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Wann ist eine komplette Tattooentfernung mit dem Laser möglich? Welche Risiken gibt es?

Herr May

von
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© djma_iStockUnerwünschte Tätowierungen wieder vollständig entfernt werden? (© djma_iStock)Der Name einer alten Liebe, ein misslungenes Motiv oder eine Jugendsünde: Um das ungeliebte Tattoo auf der Haut zu entfernen, gibt es viele Gründe, aber nur wenige Methoden. Eine davon ist "Weglasern".


Welche Methode ist die gängigste, um ein Tattoo zu entfernen?

Die Laserbehandlung gilt als die gängigsten Methode um Tätowierungen hautschonend zu entfernen. Der Laser durchdringt dabei die obere Hautschicht. Das Licht wird direkt auf den Bereich gestrahlt, an dem das Farbpigment sitzt. Dadurch wird eine schonende Behandlung gewährleistet.

Um eine Tätowierung vollständig zu entfernen, werden mehrere Sitzungen im Abstand von jeweils ca. vier Wochen benötigt.

Eine Alternative ist die chirurgische Entfernung. Diese Methode bietet sich bei Tätowierungen mit eher länglichen Formen an, wie z.B. einer Schwertform. Vorteil dieses Verfahrens ist der Zeitfaktor. Bei einer kleinen Tätowierung reicht meist eine einzige Operation aus, um sie vollständig zu entfernen.

Welche Methode die optimale ist, wird vorab besprochen. Die chirurgische Methode ist aber fast immer die zweitbeste Möglichkeit.


Wie funktioniert die Laserbehandlung?

Laserlicht wird selektiv im Bereich der Tattoofarbe absorbiert, wodurch das Hautgewebe aufgesprengt wird. Das Gewebe wird quasi aufgelockert, was zur Folge hat, dass das bestrahlte Pigment befreit wird. Dadurch wird eine gewisse Farbteilschicht erreicht, in der das befreite Farbpigment für die Lymphflüssigkeit zugänglich ist und vollständig ausgeschieden werden kann. Im Anschluss hellt das Tattoo deutlich auf. Daher benötigt die Haut zwischen den Behandlungen eine Regenerationszeit von ca. vier Wochen.

Nach dieser Zeit folgt die nächste Behandlung. Da nun im oberen Bereich keine Farbpigmente mehr vorhanden sind, dringt das Laserlicht tiefer in die Haut ein und der Sprengeffekt findet nun dort statt. Dieses Behandlungsprinzip wiederholt sich, bis das erwünschte Ergebnis erreicht ist und alle Farbpigmente vollständig entfernt sind.


Ist eine vollständige Tattooentfernung überhaupt möglich?

Eine vollständige Entfernung der Tätowierung ist heute grundsätzlich möglich. Ausschlaggebend dafür ist jedoch, welche Tätowierfarben verwendet worden sind. Ein schwarzes Tattoo ist am einfachsten zu entfernen, da diese Farbe die meiste Energie absorbiert. Andere Farben sind prinzipiell schwieriger zu beseitigen.

Richtig schwierig wird es bei Gelb- und hellen Rottönen. Die Tätowierung kann dann nicht mehr vollständig mit dem Laser entfernt werden.

Auch die Hautfarbe ist ein wesentlicher Aspekt bei der erfolgreichen Tätowierungsentfernung. Die beste Ausgangslage ist die natürliche Hautfarbe.

© Anna Omelchenko - FotoliaEin Tattoo kann am besten auf der natürlichen Hautfarbe entfernt werden (© Anna Omelchenko - Fotolia)Vor Behandlungsbeginn empfehlen wir daher immer, die Haut nicht zu bräunen. Generell kann man sagen, dass Hauttypen von 1 bis 3 gut geeignet sind. Das sind europäische Hauttypen von sehr hell bis mittelhell, die zwar schon Pigmente vorweisen, aber noch nicht so viele, dass sie bei der Tätowierungsentfernung hinderlich wären.

Problematisch wird es erst ab Hauttyp 4. Bei diesem Typ ist sehr viel Pigment in der Haut. Hier können höchstens kleine Tätowierungen behandelt werden. Außerdem muss zunächst das Hautfarbpigment reduziert werden, um an das Farbpigment der Tätowierung zu gelangen. Diese Behandlung ist möglich, aber nicht einfach.


Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Die erste Nebenwirkung, die Sie direkt bei der Behandlung erfahren, ist der Schmerz. Bei größeren Tätowierungen erhalten Sie häufig eine oberflächlich wirkenden Betäubungscreme. Sie vermindert den Schmerz deutlich und die Behandlung lässt sich gut aushalten.

Andere typische Nebenwirkungen, die man bereits während der Behandlung sieht, sind die Rötungen und ein leichtes Anschwellen der Haut. Es kann zu Krusten- und Blasenbildung kommen. Eine Krustenbildung hängt vom Hauttyp und von der Hautfärbung ab. Je dunkler eine Hautfarbe ist, umso eher bildet sich nach der Behandlung eine Kruste. Eine Blasenbildung ist nicht die Regel, kommt jedoch häufig bei größeren und kompakten Flächen vor. Dann ist die Behandlung für die Haut eine Belastung und sie reagiert teilweise über. Eine Blasenbildung ist grundsätzlich kein großes Problem und heilt im Allgemeinen sehr gut ab.

Eine weitere Nebenwirkung ist die Unter- oder Überpigmentierung der Haut. Eine Unterpigmentierung entsteht, wenn die Haut im Vorfeld durch die Rubinlaserbehandlung aufgehellt wurde. Diese Aufhellung gleicht die Haut aber von alleine wieder aus, weil die Melanozyten nicht angegriffen werden. Sie überleben jede Behandlung und produzieren auch weiterhin neues Pigment. Sie müssen daher nach der letzten Behandlung auch bewusst UV-Licht an die Haut kommen lassen, damit sie wieder neues Pigment produziert. So nimmt die Haut möglichst schnell ihre natürliche Farbe wieder an.

Eine Überpigmentierung wäre eine braune Hautverfärbung. Das können Sie vermeiden, wenn Sie Wasser und zu viel Sonnenlicht am behandelten Bereich vermeiden.

Bei einer Krustenbildung sollten Sie in jedem Fall Kratzen vermeiden, da sich sonst das Narbenrisiko erhöht.


Wie viele Behandlungen braucht man, um ein Tattoo zu entfernen?

Das hängt davon ab, wie viel Farbpigment in der Haut liegt, also wie dunkel eine Tätowierung ist. Schattierte Flächen mit wenig Farbpigmenten können bereits in drei bis vier Behandlungen gut entfernt werden. Bei richtig dunklen Flächen und Konturen werden im Allgemeinen ca. zehn Sitzungen benötigt, um vollständig durch die tätowierte Schicht zu kommen. Bei häufig gestochenen Tätowierungen oder bei sogenannten Cover-ups sind sehr viele Farbpigmente in die Haut eingebracht worden. Hier werden ca. zwölf bis dreizehn Behandlungen benötigt, um die Tätowierung vollständig zu entfernen.

Die Kosten sind für jede Behandlung individuell und hängen von der Größe der tätowierten Fläche ab.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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