werden, um einem andauernden Ohrgeräusch vorzubeugen. Die Behandlung eines chronischen Tinnitus beginnt bei einer umfassenden Diagnostik, damit auch Grund- bzw.- Begleiterkrankunen wie Verspannungen, orthopädische Probleme, Kieferfehlstellungen und psychische Erkrankungen therapiert werden.

Zudem findet ein intensives Tinnitus-Counseling statt. Belegte Erfolge im Umgang mit Tinnitus bringt eine kognitive Verhaltenstherapie, bei der Betroffene lernen, ihr Ohrgeräusch nicht mehr als störend einzuordnen. Zusätzlich haben sich viele andere Therapieansätze etabliert wie Musiktherapie, Tinnitus-Retraining-Therapie, magnetische und elektrische Gehirnstimulation, der Einsatz von Tinnitus-Maskern und Körpertherapien wie Biofeedback, Tai Chi und Hydrotherapie. Ist ein Tinnitus sehr belastend, kann man sich für einige Zeit krankschreiben lassen. Auf lange Sicht ist jedoch ein geregeltes Arbeitsleben zusammen mit einer kontinuierlichen Therapie am sinnvollsten, um einen guten Umgang mit dem Ohrgeräusch zu finden.

Entspannungstipps für stressige Zeiten

Wer für jede Situation einen Entspannungstrick parat hat, kann Stress rechtzeitig abwehren und auch in anstrengenden Zeiten Kraft tanken:

  • Ruhe durch richtige Atmung: Atmen Sie durch die Nase ein und zählen dabei bis drei. Lassen Sie dann den Atem durch die Nase oder über die verengten Lippen ausströmen, während Sie bis vier zählen. Warten Sie anschließend ein wenig, bis Ihr Körper von alleine wieder einatmet.
  • Achtsamkeit üben: Versuchen Sie zu bestimmten Zeiten nur im Hier und Jetzt zu verweilen, indem Sie Dinge langsam tun und Ihre Umwelt bewusst wahrnehmen.
  • Entspannungstechniken bei Tinnitus: Viele Methoden wie Autogenes Training, Yoga, Tai Chi, Meditation mit Klang und Progressive Muskelentspannung helfen, Abstand vom Stress zu nehmen, ohne dabei in eine Stille zu gelangen, die bei Tinnitus eher kontraproduktiv ist.
  • Bäder und Tees: Lavendel, Melisse und Orangenblüte sind für ein Entspannungsbad ideal. Als Tee kann man Baldrian, Melisse, Lavendel, Passionsblume, Hopfen und Johanniskraut einzeln oder in Mischungen genießen.
  • Lachen gegen den Stress: Nutzen Sie die positiven Wirkungen des Lachens. Es vertieft die Atmung, senkt den Blutdruck, löst Verspannungen und setzt körpereigene Glückshormone frei.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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