Kneipp Gesundheitslehre in Theorie und Praxis

Herr Franke

von
verfasst am

Die Kneipp-Vereine sind sogenannte Gesundheitsvereine die sich zur Aufgabe gemacht Gesundes Leben zu lehren zu Fördern und zu leben.


Nach dem Begründer Pfarrer Sebastian Kneipp der am 17.05 1821 in Stefansried geboren wurde. Aufgrund seiner Entbehrungen in seiner Jugend erkrankte er mit 23 Jahren 1844 an Lungentuberkulose und wird von den Ärzten aufgegeben. 1848 schließt Kneipp das Gymnasium in Dillingen/Donau ab, und beginnt das Theologiestudium. 1849 bei einem Studienaufenthalt in München entdeckt Kneipp in der Hofbibliothek ein Büchlein „Unterricht von Kraft und Wirkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen“ von Johann Siegmund Hahn, Phil.& Medic Doctor und Practicus in Schweidnitz. Nach dessen Ratschlägen nimmt er während der Wintermonate kurze Tauchbäder in der Donau bei Dillingen und überwindet seine Krankheit.
1850 erhält Kneipp am Herzoglichen Georgianum zu München einen Freiplatz. Dort verabreicht er an zwei erkrankten Alumen (Schüler) erfolgreiche Güsse.  1886 erscheint sein Buch „Die Wasserkur“ und wird in kurzer Zeit in mehr als 10 Sprachen übersetzt. Der Zustrom von Heilsuchenden kam über viele Jahre aus aller Welt zu Ihm, die er erfolgreich behandelte.  Am 05.05 1897 nimmt Kneipp an der Beisetzung des Pfarrers von Ottobeuren teil, und erkältet sich wovon er sich nicht mehr erholte. Am 01.06.1897 hält er seinen letzten Vortrag die Krankheit verschlimmert sich, er verstirbt am 17.06.1897 76jährig und wird in Wörishofen am 21.06.1897 unter großer Teilnahme beigesetzt.

Die Kneipp – Vereine gehen um die Welt und verbreiten die Lehren von Pfarrer Kneipp bis Heute.

© Kzenon - Fotolia.com© Kzenon - Fotolia.comSebastian Kneipp`s Auftrag lautet gestern wie heute:

„Ich will, dass meine Lehre allen Menschen zuteilwerde. Dies ist sein Vermächtnis an seine Zeitgenossen und alle, die nachher kamen und kommen werden, um sein Erbe zu bewahren, fortzuentwickeln und weiter zu verbreiten.“

Die Kneippschen Wassergüsse fanden hier ihren Anfang und entwickelten sich bis heute fort um die ganze Welt. Es entstand die Weltweite Kneipp-Bewegung mit vielen Kneipp-Vereinen die die Lehren und Anwendungen von Kneipp vermitteln.

„Auf Grundlage der fünf Fundamente der Kneipp-Bewegung“

1. Hydrotherapie
Die von Kneipp entwickelte Anwendung des Wassers zu Wärme- und Kältereizen bilden ein fein differenziertes, individuell angepasstes System in Form von Waschungen, Güssen, Wickeln, Bädern, auch Kräuterbädern, daneben Taulaufen und Wassertreten, die den Organismus zu positiven regulierenden Reaktionen führen.

2. Bewegungstherapie
Aktive körperliche Bewegung in Form von Gehen, Laufen, gymnastischen Übungen und sportlicher Betätigung – vorbereitend und unterstützend dazu Massagetherapien – bleibt unerlässlich. Sie trägt vor allem dazu bei, das Herz-Kreislaufsystem zu stärken, die vegetativen Funktionen zu harmonisieren und die Psyche zu entspannen.

3. Ernährungstherapie
Die von Kneipp gelobte „einfache, nahrhafte Kost“ ist, im Einklang mit den heutigen Erkenntnissen der modernen Ernährungslehre, eine hochwertige, naturgerechte Voll kost ohne Einseitigkeiten und bildet auch die Basis für verschiedene Diätformen, wie Kranke-, Reduktions- und Schonkost.

4. Phytotherapie
Die empfohlene Anwendung von Heilkräutern, innerlich in Form von Tee oder Saft, äußerlich in Form von Salben, Ölen, Einreibungen oder Zusätzen zu Wickeln und Bädern konnte in ihrer Wirksamkeit dank neu geschaffener Nachweisverfahren objektiviert werden und kann vorbeugend und heilend dem Organismus helfen.

