Schmerzen in der Nase? Die 4 häufigsten schmerzhaften Nasenerkrankungen in der Übersicht

Die Nase ist ein empfindliches Organ, das leicht gereizt werden kann (© fotolia-Henrie)

Ihre Nase schmerzt bei Berührung? Äußere und innere Nasenerkrankungen, wie Furunkel, Herpes, Pilze und Nasennebenhöhlenentzündungen, können sehr unangenehm sein. Lesen Sie hier, welche Ursachen und welche Therapiemöglichkeiten es gibt.

Nasenfurunkel: Hilfe bei schmerzenden Entzündungen

Nasenfurunkel sind eitrige Entzündungen des Nasenhaarbalgs, die das Haar in der Haut verankern, und äußern sich mit Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötungen und Schwellungen. Manchmal tritt auch Fieber auf. Hinter der Infektion steckt das Bakterium Staphylokokkus aureus.

Typisch Risikofaktoren sind:

Symptome und Komplikationen

Ein Nasenfurunkel beginnt als eine kleine gerötete Entzündung an einem Haar, die zu einem geröteten, warmen und schmerzhaften Knoten wird, der 0,5 bis 2 Zentimeter groß ist. Am Ende bleibt ein eitriger Pfropf, der sich nach einiger Zeit öffnet.

Nasenfurunkel bilden sich im Naseneingang, auf dem Nasenrücken, der Nasenspitze oder zwischen Nase und Oberlippe. 

Manchmal gehen die Furunkel mit gefährlichen Komplikationen einher: Wenn sich die Infektion auf den inneren Augenwinkel und die Gefäße der Augenhöhle ausbreitet, kommt es zu Rötungen, Augenlider- und Bindehautschwellungen sowie zu Bewegungseinschränkung des Augapfels und Fieber.

Außerdem drohen die dauerhafte Schädigung des Sehnervs und die Entzündung kann sich bis ins Gehirn ausbreiten. Eine Hirnhautentzündung oder eine Sinusthrombose können die Folge sein.

Behandlung und Vorbeugung

Öffnen Sie Furunkel nie selbst, vor allem nicht im Gesicht, wo ein unkontrolliertes Entleeren des Eiters zu Komplikationen führen kann.

Der Arzt behandelt Furunkel gründlich, indem er sie ausschneidet und die Stellen desinfiziert. Danach bekommen Sie Desinfektionsmittel und entzündungshemmende Salben zur Pflege der Wunde.

Zur Vorbeugung helfen: 

  • eine intensive Hygiene: Waschen Sie Ihr Gesicht und Ihre Hände regelmäßig und kochen Sie Ihre Wäsche bei 60 Grad.
  • die Stärkung des Immunsystems: Schlafen Sie viel, vermeiden Sie Stress, bewegen Sie sich regelmäßig und ernähren Sie sich ausgewogen
  • Desinfektion nach der Rasur

Nasenpilz: Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders anfällig

Es gibt drei Pilzarten, die die Nase befallen: die Fadenpilze, die Hefen, meistens Candida-Pilze, und die Schimmelpilze, meistens Aspergillus-Pilze.

Symptome und Ursachen

Nasenpilze führen zu Schmerzen im Nasenbereich, Ausfluss aus Nase, Ohr und Rachen, Atembeschwerden, Störung des Geschmack- und Geruchssinns sowie zu üblem Geruch aus der Nase, Kopfschmerzen und Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen. Besonders anfällig sind Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem.

Der Pilzbefall kann entweder oberflächlich sein und nur die Schleimhaut befallen oder sich über Blutbahnen im ganzen Körper verteilen. Je nach Ansteckungsart kann ein Nasenpilz endogen entstehen, das heißt durch die Schwächung des Abwehrsystems, oder exogen, wenn Pilzsporen von außen eine Infektion auslösen.

Pilzinfektionen in der Nase wirken sich auf den gesamten Mund- und Rachenbereich aus (© Photographee.eu - fotolia)

Folgende Ursachen führen zur Schwächung des Abwehrsystems:

  • Durchblutungsstörungen
  • Antibiotikatherapie
  • AIDS und Leukämie
  • fortgeschrittenes Alter
  • Zuckerkrankheit
  • Immunosuppressiva nach einer Transplantation

Diagnose, Behandlung und Hausmittel

Zur Behandlung stehen spezielle Mittel gegen Pilze zur Verfügung, auch Antimykotika genannt. Helfen sie nicht, ist eine operative Entfernung möglich.

Die Anzeichen des Nasenpilzes sind den Symptomen anderer Krankheiten ähnlich. Um herauszufinden, worunter Sie leiden, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus der Nase, die im Labor untersucht wird.  Nur so kann die richtige Therapie gewählt werden.

Zur Vorbeugung helfen die Stärkung des Abwehrsystems mit Sport, einer gesunden Ernährung und Stresskontrolle. Manche Hausmittel könnten auch zur Vorbeugung beitragen, wie zum Beispiel Kokosöl, Knoblauch, Cayenne-Pfeffer, Meerrettich, Kresse und Oregano. Wissenschaftlich belegt ist die präventive Wirkung dieser Hausmittel jedoch nicht.

