Bei welchen Hautveränderungen ist eine Biopsie notwendig?

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Bei vielen dermatologischen Erkrankungen - ganz besonders beim Hautkrebs - ist es notwendig, eine Biopsie zu entnehmen, bevor die eigentlich Therapie beginnt. Eine Biopsie ist die Entnahme von Gewebe, dessen genaue Untersuchung Aufschluss über die vorliegende Erkrankung liefert. In der Dermatologie bedeutet dies, ein kleines Stück Haut oder Hautveränderung zu entnehmen.

Es gibt zwei verschiedene Formen von Biopsien.

  • Die oberflächliche Biopsie: Dabei wird ein oberflächlicher Anteil der Haut flach abgetragen.
  • Die tiefe Hautbiopsie: Dabei wird ein reiskorngroßes Stück aus der Haut entnommen, wobei alle Hautschichten erfasst werden. Diese Art der Biopsie wird bei Verdacht auf weißen Hautkrebs durchgeführt.

Wie wird eine Biopsie durchgeführt?

Vor einer Biopsie wird die Haut des Patienten mittels einer lokalen Betäubung schmerzunempfindlich gemacht. Mit einer sehr feinen Nadel wird das Gebiet um die Hautveränderung mit einem Lokalanästhetikum behandelt, so dass Sie lediglich den kurzen Stich der Injektion spüren, die Gewebeentnahme für Sie anschließend aber komplett schmerzfrei ist. Wenn nur ein kleines Stück der Hautveränderung entfernt werden soll, wird dies vom Dermatologen meist in Form einer Stanzbiopsie durchgeführt. Mit einer speziellen Stanze wird ein kleiner reiskorngroßer Zylinder ausgestanzt, und das dabei entstandene kleine Loch wird wieder mit einem feinen Faden geschlossen.

Bei der oberflächlichen Biopsie wird nach der oben beschriebenen kleinen örtlichen Betäubung ein oberflächlicher Anteil entnommen. Als Patient bemerkt man lediglich eine kleine oberflächliche Wunde im Sinne einer kleinen Schürfwunde.

Was geschieht nach der Biopsie?

Nach der Biopsie wird das entnommene Biopsat (das Gewebestück) in einer speziellen Lösung an einen Pathologen geschickt, der es histologisch untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel nach einigen Tagen vor und wird dem behandelnden Hautarzt mitgeteilt. Erst nach einer eindeutigen Diagnose wird der Dermatologe mit Ihnen den weiteren Therapieverlauf besprechen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (11)

Markus B., 15.04.2021 - 16:47 Uhr

Guten Tag, bei mir wurde eine Biopsie vorgenommen. 14 Tage später hatte ich einen Termin, bei dem meine Sprechstundenhilfe die Fäden entfernt hat und mir dann das Ergebnis mitgeteilt hat. Ich war sehr irritiert, dass ich kein Arztgespräch hatte. Die Sprechstundenhilfe meinte es wäre schon alles okay. Ist das üblich? Über eine Einschätzung wäre ich Ihnen sehr dankbar Mit freundlichen Grüßen Markus B.

Gabriela W., 15.10.2020 - 06:59 Uhr

Vor 3 Jahren habe ich eine Eisenonfusion bekommen die ins Gewebe gelaufen ist. Hat sich ein großer brauner Fleck gebildet, der nach 9 Monate ca sich immer noch komisch anfühlt. Kann man durch eine Biopsie feststellen, ob da noch Eisen ist? herzliche Grüße Gabriela

R. Zenger, 05.02.2020 - 19:44 Uhr

Besteht bei einer Biopsie (vermuteter Hautkrebs) die Gefahr, dass Tumorzellen durch die Biopsie in den Organismus "geschwemmt" werden? Gibt es eine evtl. weniger riskante Methode Klarheit zu erlangen? MfG R. Zenger

Wolfgang, 09.09.2019 - 11:14 Uhr

Wann sollte bei verdacht auf weißen Hautkrebs eine Biopsie erfolgen? In 3 Monaten oder früher? Danke

Holger, 15.06.2018 - 21:59 Uhr

Meine Freundin hat eine Zyste an der Zunge. Welcher Arzt macht eine Biopsie?

Germke35, 21.11.2017 - 08:41 Uhr

Ich habe hartnäckige Ekzeme an Unterschenkeln und an anderen Körperstellen trotz regelmäßiger Behandlung - was bringt eine Biopsie?

Petra, 25.08.2015 - 17:26 Uhr

Ich habe seit 3 Wochen einen starken Ausschlag unter den Achseln . Es brennt, juckt ist rot . Der Hautarzt möchte nächste Woche eine Biopsie machen ...jetzt hab ich Angst das es was schlimmes ist :(

Giesela, 09.02.2015 - 14:08 Uhr

Ich habe seit einigen Wochen großflächige braun-blaue Hautverfärbungen unter der Brust, in den Leisten und unter den Armen. Nun soll eine Biopsie gemacht werden mit örtlicher Betäubung. Ich habe mit acht Operationen sehr viel an Schmerzen mitgemacht und habe einfach Angst. Allein das Bewustsein, dass man alles mitbekommt, versetzt mich in Panik. Habe ich das Recht, eine Narkose zu verlangen? Lieben Gruß Giesela

Cowgirl, 10.09.2014 - 13:09 Uhr

Bei mir wurde gestern weißer Hautkrebs (Basaliom) am li. Nasenflügel festgestellt. Nächste Woche wird in der Hautklinik die Biopsie durchgeführt. Jetzt meine Frage zur nachfolgenden OP (die totale Entfernung des Fleckes): ich habe gehört, dass dafür das Lokalanästhetikum in die Nasenwurzel gespritzt wird und dies sehr schmerzhaft sein soll - stimmt das (davor habe ich nämlich "Riesenbammel") Antwort wäre sehr lieb :-)

Dieter, 27.11.2013 - 15:36 Uhr

Wie groß ist die Gefahr, dass bei Vorliegen eines malignen Melanoms Tumorzellen durch eine Biopsie in andere Organe "geschwemmt" werden?

Siggrid, 29.10.2013 - 15:12 Uhr

Wenn die Biopsie ein positives Ergebnis ergibt, z.B. bei Verdacht auf weißen Hautkrebs ein Gewebestück wurde ausgestanzt, was folgt dann? Wenn der Tumor ausgestanzt wurde, ist der Krebs doch entfernt oder nicht?

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