5. Ordnungstherapie
Lebensordnung und Gesundheitsbildung muss als wichtiger Bestandteil der Kneipp`schen Lebens- und Heilweise, angesehen werden. Sie umfasst, natürliche Lebensführung, die der Einheit von Körper, Geist und Seele gerecht wird. Über die physischen Belange des einzelnen Menschen hinaus ruft uns die Ordnungstherapie auch zur Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe und zum Streben nach sozialer und ökologischer Ordnung.

Wasser dient als Vermittler natürliche Lebensreize, steigert die Leistungsfähigkeit, verbessert das Immunsystem, verbessert die Durchblutung, dadurch wird die Krankheitabwehr unterstützt, die Selbstheilungskräfte werden angeregt, und das Körperbewusstsein wird gestärkt.
 

Lebensrhythmus und Ordnungstherapie gehört zusammen, den eigenen Körper Geist und Seele besser kennen zu lernen und ausgewogen nutzen für eine harmonische Lebensgestaltung. Kompromissfähigkeiten entwickeln da wo sie nicht da sind. Man sollte nicht immer sein Unglück werten sondern sein Glück. Wir sollten fortwährend tätig sein. Lassen Sie ihren Geist von Gedanken an Frieden, Mut, Gesundheit, und Hoffnung lenken.


Grundprinzipien von Sorgen:
Erkennen Sie alle Tatsachen von Sorgen, prüfen Sie sorgsam alle Tatsachen der Sorgen- und kommen Sie dann zu einem Beschluss: Was sind die Probleme? Was sind die Ursachen; Was sind mögliche Lösungen für die Probleme; Was ist die beste Lösung, was die schlechteste, was ist ein Kompromiss mit dem ich Leben kann!


Bewegung:
Sinnvoll dosiert und angewendet verbessert Herz-Kreislauf, Kraft, Ausdauer, löst Verspannungen von Körper-Geist und Seele auch  in allen vegetativen Lebensabläufen. Produziert Freude, schüttet Glückshormone aus und stärkt das Selbstwertgefühl baut Stress ab.


Pfarrer Kneipp erkannte unter anderem:
Wer rastet der rostet, Zuwenig und Zuviel ist Narrenspiel, Alles in Maßen genossen lässt für das Alter hoffen usw. Nun möchte ich Anregungen von Pfarrer Kneipp Ihnen mit auf dem Weg geben:

Die Füße haben einen besondere Bedeutung, müssen sie doch ein Leben lang die Last des Körpers tragen, deshalb ist es notwendig dass sie zum Lasttragen abgehärtet werden. Durch Barfuß gehen, und Fußübungen wird der Blutumlauf geregelt die Füße gestärkt. Da wo es eben möglich ist Barfußlaufen ist für Jung und Alt angebracht.

Kneipp verurteilte fußfeindliches Schuhwerk. Denn Füße brauchen Freiraum, brauchen Licht Luft und Sonne.
Wer sie gut pflegt und ihnen günstige Bewegung ermöglicht, bequeme Schuhe schenkt, wird durch gute Durchblutung ein starkes Immunsystem mit einem  Rundum- Wohl- Gefühl belohnt. Weiterhin werden die Unterleibsorgane gestärkt, auch  hilft es zur  Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten, es hilft bei Kopfschmerzen, kräftigt die Fußmuskulatur, und stärkt die Venen- und  Wadenmuskelpumpe.

Wir kennen das so genannte Taulaufen am Morgen, nur  mit warmen Füßen 2-3 Minuten über taufeuchte Wiesen gehen. Für die Wiedererwärmung sollte Wollsocken angezogen werden und weiter sich damit bewegen. Weitere Möglichkeiten wäre der Zimmerspaziergang: Die Füße kurz bis über den Knöchel in kaltes Wasser tauchen, dann ohne die Füße abzutrocknen 5-10 Minuten durch das Zimmer spazieren.

