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Richtlinien zur Fairness

Zu einem vollständigen Bild gehört auch Kritik. Ob Kritik berechtigt ist, kann nicht jameda entscheiden. Wir sind bei der
Arzt-Patienten-Interaktion nicht vor Ort und die Beurteilung ist eine Frage der subjektiven Einschätzung und des Empfindens der Beteiligten. Wir können jedoch beurteilen, ob sich Inhalte innerhalb des rechtlich Zulässigen bewegen und ob die Sprache unseren Maßstäben für Fairness entspricht.

Welche Inhalte als Verstoß gegen die Richtlinien anzusehen sind, ist nicht exakt für jede Einzeläußerung definierbar. Die Entscheidung darüber treffen speziell qualifizierte Mitarbeiter, ohne den Kundenstatus der betreffenden Ärzte zu berücksichtigen.

Wir lassen Beiträge anonym zu, damit Patienten offen über ihre Erfahrungen bei sensiblen Angelegenheiten wie der persönlichen Gesundheit berichten. Die Anonymität der Verfasser verpflichtet umso mehr dazu, respektvoll und fair in der Beurteilung zu bleiben.

In Hinblick auf die Fairness von Beiträgen gelten folgende Richtlinien:

Respektvoller Umgangston

Auch wenn es Anlass zur Kritik gibt, bitten wir beim Verfassen von Beiträgen Folgendes zu berücksichtigen:

  • Es wird über einen Menschen geurteilt
  • Jeder hat einen Anspruch auf Hilfe, aber niemand eine Garantie für Heilung
  • Oft gibt es mehr als eine Ansicht darüber, welche Diagnose oder Therapie die richtige ist
Die Sprache sollte deshalb bei aller Verärgerung und Enttäuschung grundsätzlich von Achtung der Person gegenüber geprägt und frei von Demütigung, Herablassung und Aggression sein.

Inhalte, die wir als offensichtliche Rechtsverletzung erkennen, akzeptieren wir nicht. Darunter zu verstehen sind Beleidigungen, üble Nachrede, Verleumdung und Inhalte, die Drohungen enthalten, das Recht auf Privatsphäre verletzen sowie hetzerisch, diskriminierend, rassistisch, betrügerisch oder erpresserisch sind. Ebenfalls akzeptieren wir keine Beiträge, die obszön, anstößig oder anzüglich sind.

Konstruktive Kritik

Kritik sollte vor allem beschreiben, was der Patient persönlich erlebt und empfunden hat und nicht zu sehr von der individuellen Erfahrung auf generelle Eigenschaften des Arztes schließen.

Allgemeine Appelle und Warnungen sind zu vermeiden. Gleiches gilt für wörtliche Zitate des bewerteten Arztes, da diesen in Beiträgen der Kontext der Situation fehlt und somit eine erhebliche Verzerrung entstehen kann.

Weitere Hinweise die helfen, Kritik konstruktiv und fair zu formulieren:

  • Mehr auf die Situation (der Behandlung) als auf die Person (des Arztes) eingehen
  • Ich-Botschaften statt auf andere gerichtete Botschaften (z.B. “Ich empfand …” statt “Er ist ….”)
  • Vorsichtiger Umgang mit Superlativen, Übertreibungen und bei der Zeichenverwendung (Text in Großbuchstaben, viele Ausrufezeichen u.ä.)
  • Was kann der betroffene Arzt aus Sicht des Verfassers verändern? Was sollte er vermeiden?

Vorsicht bei schwerwiegenden Vorwürfen

Unter schwerwiegenden Vorwürfen verstehen wir Anschuldigungen bezüglich gravierender Behandlungsfehler und Fehldiagnosen, Schuldzuweisungen bei Todesfällen sowie Vorwürfe im Hinblick auf Sachverhalte, die in den Bereich des Strafrechts fallen (z.B. Vorwurf von Sexual-, Gewalt- oder Betrugsdelikten).

Generell empfehlen wir Patienten in Fällen von schwerwiegenden Verfehlungen eines Arztes, sich abhängig vom Sachverhalt an folgende Stellen zu wenden:

  • Krankenkasse des betroffenen Patienten
  • örtlich zuständige Ärztekammer
  • unabhängige Patienten-Beratungen
  • Polizei
Diese Stellen können Maßnahmen einleiten und andere Patienten schützen. Anonyme Beiträge im Internet sind dazu nicht geeignet. Bei Fragen in diesem Zusammenhang empfehlen wir, sich an einen Rechtsanwalt oder eine kostenlose Rechtsberatung zu wenden.

Bei Veröffentlichung von Beiträgen, die schwerwiegende Vorwürfe enthalten, besteht für die Verfasser und für jameda ein hohes Risiko in Bezug auf die Kosten eines gerichtlichen Verfahrens sowie auf Schadensersatzansprüche zu Gunsten des betroffenen Arztes.

Dem steht gegenüber, dass solche Inhalte im öffentlichen Interesse liegen können. Wir lassen solche Inhalte deshalb unter Umständen zu, wenn wir das öffentliche Interesse gegen das Schadensrisiko abgewogen haben.

Was passiert, wenn Inhalte gegen diese Richtlinien verstoßen?

Wenn Beiträge eine offensichtliche Rechtsverletzung beinhalten, werden sie entfernt oder nicht veröffentlicht.

In uneindeutigen Fällen oder bei weniger schweren Verstößen gegen unsere Richtlinien behalten wir uns vor, Beiträge an die Verfasser mit der Möglichkeit zur Korrektur zurückzugeben. Bei schwerwiegenden Vorwürfen behalten wir uns vor, die Veröffentlichung von der Vorlage von Beweisen abhängig zu machen.

Sofern in solchen Fällen keine Klarheit besteht, bleibt die endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung strittiger Beiträge dem Ergebnis einer etwaigen, durch den Arzt veranlassten Überprüfung gemäß Urteil des Bundesgerichtshof von 2016 vorbehalten.

Authentizität

Patienten-Beiträge sind nur dann hilfreich, wenn die Leser darauf vertrauen können, dass sie von tatsächlichen Patienten des Arztes stammen. Die Inhalte müssen daher immer auf echten Erfahrungen beruhen. jameda ist kein Ort für gefälschte oder beeinflusste Inhalte.

Nützlichkeit

Patienten-Beiträge helfen Menschen auf der Suche nach dem passenden Arzt umso mehr, wenn die Inhalte aussagekräftig und relevant sind. Deshalb wünschen wir uns konkrete Beschreibungen darüber, was die Patienten bei ihrem Arztbesuch erlebt haben, und differenzierte Notengebungen.

Richtlinien zur Nützlichkeit