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Schmerzen beim Gehen - 6 Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose im Sprunggelenk

Dr. Galla

von
verfasst am

© bilderzwerg - fotoliaEine Arthrose im Sprunggelenk macht sich vor allem durch Schmerzen beim Gehen bemerkbar. (© bilderzwerg - fotolia)Wenn jeder Schritt zur Qual wird, weil das Sprunggelenk schmerzt, kann das ein Anzeichen für eine Arthrose sein. Nach dem Knie- und Hüftgelenk ist das Sprunggelenk das dritthäufigste Gelenk des Menschen, das von Arthrose betroffen ist.


Was ist Arthrose?

Der Verschleiß des Sprunggelenks wird als Arthrose bezeichnet. Sie führt dazu, dass sich die Knorpelschicht, die im Gelenk als „Stoßdämpfer“ und Gleitschicht dient, abnutzt und immer weiter abnimmt. In fortgeschrittenen Fällen ist der Knorpel vollständig abgerieben und die Knochenflächen liegen frei. Von der Arthrose können entweder nur Anteile im Gelenk betroffen sein oder die gesamte Gelenkoberfläche.

Wie entsteht eine Arthrose im Sprunggelenk?

Der Verschleiß im Sprunggelenk hat viele Ursachen. Eine Arthrose kann z.B. nach einem Unfall des Sprunggelenks entstehen. Auch wenn ein Knochenbruch gut verheilt ist, können Schäden in der Knorpelschicht zurückbleiben, die in der Folge weiter zunehmen und Schmerzen verursachen. Des Weiteren kann häufiges Umknicken zu einer Arthrose führen, da hier immer wieder der schützende Knorpel verletzt wird und sich vorzeitig „abreibt“.

Ein weiterer Grund für eine Arthrose-Entwicklung im Sprunggelenk sind Achsenfehlstellungen. Die Schiefstellung des Gelenks sorgt dafür, dass an bestimmten Zonen mehr Druck auf dem Knorpel ist, er dauerhaft überlastet wird und sich schneller abnutzt. Diese Überbeanspruchung einzelner Gelenkareale mündet oftmals in einer Arthrose. Weitere Ursachen sind rheumatische Erkrankungen und der altersbedingte Gelenkverschleiß.


Wie macht sich die Arthrose im Sprunggelenk bemerkbar?

Die typischen Symptome bei einer Sprunggelenksarthrose sind Schmerzen beim Gehen. Das macht sich vor allem bei der Abrollbewegung bemerkbar. Anfangs treten die Symptome meist nur sporadisch und beim Anlaufen auf, nehmen dann aber zu und halten dann unter der Belastung permanent an.

Darüber hinaus bemerken die Patienten auch häufig eine Schwellung der Knöchelgabel. Schreitet die Arthrose fort, kommt es oftmals auch zu Ruheschmerzen. Sie treten auch auf, wenn das Sprunggelenk nicht belastet wird. Oftmals berichten die Patienten in diesem Stadium auch über Schmerzen nachts, wenn das Gelenk gar nicht bewegt wird. Im weiteren Verlauf nimmt der Bewegungsumfang des Sprunggelenks ab. Der Fuß kann im Vergleich zur gesunden Seite weniger gesenkt und gehoben werden und steift ein.

© Andres Rodriguez - fotoliaDer Facharzt stellt fest, ob eine Arthrose vorhanden ist und welche Behandlung am besten in Frage kommt. (© Andres Rodriguez - fotolia)Wie stellt der Arzt eine Arthrose im Sprunggelenk fest?

Um eine Arthrose festzustellen, muss das Gelenk untersucht werden. Bei der Untersuchung lassen sich die oben genannten Symptome feststellen. Zur weiteren Beurteilung wird eine Röntgenuntersuchung des Sprunggelenks durchgeführt. Um die Knorpelschicht und das genaue Ausmaß der betroffenen Gelenkanteile besser abschätzen zu können, ist meist eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) sinnvoll. Hier lässt sich der Schweregrad einer Arthrose sehr gut erkennen.

6 Behandlungsmöglichkeiten, die bei Sprunggelenkarthrose helfen können

Die Behandlungsoptionen richten sich nach den Symptomen und dem Schweregrad der Sprunggelenkarthrose.

  1. Anfänglich können die Physiotherapie und die Schmerzmitteleinnahme bei Bedarf die Situation verbessern. Allerdings werden damit nur die Symptome behandelt und nicht die Arthrose als Ursache behoben.
  2. Um das Gehen bei einer schmerzhaften Sprunggelenkarthrose zu vereinfachen, sind Zurichtungen am Schuh hilfreich. Mit sogenannten Abrollhilfen, die in die Sohle eines Schuhs eingearbeitet werden, soll - wie der Name schon sagt - das Abrollen für das schmerzhafte Sprunggelenk erleichtert werden.
  3. Schmerzlindernd wirken Injektionen mit Hyaluronsäure. Dieses Mittel wirkt wie eine Art „Gelenkschmiere“, so dass die Reibung an den rauen Knorpelflächen abnimmt.
  4. Als neueren Therapieansatz gibt es seit einigen Jahren die Injektionen mit plättchenreichem Plasma (sog. PRP). Dabei werden aus dem Blut des Patienten Zellen und Wachstumsfaktoren gewonnen, die in das betroffene Gelenk gespritzt werden. Durch die lokale Therapie reduziert sich die Gelenkentzündung und somit auch der Schmerz. Auch die Beweglichkeit des Gelenks verbessert sich. Diese Injektionen sollten von einem Facharzt, der Kenntnisse des Sprunggelenks hat, durchgeführt werden.
  5. Ist die Arthrose fortgeschritten, sind meist operative Maßnahmen erforderlich. Mit einer Gelenkspiegelung können die Knorpelflächen geglättet, entzündetes Gewebe entfernt und Knochenkanten geglättet werden.
  6. In ausgeprägten Fällen ist eine solche arthroskopische Behandlung nicht mehr möglich. Dann kommen entweder Kunstgelenke oder Versteifungsoperationen zur Anwendung.

