Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. Detzel

Dr. rer.nat. Detzel

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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Detzel interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Heilpraktikerin.

Jameda: Frau Dr. Detzel, was hat Sie motiviert, Heilpraktikerin zu werden?

Frau Dr. Detzel: Ich wollte mein chemisches und biochemisches Verständnis, das ich im Rahmen meines Studiums der Chemie erworben habe, sinnvoll und im Dienste der Gesundheit des Menschen einsetzen. Die komplexen, biochemischen Zusammenhänge im menschlichen Organismus haben mich stets interessiert.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie  die größten Herausforderungen?

Frau Dr. Detzel: Den Menschen in ihrer aktuellen Krankheits- und Lebenssituation zu helfen. Naturwissenschftlich fundiert, pragmatisch, niemals dogmatisch und ihre körperliche wie seelische Ebene zu stärken. Freude bereitet mir die Resonanz der Patienten. Ich verstehe die Arbeit mit meinen Patienten nicht nur als reine Behandlung auf körperlicher Ebene, sondern vielmehr als Begegnung mit dem gesamten Menschen, der Wahrnehmung seiner körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse. 

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Dr. Detzel: Dass Heilpraktiker keine Kenntnisse über die biochemischen Zusammenhänge im Körper haben und eine fundierte Diagnostik in der Heilpraktikerpraxis nicht durchgeführt wird. Heilpraktiker haben doch nichts mit Chemie am Hut! Dabei ist doch alles Leben auf der Welt chemisch und physikalisch begründet und gesteuert.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Frau Dr. Detzel: Die Naturheilkunde ist eine Art „Mitmachtheater“ und erfordert ein Mindestmaß an Mitarbeit und Durchhaltevermögen. Aber es lohnt sich, sich für seine Gesundheit einzusetzen. Sie ist eines der wichtigsten Güter, das wir bewahren oder wiederherstellen sollten. 

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Frau Dr. Detzel: Ich suche das empathische Gespräch mit dem Patienten. Ein Gespräch, das die Motivationen und Erwartungen des Patienten beleuchten soll. Woher kommen die Hindernisse? Lassen sie sich mit meiner Hilfe beheben?

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Frau Dr. Detzel: Ich würde den Bereich der Prophylaxe stärker in den Fokus rücken wollen.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Frau Dr. Detzel: In meiner Praxis erwartet Sie das gesamte Spektrum modernster Labordiagnostik für Blut, Stuhl, Urin und Speichel. Ich arbeite ausschließlich mit zertifizierten und renommierten Laboren zusammen. Neben den Standardblutwerten gibt es heute eine Vielzahl von labordiagnostischen Spezialuntersuchungen, wie z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Stoffwechselstörungen, die je nach Symptomatik wichtige zusätzliche Informationen hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Patienten liefern können. Eine zielgerichtete Therapie kann damit leichter begonnen werden.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Detzel: Ja, das gab es. Vor zwei Jahren rief eine Patientin an und bat um Rat. Ihr elfjähriger Sohn leide laut Kinderarzt an ADHS. Sein Verhalten in der Familie sei so auffällig belastend, dass sie befürchtet, dass ihre Ehe daran zugrunde gehen würde. Auch die schulischen Leistungen des Jungen wurden beklagt. Eine von mir durchgeführte Mikronährstoffanalyse ergab diverse Defizite. Außerdem wurde eine Unverträglichkeit auf Milch, Ei und Gluten ermittelt. Seit dem dritten Lebensjahr litt der Junge an so starkem Aufstoßen, dass es zeitweise zu Erbrechen kam. Der Junge arbeitete hervorragend mit und hielt sich an die Umstellung der Nahrung und nahm regelmäßig seine Mineral- u. Vitamintabletten ein. Nach vier Wochen erhielt ich eine rührende Nachricht der Mutter. Sein Aufstoßen sei fast ganz verschwunden, er ist ruhiger und konzentrierter geworden. Die ganze Situation habe sich erfreulich entspannt.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Detzel: Ich bin der Ansicht, dass Gesundheit nicht nur dann besteht, wenn keine Symptome vorhanden sind, sondern dass allumfassende Gesundheit bedeutet, dass der Körper frei von Schlacken und überschüssigen Säuren ist und die Vitalstoff- und Mikronährstoffdepots ausreichend gefüllt sind. Krankheit beginnt nicht erst mit dem Auftreten von Symptomen, sondern für uns unbemerkt und bereits viel früher. Daher liegt einer meiner Behandlungsschwerpunkte in der Regulierung von Stoffwechselvorgängen, der Entgiftung und Entsäuerung im Sinne der Prävention und der Therapie von Krankheiten.

Daher meine Empfehlung: So wie viele ein bis zwei Mal pro Jahr zur profesionellen Zahnreinigung gehen, würde ich jedem im Frühjahr und Herbst eine Kur zur Entgiftung/Entsäuerung empfehlen.

Zur Person

Heilpraktikerin in eigener Praxis seit fünf Jahren

Dozentin für :

  • „Innere Medizin“ sowie „Psychologie/Psychiatrie“ an einer Heilpraktikerschule
  • diverse Bereiche der Naturheilkunde
  • im Bereich ästhetischer Medizin

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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