Für die Wiedererwärmung sorgen auch hier Woll-Socken aber damit weitergehen. Auch Fußübungen sind hilfreich zum Beispiel der Schuhplattler vorne und hinten, den Fersenstand, die Fußschaukel, die Fuß raupe, eine Fußmassage, Fußsohlentraining über einen unebenen Boden. Oder auch das Schneetreten im Winter es sollte immer mit warmen Füßen erfolgen, durch den frisch gefallenen Schnee man geht 10-20 Sekunden solange bis ein merkliches Kältegefühl eintritt, dann werden zur Wiedererwärmung Woll-Socken angezogen und so lange im trockenen gegangen bis die Füße und der Körper wieder warm ist. Wo ein Wille ist auch ein Weg! Tagsüber so oft wie möglich barfuß gehen. Nur ein warmer Organismus darf Kältereizen ausgesetzt werden.

Fußsohlentraining über grobe Kiesel stimulieren die Nierenfunktionen; der Gang über Zement aktiviert das Gehirn; spitze Kiesel erreichen Herz und Leber. Die Körpertemperatur steigt um ein Grad an. Die damit verbundene Bessere Durchblutung steigert das allgemeine Wohlbefinden, lindert Verdauungs- und Schlafstörungen.

Es gibt vielfältige Kneipp’sche Anwendungen die in den Kneipp Kurorten unter Anleitung erlernt werden können, wie zum Beispiel:

Der Armguss, der Oberguss, der Rückenguss, der Gesichtsguß, ein Temperaturansteigender Lumbalguss, Sitzbäder mit und ohne Zusätze, Wickel, wir kennen alle die Wadenwickel bei Fieber, Waschungen, Lendenwickel usw. Wassertreten im Tretbecken, in der Badewanne, kaltes Armbad im Waschbecken zu Hause vor dem Schlafen gehen bewirkt oft Wunder, das Wechselfußbad, Wassergüsse mit und ohne Wasserdruck ansteigend, Halswickel, Heusack am Knie, im Nacken, im Schulterbereich sie sehen wir haben selber viele Möglichkeiten in der Vor-und Nachsorge von Beschwerden diese hiermit zu bessern. Das Alte sollte nicht vergessen werden, sondern erhalten werden für die Zukunft.

Zur Beachtung:

1. Wichtigstes Prinzip bei der Anwendung von kalten Wassers ist ein vorher aktiv erwärmter Körper. Arm- oder Fußbad niemals mit kalten Händen oder Füßen beginnen! Wenn Sie also noch nicht warm sind, holen Sie dies durch flotte Bewegung, wie Gymnastik oder Laufen, nach.

2. Armbad und Wassertretbecken sollten nicht unmittelbar hintereinander benutzt werden. Dies wäre physiologisch falsch, weil beide Anwendungen entgegenwirken. Lassen Sie deshalb etwas Zeit dazwischen verstreichen.

3. Beim Armbad beide Arme tief eintauchen bis höchsten 30 Sek. Bis ein starker Kältereiz (Kribbeln oder Ziehen im Arm) eintritt. Anschließend das Wasser einfach abstreifen und die Arme bis zum völligen Abtrocknen bewegen (Armkreisen etc.)

4. Beim Wassertreten die Füße mit jedem Schritt aus dem Wasser heben (Storchengang). Nur solange im Wasser bleiben, bis starker Kältereiz in den Beinen eintritt, nicht länger als eine Minute. Danach Wasser abstreifen und auf der Tretwiese wieder warmlaufen.

Vorsicht bei Blasen- und Nierenleiden!

© kneipp-verein© kneipp-verein

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


03.09.2012 - 18:54 Uhr

Ich schreibe eine Seminarfacharbeit zum Thema...

von Antje Bauersfeld

... Sebastian Kneipp bzw. den Säulen der Bewegung und Ordnung. Mich würde hierbei interessieren, wie das Unterbewusstsein das seelische Befinden beeinflusst. Können Sie mir vielleicht weter helfen?

Herr Franke

Antwort vom Autor am 04.09.2012
Karl-Otto Franke

Sehr geehrte Frau Bauersfeld,ihre Frage, kann man nur beantworten, wenn man den Menschen als Körper Geist und Seele Einheit versteht, ist nicht digitalen Denken oder akademischen Denken zu erklären.Hierzu bedarf es eine seperate Arbeit. Es läßt sich über das Hemsphärenmodel erklären;rechte und linke Gehirnhälfte,rationale und hauptsächlich emotionale Prozesse ablaufen sowie Sympathikus und Parasympaticus Beeinflussung der bei richtiger körperliche Belastung und Anwendungen zum Ausgleich kommt. Karl Otto Franke


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