Nasenherpes: Wenn die Nase juckt und brennt

Das Herpes-Simplex-Virus verursacht durch Schmierinfektion oder durch sexuellen Kontakt Lippen- und Nasenherpes. Anfangs leiden die Betroffenen unter Juckreiz, Brennen, Kribbeln, Spannungsgefühlen und Rötungen. Danach entstehen besonders schmerzhafte kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die später platzen und abheilen. Das Virus kann sich auf die Augen verbreiten und schwere Komplikationen hervorrufen.

Zur Behandlung stehen spezielle Virustatika zur Verfügung. Das sind Medikamente, die die Vermehrung der Viren aufhalten.

Nasennebenhöhlenentzündung

Sind die Schleimhäute der Nebenhöhlen und der Nase entzündet, haben Sie sich eine sogenannte Sinusitis eingefangen. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume im Gesichtsknochen, die sich neben, über und hinter der Nase befinden.

Die Erkrankung ist bei Kindern und Erwachsenen sehr häufig. Dauert eine Sinusitis länger als drei Monate, wird sie als chronisch bezeichnet.  

Ursachen, Symptome & Risikofaktoren

Die Ursachen der akuten Sinusitis sind meistens Viren oder Bakterien, die entweder durch die Nase oder durch erkrankte Zahnwurzelkanäle in die Nasennebenhöhlen eindringen. Weitere Ursachen sind der allergische Schnupfen und Druckschwankungen beim Fliegen oder Tauchen.

Typische Risikofaktoren sind

  • geschwächtes Abwehrsystem
  • besonders aggressiver Erreger
  • verlegte Nebenhöhleneingänge und andere anatomische Besonderheiten

Die Erkrankung äußert sich mit Ausfluss von eitrigem, gelb-grünlichem Sekret aus der Nase, Stauungsgefühl im Gesicht und Schmerzen über der Wange, der Stirn, dem Nacken, der Schädelmitte, der Nase und zwischen den Augen. Die Nase ist geschwollen und erschwert das Atmen, Gerüche sind kaum zu bemerken und der Geschmackssinn ist auch geschwächt. Oft treten auch Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Zahnschmerzen, Husten und Ohrenschmerzen auf.

Um Entzündungen der Nase zu behandeln werden in der Regel spezielle Nasensprays benutzt (©fotolia-auremar)
Behandlung

Zur Behandlung einer Sinusitis sind abschwellende und kortisonhaltige Nasensprays und schleimlösende, entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente hilfreich. Selten ist eine Antibiotikatherapie erforderlich, wenn die Erkrankung tatsächlich durch bakterielle Erreger verursacht wurde.

Hat eine Allergie die Sinusitis hervorgerufen, helfen Antiallergika und kortikoidhaltige Nasensprays. Der Arzt kann außerdem die Kiefer- oder Stirnhöhle mit speziellen Instrumenten spülen.

In manchen Fällen oder bei Komplikationen ist eine Operation sinnvoll, wobei Eiter aus den Nasennebenhöhlen durch eine Punktion abgelassen wird. Stecken anatomische Besonderheiten hinter dem Problem, ist es sinnvoll, die Engstellen chirurgisch zu korrigieren und die erkrankte Schleimhaut zu entfernen.

Weitere schmerzhafte Nasenerkrankungen

Es gibt noch viele weitere Nasenerkrankungen, die schmerzhaft werden können, wenn sich eine Kruste in der Nase bildet. Sie ist mit dem Schorf einer Wunde vergleichbar und hat verschiedene Ursachen.  

Wie sich Krusten in der Nase bilden

Ein lang anhaltender Schnupfen, eine Allergie, häufiges Nasenbohren oder ein Loch in der Nasenscheidewand können zu einer schmerzhaften Krustenbildung führen.

Ein Loch in der Nasenscheidewand entsteht durch:

  • eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut
  • eine Sportverletzung oder einen Unfall
  • jahrelanges Einatmen von Industriestaub
  • die übermäßige Verwendung von Nasensprays
  • Missbrauch von Schnupftabak und Kokain
  • Nasenbluten

Nasenbluten

Nasenbluten ist normalerweise nicht schmerzhaft, außer es bildet sich eine Kruste. Es kann durch Verletzungen oder Erkrankungen entstehen, wie zum Beispiel Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck, Entzündungen der Nasenschleimhaut und Nasenpolypen in den Nasennebenhöhlen. Auch die Inhalation von Gasen wie Formalin oder Ammoniak können Nasenbluten verursachen.

Ist die Nasenschleimhaut gereizt, reagiert sie mit Schwellungen, Rissen und Gereiztheit. Das äußert sich mit Schmerzen in der Nase, die je nach genauer Ursache die Nasenspitze, den Bereich der Nasenscheidewand oder die Nasenflügel betreffen. Außerdem kommt es zu Schwellungen.

Zur Behandlung von Krusten stehen Nasensalben zur Verfügung, die die Heilung der Wunde fördern. Eine operative Abtragung der Nasenschleimhaut ist in seltenen Fällen angemessen, wobei ein Loch in der Nasenscheidewand mit einer Transplantation von körpereigenem Knorpelgewebe repariert wird.

