Hautkrebs-Screening: So funktioniert die Vorsorge

Dr. Shab

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© DOC RABE Media - fotoliaDie Hautkrebsvorsorge kann dabei helfen, Hautkrebs früh zu erkennen und somit effektiver zu behandeln. (© DOC RABE Media - fotolia)Wie aufwendig ist das Screening und welchen Nutzen bringt es? Diese Fragen sollen im folgenden Artikel geklärt werden. 
   

Hautkrebsvorsorge dauert nur wenige Minuten

Vor der Untersuchung stellt Ihnen der Dermatologe ein paar Fragen zu Ihrem Hautkrebsrisiko. Er möchte beispielsweise wissen, ob Angehörige bereits an Hautkrebs erkrankten und wie häufig Sie sich der Sonne aussetzen.

Im Anschluss untersucht Sie der Arzt von Kopf bis Fuß. Auch die Schleimhäute der Genitalien lässt er nicht aus, denn auch hier kann sich Hautkrebs bilden. In der Regel reichen für die Untersuchung des ganzen Körpers wenige Minuten aus, um Auffälligkeiten zu finden. Nur bei Verdachtsfällen dauert es etwas länger.

Ihr Arzt sollte auch ein Auflichtmikroskop verwenden, das deutlich mehr Feinstrukturen der Haut sichtbar macht. Die gesetzliche Krankenkasse kommt für diese Sonderleistung allerdings nur auf, wenn damit verdächtige Stellen näher analysiert werden.

Auffällige Muttermale können auch anhand einer Videoaufnahme stark vergrößert dargestellt und dadurch besser eingeschätzt und kontrolliert werden. Dafür kommen gesetzliche Krankenkassen nicht auf. Die Selbstzahlerleistung erhöht die Treffsicherheit des Dermatologen und bietet eine bessere Vergleichsmöglichkeit der Muttermale im Verlauf. Private Krankenkassen übernehmen diese Leistungen in der Regel.

Welchen Nutzen hat die Hautkrebsvorsorge?

Hier eine Übersicht, welchen Nutzen sie bringt:

Hautkrebsvorsorge schenkt Sicherheit

Ein Screening kann zwar keine 100-prozentige Sicherheit bieten, aber anhand neuester Technik lassen sich die meisten Hautkrebszellen zuverlässig erkennen. Das ist vor allem für Risikopatienten wichtig. Sie sollten zwar trotzdem auch selbst auf Hautveränderungen achten, können aber auf die Präzision der Highend-Medizin vertrauen.

Sanftere Behandlung dank Früherkennung

Wird Hautkrebs frühzeitig erkannt, ist die Therapie weniger invasiv. Hier ein Beispiel des malignen Melanoms, des schwarzen Hautkrebses: Bei kleinen Hautveränderungen reicht es aus, die Pigmentmale in wenigen Minuten zu entfernen. Aufwendigere Operationen hinterlassen dagegen größere Narben.

Ist der Krebs weit fortgeschritten, kann auch eine Bestrahlung notwendig werden. Bei Metastasen kommen Medikamente dazu, zum Beispiel im Rahmen einer Chemotherapie. Wird der Hautkrebs früh erkannt, sind all diese Verfahren womöglich unnötig – eine Mini-OP reicht aus. 

Weniger Todesfälle?

Experten gingen lange davon aus, dass Hautkrebs dank der Früherkennung seltener mit tödlichen Folgen verbunden ist. Eine Studie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen aus dem Jahr 2015 zeigte allerdings: Obwohl 25 Prozent mehr Hautkrebsfälle diagnostiziert wurden, blieb die Sterberate gleich. Das könnte bedeuten, dass besonders bösartige Zellen nicht erkannt wurden oder dass die Sterberate trotz Zunahme der Erkrankungsraten dank des Screenings stabilisiert werden konnte. Hier besteht also noch Klärungsbedarf.

© Dan Race - fotoliaBesonders auffällige Muttermale sollten regelmäßig durch einen Dermatologen untersucht werden. (© Dan Race - fotolia)Wem nützt das Screening besonders?

Hautkrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Menschen. Etwa 190.000 Deutsche erkranken jedes Jahr daran – und es werden immer mehr. Bis 2030 ist zu erwarten, dass sich die Erkrankungszahlen für den hellen Hautkrebs verdoppeln. Die Vorsorge geht also jeden etwas an.

Besonders Risikogruppen sollten Ihrer Haut Aufmerksamkeit schenken. Ihr Hautkrebsrisiko ist insbesondere erhöht, wenn Sie:

  • blass sind und viele Sommersprossen haben
  • mehr als 40 Muttermale oder Leberflecke haben
  • schnell oder oft Sonnenbrände bekommen
  • Pigmentmale haben, die größer als zwei Millimeter sind oder sich erst kürzlich gebildet haben
  • einen nahen Verwandten haben, der an Hautkrebs erkrankt ist

Wenn Sie zur Risikogruppe gehören, ist es wichtig, jährlich am Hautkrebs-Screening teilzunehmen.

Fazit

Die Hautkrebsvorsorge ist nur mit geringem Aufwand verbunden: Innerhalb weniger Minuten prüft der Dermatologe, ob es Auffälligkeiten gibt. Gleichzeitig bringt die Untersuchung einen großen Vorteil mit sich. Denn je früher man Hautkrebs erkennt, desto sanfter ist die Therapie. Hautkrebsvorsorge ist in jedem Alter wichtig, denn Tumore kennen keinen Altersunterschied.

Auf einen Blick

Dauer: in der Regel wenige Minuten
Schmerzen: keine
Erfolgsrate: durch das Screening lässt sich Hautkrebs bereits in einem frühen Stadium erkennen, die Therapie fällt so weniger invasiv aus.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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