Das jameda-Interview: 10 Fragen an Frau Dr. med. Marion Moers-Carpi

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

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© Moers-Carpi© Moers-CarpiÄrzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Moers-Carpi interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Hautärztin.

jameda: Frau Dr. Moers-Carpi, was hat sie motiviert, Hautärztin zu werden?

Frau Dr. Moers-Carpi: Ich sage immer: Ich bin Dermatologin geworden, weil ich Flecken nicht ausstehen kann. Aber im Ernst: Die Haut ist unser größtes Organ und damit schon mal sehr spannend. Besonders fasziniert mich aber, dass sich in der Dermatologie Ästhetik und Medizin überschneiden. Dadurch hat meine Arbeit ein sehr breites Spektrum – und zwar nicht nur was Diagnostik und Therapie betrifft, sondern auch meine Patienten.

Zu mir kommen Menschen aus allen Altersgruppen: junge Leute mit Akne, Menschen mittleren Alters mit Allergien oder Ältere wegen der Muttermalkontrolle. Ich kann also vielen unterschiedlichen Menschen helfen. Dank moderner Medikamente und neuen Therapien muss heute zum Beispiel niemand mehr unter Pickeln oder Akne-Narben leiden.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Frau Dr. Moers-Carpi: Was mir am meisten Freude macht, ist, dass man als Hautarzt Erfolge sieht, vor allem natürlich im ästhetisch-dermatologischen Bereich. Ich kann zum Beispiel Falten reduzieren oder die Mundpartie schöner formen. Die Herausforderung liegt in diesem Bereich dann darin, nicht „zu viel“ zu machen, damit das Ergebnis immer noch natürlich wirkt. Aber auch im dermatologisch-medizinischen Bereich gibt es Herausforderungen.

Hier stehe ich fast täglich vor der Entscheidung: Schneide ich ein Muttermal nun heraus oder nicht? Denn selbstverständlich will ich dem Patienten keine unnötige Narbe zufügen, andererseits aber auch nichts übersehen. Dafür braucht es viel Erfahrung, und man muss sich für jeden Patienten Zeit nehmen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Dr. Moers-Carpi: Dazu fällt mir ehrlich gesagt nichts ein. Vielleicht habe ich einfach Glück, aber keiner meiner Patienten hat je Vorurteile gegenüber mir, meinen Mitarbeitern oder meiner Praxis geäußert. Im Gegenteil: Ich freue mich immer wieder, wieviel Vertrauen mir meine Patienten entgegenbringen, und darüber, dass viele eine weite Reise auf sich nehmen, um sich bei uns behandeln zu lassen.

© Moers-CarpiDer Wartebereich in der Praxis von Frau Dr. Marion Moers-Carpi (© Moers-Carpi)jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Frau Dr. Moers-Carpi: Das Wichtigste ist zunächst einmal, dass man die Entscheidung für eine Therapie gemeinsam mit dem Patienten trifft. Als Arzt muss ich ihn überzeugen, dass er diese Therapie möchte, denn die intrinsische Motivation spielt für das Durchhaltevermögen eine große Rolle. Außerdem ist es wichtig, dass man den Patienten auf seinem Weg begleitet, zu einer Art „Verbündetem“ für ihn wird.

Und schließlich glaube ich an Belohnungen: Wenn der Patient innerhalb der Therapie eine Etappe geschafft hat, sollte er sich ein „Bonbon“ gönnen. Für den Einen ist das vielleicht ein Kinobesuch, für den Anderen ein Urlaub, für den Dritten einfach ein Stück Schokolade.   