Fazit

Nasenschmerzen und Nasenerkrankungen sind nicht immer harmlos und können schwerwiegende Folgen mit sich bringen, insbesondere wenn sich eine Entzündung auf Augen oder Gehirn ausbreitet. Deswegen vernachlässigen Sie die Symptome nicht und lassen Sie sich untersuchen und beraten. Es gibt genügend Therapiemöglichkeiten für alle Nasenerkrankungen.

Links:

Berufsverband der Deutschen Hals-Nasen-Ohrenärzte
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie

 

Literatur

  • Fokkens, V. Lund, J. Mullol:European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2007. In: Rhinol Suppl. Nr. 20, 2007, S. 67
  • L. Coriell, G. Rake et al.:Electron microscopy of herpes simplex. In: J. Bacteriol. Band 59, Nr. 1, 1950, S. 61–68
  • Hellenbrand, W. Thierfelder et al.: Seroprevalence of herpes simplex virus type 1 (HSV-1) and type 2 (HSV-2) in former East and West Germany, 1997–1998. In: Eur. J. Clin. Microbiol. Infect. Dis.Band 24, Nr. 2, 2005, S. 131–135. 
  • Malvy et al.:Epidemiology of orofacial herpes simplex virus infections in the general population in France: results of the HERPIMAX study. In: J. Eur. Acad. Dermatol. Venereol. Band 21, Nr. 10, 2007, S. 1398–1403. 
  • E. Schmidt u. a.:Stress as a pecipitating factor in subjects with recurrent Herpes labialis. In: Journal of Family Practice. Band 20, Nr. 4, April 1985, S. 359–366
  • Cordero-Coma et al.:Herpetic retinitis. (Review) In: Herpes Band 14, Nr. 1, 2007, S. 4–10. 
  • Maertzdorf et al.:Herpes simplex virus type 1 (HSV-1)-induced retinitis following herpes simplex encephalitis: indications for brain-to-eye transmission of HSV-1. In:  Neurol. Band 49, Nr. 1, 2001, S. 104–106. 
  • Klein, P. Lefebvre:Three consecutive episodes of acute retinal necrosis due to herpes simplex-1 over twelve years following herpetic encephalitis. (Review) In: Ocul. Immunol. Inflamm. Band 15, Nr. 5, 2007, S. 411–413
  • Martins N, Ferreira IC, Barros L, Silva S, Henriques M (June 2014). "Candidiasis: predisposing factors, prevention, diagnosis and alternative treatment".Mycopathologia. 177 (5-6): 223–240

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 39

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (6)

Carmelo B., 04.04.2021 - 09:43 Uhr

Guten tag, vor 2 Jahren wurde ich an einen mucinosen tumor am bauch operiert. Nach einem Jahr musste ich leider Chemioterapie beginnen weil der Tumor weiter begann. Seit diesem Zeitraum habe ich einen unbeschreiblichen schmerz in den Nasenhöhlen der sich an Augen und Stirn verbreitet, speziell beim essen wenn ich kaue. Ich habe schon alles mögliche versucht, ohne Erfolg. Ich hoffe sie können mir helfen ,vielen dank .

Gabriele S., 21.03.2021 - 18:29 Uhr

Danke für die Infos! Sei über 3 Monaten leide ich unter einer Sinusitis, ohne Erguss. Die NNH sind bis auf Wenige Stunden einfach zu. Dabei ist die Nase oft nicht mal verstopft, die Schleimhaut brennt aber oft heftig. Ich verwende NaCl -Bepanthen-Hyaloron- oder hypertones NaCl-Spray, inhaliere, Spüle die Nase, trinke viel. Es hilft nichts. Alle herausgefundenen Allergene werden gemieden. Leider vertrage ich keine ätherischen Öle ( auch nicht Gelomyrtol) und kein Kortison-Spray. 2 HNO- Ärzte fanden nichts und konnten mir nicht helfen. Es ist zum Verzweifeln... Weiß jemand Rat? Gabi

Engelhardt H., 15.03.2021 - 09:26 Uhr

S, hilfreich

Anne I., 31.01.2021 - 12:30 Uhr

Leide seit längerem unter Nasenstechen, besonders im Liegen. Alle möglichen Untersuchungen wurden durchgeführt, ohne Ergebnis. Niemand fand eine Erklärung. Ein normales Schlafen ist nicht möglich. Sehen Sie eine Möglichkeit für eine Abhilfe ? Mit Dank und freundlichen Grüßen Anne I.

Georg S., 13.11.2019 - 16:59 Uhr

Was bedeuten die Fachbegriffe "endonal", "enoral" und "submunkös"?

Dominic, 04.05.2018 - 08:23 Uhr

Hallo Ich habe ein Loch in der Nasenscheidewand. Meine Nase tut meistens in der Nacht, wenn ich zufällig munter werde,weh. Dann habe ich immer solche Schmerzen. Was ich komische finde ist, dass die Scheidewand nicht so weh tut.

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?