Um die geeignete Behandlung zu wählen, ist eine sorgfältige Untersuchung und eine ärztliche Beratung erforderlich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


18.04.2019 - 19:46 Uhr

Sehr geehrte Frau Dr. Galla, ich habe eine...

von Simone K.

... komplexe neurogene Fußdeformität, verursacht durch ICP. Der Spitzfuß wurde durch eine Achillotenotomie im Alter von 6 Jahren korrigiert. Lt. MRT Sprunggelenk Mai 2018 intakte Sehnen, Bänder, Knorpel. Röntgen Fuß Oktober 2018 v. a. degenerative Veränderungen der Lisfrancreihe, ansonsten keine wesentlichen arthrotischen Veränderungen. Ferse Saltzman 11 Grad Varus. USG, OSG keine wesentl. arthtrot. Veränderungen, keine Osteodestruktion. Durch die Varusfehlstellung des USG kommt es zu vermehrtem Umknicken nach außen bei unebenem Boden. Der Fuß tritt stark über die Außenseite auf (Ballenhohlfuß) Beweglichkeit im OSG Neutralstellung wird nicht erreicht und im USG weitestgehend versteift (1/5). Außerdem Rezidiv Spitzfuß 5 - 10 Grad. Es müsste in einer komplizierten OP das USG versteift, das Fersenbein umgestellt, der 1. Strahl angehoben und die Achillessehne verlängert werden, um eine plantigrade Fußstellung zu erreichen. Bis jetzt habe ich nur gelegentl. leichte Schmerzen am Fußspann, welche mich nicht weiter einschränken, Gehstrecke unbegrenzt. Kann ich den Fuß noch so lassen oder müsste eine OP erfolgen, um den jetzigen Zustand zu erhalten? Bin 43 Jahre alt. Vielen Dank und freundliche Grüße

Dr. Galla

Antwort vom Autor am 23.04.2019
Dr. med. Mellany Galla

Sehr geehrte Frau K., besten Dank für Ihre sehr ausführliche Darstellung. Um einen Status zu erheben, ist allerdings immer eine körperliche Untersuchung und auch eine Durchsicht der Röntgen- und MRT-Bilder und auch ggf. CT-Bilder wichtig. Ich rate Ihnen daher zur Klärung Ihrer Frage zu einer Vorstellung bei einem Orthopäden/Chirurgen, der auf die Behandlung von Erkrankungen des Fußes und Sprunggelenks spezialisiert ist. Mit freundlichen Grüßen Dr. Mellany Galla

16.01.2019 - 17:29 Uhr

Nach o.a. Ausführungen würde ich mich laienhaft...

von Anita G.

... ausgedrückt bei den Betroffenen mit "Arthrose im Sprunggelenk" einordnen. Der frühest mögliche MRT-Termin ist leider erst am 05.02.2019 (habe mich bereits als '"Springer" notieren lassen). Gerne wüsste ich, ob ich meinem Fuß (den Schmerzen entsprechend) belasten darf oder Schonung ratsam wäre. Vielen Dank für Ihre Mühe. MfG

Dr. Galla

Antwort vom Autor am 19.01.2019
Dr. med. Mellany Galla

Unabhängig davon, ob tatsächlich eine Arthrose besteht oder eine andere Ursache für Ihre Beschwerden vorliegt, ist es ratsam, das Gelenk aktuell nur bis zur Schmerzgrenze zu belasten, bis die Ursache geklärt ist. Mit freundlichen Grüßen Dr. Mellany Galla

14.10.2018 - 20:51 Uhr

Diese sog. PRP Methode, wie lang hält diese...

von B.Andres

... Wirkung an oder reicht da schon eine Behandlung? Sind da Komplikationen bekannt und wenn ja, welche?

Dr. Galla

Antwort vom Autor am 19.10.2018
Dr. med. Mellany Galla

Die Wirkung der PRP-Injektionen ist zum einen patientenindividuell und hängt zum anderen auch vom Ausprägungsgrad der Arthrose ab. Gelegentlich sind 2-3 Injektionen erforderlich, bis eine Wirkung eintritt. Bei der PRP-Behandlung wird das Plasma in das Gelenk eingespritzt. Sie werden vom behandelnden Arzt vorher über etwaige Risiken einer Gelenkinjektion aufgeklärt. In jedem Fall sollte vorher eine sorgfältige Untersuchung des Gelenks erfolgen, um die Chancen einer solchen Behandlung abzuschätzen.


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