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Frau Dr. Moers-Carpi: Ich bin ein Freund von offenen Worten. Wenn ein Patient mir sagt, er schafft es nicht, den Therapieplan einzuhalten, dann müssen wir eben einen anderen Weg suchen. Es gibt schließlich viele Therapiemöglichkeiten und Ansätze. Und je mehr davon man als Arzt kennt, desto eher wird man einen Weg finden, der für den Patienten funktioniert.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Frau Dr. Moers-Carpi: Ich würde sicherstellen, dass akute Probleme auch akut behandelt werden können. Das heißt: Ein Patient sollte die Möglichkeit haben, schnell einen Facharzt zu konsultieren. Es kann nicht sein, dass jemand akute Beschwerden hat und dann einen Termin in drei Monaten bekommt.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Frau Dr. Moers-Carpi: Ein guter Arzt sollte über Kommunikationsfähigkeit, Empathie eine positive Einstellung den Menschen gegenüber verfügen. Als Arzt muss ich zum Beispiel in der Lage sein, eine unangenehme Diagnose so rüberzubringen, dass der Patient sie annehmen kann – und das erfordert Feingefühl. Außerdem sollte der Patient stets das Gefühl haben, dass sein Arzt ihm zuhört. 

Ich persönlich würde es außerdem begrüßen, wenn wir Ärzte offener für einen gegenseitigen Austausch wären. Ich glaube, von einer stärkeren Vernetzung untereinander könnten alle profitieren.

© Moers-CarpiDas Behandlungszimmer ist auf dem neusten Stand der Technik (© Moers-Carpi)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Frau Dr. Moers-Carpi: Wenn es etwas Neues gibt und sich diese Therapie oder Technologie als erfolgreich erweist, dann wende ich sie in meiner Praxis eigentlich immer an. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das Thema Plasma: Plasma ist der vierte Aggregatszustand und eine neue Therapiemethode zur Straffung der Haut, insbesondere bei Schlupflidern. Eine Methode, mit der sich der Patient eine OP ersparen kann – das hat mich gleich begeistert.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Moers-Carpi: Einmal kam eine Patientin zu mir in die Praxis, um sich Botox spritzen zu lassen. Es war Sommer, sie trug ein ärmelloses Kleid, und ich konnte auf ihrem Arm einen sehr großen braunen Fleck sehen – ein malignes Melanom, also Hautkrebs, wie sich herausstellte. Das werde ich nie vergessen. Denn wäre die Frau nicht wegen einem ästhetischen Anliegen zu mir gekommen, würde sie heute wahrscheinlich nicht mehr leben.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Moers-Carpi: Vor allem einen maßvollen Umgang mit der Sonne. Zu viel Sonne verursacht nicht nur Falten sondern auch Lichtschäden. Deshalb sollte man grundsätzlich vorsichtig sein. Und wenn man dennoch in die Sonne geht, gilt: unbedingt mit Sonnenschutz eincremen.

Mein zweiter Tipp lautet: Schöne, gesunde Haut braucht ganzheitliche Pflege! Das heißt einerseits Pflege von außen durch innovative Kosmetik. Andererseits kann ich meine Haut aber auch von innen nähren: Spritzen oder spezielle Infusionen sind eine tolle Möglichkeit, die Haut mit allem zu versorgen, was sie braucht – einem Vitamin-Cocktail zum Beispiel oder wichtigen Mineralstoffen wie Zink oder Selen.  

Zur Person 

Seit 2004 ist Dr. med. Marion Moers-Carpi mit ihrer Hautarztpraxis und dem Schwerpunkt operative und ästhetische Medizin in München niedergelassen. Bereits als Assistenzärztin hat sie in der Hautklinik des Universitätskrankenhauses in Hamburg eine Spezial-Sprechstunde für Ästhethische Dermatologie aufgebaut. Dr. Moers-Carpi ist weltweit eine der führenden Spezialistinnen für Falten-Auffüllungen und in diesem Spezialgebiet eine anerkannte Expertin und Referentin auf internationalen dermatologischen Kongressen.

Zur Praxis 

Mitten im Herzen von München finden Sie die Praxis von Dr. med. Marion Moers-Carpi und das angeschlossene dermatologische Kosmetikinstitut hautok cosmetics. Praxis-Manager Michael Carpi sorgt mit einem engagierten Team dafür, dass Dr. Moers-Carpi sich voll und ganz auf die ärztlichen Aufgaben und damit die Patienten konzentrieren kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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