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Wann wird Schnarchen gefährlich? (Teil 2)

Dr. Reinhardt

von
verfasst am

© 12foto.de - Fotolia.com© 12foto.de - Fotolia.comIhr HNO-Facharzt kann die Risiken einer Schlafapnoe minimieren, indem eine sorgfältige Untersuchung und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Dazu gehört eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung mit HNO-Status, ein ambulantes Schlafscreening (zu Hause, im eigenen Bett), und ggf. eine weitere Diagnostik im Schlaflabor und mittels Schlafendoskopie.

Basismaßnahmen für beide Formen des Schnarchens, die jeder Patient selbst ergreifen kann, und die einen guten Einfluss haben können, sind: Gewichtsreduktion, Meidung von abendlichem Alkoholkonsum und späten, schweren Mahlzeiten, Oberkörperhochlage, Meidung von Rückenlage und ggf. die Anpassung einer Zahnschiene.

Darüber hinaus stehen eine Vielzahl von operativen Maßnahmen zur Verfügung, der entscheidende Punkt ist aber die sorgfältige Analyse des Problems durch Ihren HNO-Facharzt! So kann z.B. der Gaumen gestrafft, das Zäpfchen gekürzt, eine krumme Nasenscheidewand begradigt oder ein verdickter Zungengrund verkleinert werden. Hierfür stehen Ihnen in meiner Praxis minimal-invasive, hochmodernste Verfahren wie z.B. das Radiofrequenz-Verfahren und natürlich Mikroskope und Endoskope zur Verfügung.

Die operative Therapie muss beim Schlafapnoe-Syndrom besonders sorgfältig abgewogen werden, denn hier ist die Therapie der Wahl eine sogenannte CPAP-Maske, eine Atemmaske, die durch kontinuierlichen Überdruck dafür sorgt, dass kein Kollaps des Schlundes entstehen kann. Diese Masken haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, so dass mittlerweile ein sehr guter Tragekomfort gewährleistet werden kann und die Maske von den allermeisten Patienten als sehr wenig beeinträchtigend empfunden wird. Im Augenblick laufen zudem erfolgversprechende Studien zu sogenannten Hypoglossus-Schrittmachern, durch diese wird im Falle eines Kollapses, durch eine Stimulation des Unterzungennerves, eine Öffnung des Schlundes hervorgerufen. In den nächsten Jahren könnte diese Therapieform möglicherweise etabliert werden wie die Herzschrittmacher-Versorgung.

Ein unerkanntes oder unbehandeltes Schlafapnoe-Syndrom erhöht Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Das Risiko, an einer solchen Erkrankung zu sterben, ist bei einem schweren Schlafapnoe-Syndrom verdoppelt!

Aber die gute Nachricht ist, im Falle einer Behandlung ist dieses Risiko vollkommen reversibel, eine Behandlung z.B. mit einer CPAP-Maske reduziert Ihr persönliches Risiko in den Normalbereich.
Suchen Sie Ihren HNO-Facharzt auf und lassen Sie sich untersuchen und beraten, Sie werden von einer steigenden Lebensqualität und einem reduzierten Gesundheitsrisiko profitieren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


22.01.2014 - 16:10 Uhr

leider kam ich mit einer Maske nicht zurecht. es...

von M

... ging soweit,dass ich das Schlafzimmer in dem die Maske ja lag nicht mehr zum schlafen betrat,MEINE ÄRZTIN FAND KEINE NETTEN WORTE FÜR MICH, sondern drohte mir, dass ich sterben würde, wenn ich die Maske nicht nehme. da half mir nicht und ich beschloss, die Maske zurück zu schicken .nun bin ich ohne Maske schlaf 1- 2 stunden manchmal schlaf ich in 3 phasen manchmal aber nur eine. das zerrt an der Substanz ist nicht fördernd für den Beruf ,da immer müde und unkonzentriert. würde mich über 1 einfühlsaneeren Arzt freuen aber den hab ich noch nicht gefunden mfg m.

Dr. Reinhardt

Antwort vom Autor am 23.01.2014
Dr. med. David Reinhardt

Sehr geehrter Herr M, grundsätzlich entsteht durch ein unbehandeltes Schlafapnoe-Syndrom ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb sollten in Ihrem Fall Alternativen ausgelotet werden, wenn die Maske nicht zu ertragen ist. Hier gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten (siehe Artikel), wenngleich die CPAP-Maske die beste Versorgung darstellt. Leider kann man die potentiellen Alternativen nur besprechen und ausprobieren, wenn eine klinische Untersuchung mit Analyse der Problemstellen vorangegangen ist und die Auswertungen der Schlafuntersuchungen vorliegen. Eine pauschale Aussage "sie werden daran sterben" kann ich so nicht nachvollziehen. Nichts desto trotz haben Sie ja entsprechende Beschwerden, so dass etwas unternommen werden sollte. Mit den besten Wünschen und freundlichen Grüßen, Ihr HNO-Facharzt Dr. med. David Reinhardt


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