Rezidivierende oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen bei Frauen

Dr. Naderi

von
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©fotolia-contrastwerkstattHarnwegsinfektionen verursachen häufig Brennen oder Schmerzen beim Urinieren (©fotolia-contrastwerkstatt)Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen. Häufig sind junge und postmenopausale Frauen betroffen. Es wird geschätzt, dass etwa 1-5 % der Frauen unter wiederkehrenden Harnwegsinfektionen leiden und mindestens dreimal pro Jahr eine Harnwegsinfektionen haben. 


Wie macht sich eine Harnwegsinfektion bemerkbar?

Eine Harnwegsinfektionen verursacht häufig Brennen oder Schmerzen beim Urinieren. Wenn eine Blasenentzündung vorliegt, können Patienten zudem blutige oder eitrige Beimengungen im Urin feststellen. Der Urin würde in diesem Fall rötlich oder trübe verfärbt sein.

Charakteristisch ist ein erhöhter Harndrang, wobei Patienten nur kleine Mengen Urin absetzen können und das Gefühl haben, die Harnblase nicht entleeren zu können. Im schlimmsten Fall kann sich im Rahmen einer Harnwegsinfektionen eine Nierenbeckenentzündung entwickeln, bei dem neben Fieber, Schüttelfrost und Flankenschmerzen auch unspezifische Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auftreten können. Wenn eine Nierenbeckenentzündung vorliegt, können Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Blutvergiftung verursachen, die eine lebensbedrohliche Erkrankung ist.


Welche Risikofaktoren in Harnwegsinfektionen sind bekannt?

Bei jungen Frauen zählen Geschlechtsverkehr und die Verwendung chemischer Verhütungsmittel wie Spermizid zu den größten Risikofaktoren. Nach der Menopause entstehen die größten Risiken, wenn sich Restharn bildet. Auch eine Harninkontinenz sowie anatomische Besonderheiten, wie das Vorwölben der Harnblase in die vordere Vaginalwand durch eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, gehören zu den größten Auslösern.

Welche allgemeinen Maßnahmen gibt es zur Vermeidung von Harnwegsinfektionen?

Prinzipiell wird eine Erhöhung der Trinkmenge auf 1,5 bis 2 Liter pro Tag empfohlen, um die Urinmenge zu steigern. Bei Patienten mit bekannter fortgeschrittener Herz-, Leber- oder Nierenerkrankung sollte hinsichtlich der täglichen Trinkmenge immer mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden.

© isa-7777_iStockTrinken Sie viel Flüssigkeit um die Urinmenge zu steigern (© isa-7777_iStock)Es ist bekannt, dass der regelmäßige Konsum von Fruchtsäften, insbesondere aus Beeren, sowie mit probiotischen Bakterien fermentierten Milchprodukten die Häufigkeit von Harnwegsinfektionen senken kann.

Durch den Geschlechtsverkehr können Bakterien in die Harnröhre der Frau gelangen und eine Harnwegsinfektion auslösen. Daher empfielt es sich, nach dem Geschlechtsverkehr die Harnblase zu entleeren. Von einer übertriebenen Intimhygiene ist jedoch abzuraten, da so das schützende Milieu, das durch Laktobazillen vermittelt wird, geschädigt werden kann.

Ferner ist bekannt, dass der Gebrauch von mit Spermiziden beschichteten Diaphragmas oder Kondomen und Intrauterinspiralen das Risiko einer Harnwegsinfektion erhöhen. Wenn die empfängnisverhütenden Maßnahmen verändert werden, sollte dies individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Durch diese allgemeinen Maßnahmen lässt sich die Rate der Harnwegsinfektionen senken. Sollten sie nicht helfen, sollte eine urologische Untersuchung durchgeführt werden. 

Prophylaktische Behandlung mit Antibiotika

Mit einer prophylaktischen antibiotischen Therapie kann das Auftreten von Harnwegsinfektionen um bis zu 95 % verringert werden. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt können Antibiotika mehrere Monate niedrigdosiert als Dauertherapie oder auch in Form einer durch Patienten selbstinitiierten Therapie eingenommen werden, beispielsweise wenn typische Beschwerden auftreten.


Impfung

Zur Vorbeugung von häufig wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfektionen gibt es die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Im Abstand von jeweils ein bis zwei Wochen sind etwa drei Impfungen notwendig, um einen Schutz von etwa einem Jahr zu erreichen. Nach einem Jahr kann eine Auffrischimpfung erfolgen.


Immunstimmulation

Inzwischen gibt es auch Präparate, die die körpereigene Immunantwort stärken. Hierbei wird zur Grundimmunisierung täglich eine Kapsel Escherichia coli Lysat über einen Zeitraum von 90 Tagen eingenommen. Nach drei Monaten wird die Immunisierung aufgefrischt. Häufige Nebenwirkungen in bis zu 10 % der Fälle nach Einnahme des Präparates sind Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit. Ob diese Therapie für den Einzelnen sinnvoll ist, sollte stets mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


20.07.2017 - 14:04 Uhr

Ich habe auch jahrelang an sehr schmerzhaften und...

von Anna

... wiederkehrenden Blasenentzündungen gelitten, die fast immer mit Antibiotika behandelt werden mussten. Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, habe ich nur noch in seltensten Fällen eine Entzündung, und wenn, sind sie immer mit extrem viel Trinken von Wasser und Brennesseltee, sowie Solidagorentropfen in kurzer Zeit zu beseitigen gerwesen. Insgesamt hat die Anti-Baby-Pille zu verherenden Gesundheitsauswirkungen geführt. Schlafprobleme, dauerhaft verstopfte Nase, häufige Erkältungen, extreme Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche, "Wattegefühl" im Kopf, übertriebene allergische Reaktionen auf alles mögliche, sowie starke negative Auswirkungen auf meine Psyche. Nie wieder künstliche Hormone, das Zeug ist Gift für den Körper und es ist unfassbar, wie wenig über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt wird. Der Zerfall stellt sich schleichend ein, deswegen habe ich auch lange nicht die Verbindung zur Pille hergestellt, bis ich sie endlich abgesetzt habe und es mir innerhalb von wenigen Wochen unendlich viel besser ging. Bei häufigen Blasenentzündungen unbedingt ausprobieren, meine Schwester hat sehr ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich.

Dr. Naderi

Antwort vom Autor am 19.08.2019
Dr. med. Amir S. Naderi

Danke für Ihre Meinung. In jedem Fall empfehle ich ein persönliches Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt.


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