Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Reimar Gabor Domnitz

Herr Domnitz

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© DomnitzHerr Domnitz ist Urologe in Berlin (© Domnitz)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Reimar Gabor Domnitz interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Urologe.

jameda: Herr Domnitz, was hat Sie motiviert, Urologe zu werden?
Herr Domnitz: Die Urologie als „kleines“ operatives Fachgebiet bietet ein großes Spektrum an diagnostisch-therapeutischen Möglichkeiten sowie den über Jahre begleitenden Kontakt zu meinem Patienten – das schätze ich sehr.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Domnitz: Nach einem längeren Urlaub oder auch am Montag freue ich mich bereits auf die Praxistätigkeit mit meinem wunderbaren Team. Meine Kollegin Frau Dr. Hardung als auch meine Mitarbeiterinnen sind sehr engagiert, motiviert und jederzeit fachlich top ausgebildet. Davon profitieren wir alle, vor allem die Patienten und unser gutes Praxisklima. Das ambulante Operieren ist für mich unverzichtbar, quasi wie ein Hobby.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Domnitz: Patienten haben oft kein Gefühl für organisatorische Belange als auch für die staatlich geregelte Finanzierung im Rahmen des GKV-Systems mit Budgetierung, Deckelung etc. Der Wert einer medizinischen Leistung ist für Patienten leider intransparent und damit oft überbewertet.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 
Herr Domnitz: Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen haben nicht nur organische Probleme, sondern häufig auch eine starke psychogene Kompetente in der Krankheitsbewältigung. Ich nehme mir gerne Zeit, um dem Patienten das Licht am Ende des Krankheitstunnels zu zeigen und motiviere ihn, weiterzumachen – so fühlt er sich mit seinen Krankheitsproblemen nicht allein gelassen. Durch Familie, Freunde und Sport lässt sich zudem viel kompensieren. Ich habe jederzeit ein offenes Ohr für die Nöte meiner Patienten.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Domnitz: Gerne erläutere ich dem Patienten die empfohlene Therapie, beantworte Fragen zur Wirksamkeit und zu Unverträglichkeiten. Ich versuche, zu vermitteln und die Notwendigkeit darzustellen und immer kooperativ zu sein, d.h., ich nehme auch Bedenken des Patienten ernst. Aber das letzte Wort hat selbstverständlich der aufgeklärte Patient.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Herr Domnitz: Ehrliche Antwort? Im BMG würde ich als Minister gerne einen Arzt sehen, der das System auch vollumfassend kennt, nicht Berufs-Politiker, die wahllos austauschbar sind, aber leider ohne Expertise. Ich behaupte Herr BM Gröhe weiß nicht, wie das KV System mit RLV; QZV; Regressen, Abstaffelungen etc. strukturiert ist. Außerdem würde jeder GKV Patient eine Rechnung nach dem 1,0-fachen GOÄ Gebührensatz erhalten. Das schafft Transparenz und Vertrauen!

© DomnitzPraxisimpressionen (© Domnitz)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Domnitz: Unsere Praxis ist technisch auf dem modernsten Stand, wir verwenden Video-Urethrozystoskopie mit flexiblen Instrumenten sowie die Doppler-Sonografie. Zudem machen wir die Prostata-Stanzbiopsie in Lokalanästhesie fast schmerzfrei und die Vasektomie bieten wir auch als non-scalpell Methode an.  

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Domnitz: Wir haben aufgrund unserer Lage in der City-Ost unweit vom Alexanderplatz viele Politiker als auch bekannte Schauspieler und Regisseure. Ein Patient in besonderer Erinnerung war ein Herr, der bis ins hohe Alter von 106 Jahren kerngesund war und nur zum Erzählen in die Praxis kam - ein Herr der alten Schule, immer wie aus dem Ei gepellt, vielseitig interessiert und hochgebildet. Er hat wunderbar aus der Kaiserzeit, der NS Zeit und auch der Nachkriegszeit berichten können.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Domnitz: Ernähren Sie sich bewusst kalorienreduziert, denken Sie positiv, bewegen Sie sich viel und gehen Sie wenigen passive Aktivitäten wie z.B. Fernsehen schauen nach. Lesen Sie lieber abends ein Buch oder trinken Sie mit Freunden einen Rotwein. Nehmen Sie sich außerdem regelmäßig Auszeiten zur Regeneration Ihres Körpers sowie Ihres Geistes.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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