
Die Natur erwacht, die Tage werden wieder länger und die Temperaturen steigen. Der Frühling kündigt sich an und die Hormone tanzen. Alles dreht sich irgendwie um Erneuerung. Dies fällt genau in die Zeit, in der die guten Vorsätze von Neujahr noch leise nachklingen und die Fastenzeit die eine oder andere Frau zu einer Verschönerungskur inspiriert. Der Winterblues will abgeschüttelt werden.
Doch während das Badezimmer von Repaircremes überquillt und das erste neue Kleid schnell gekauft ist, lächelt das Spiegelbild leider nur gequält zurück ... Die Zähne ... Ja die Zähne bedürften auch einmal einer Optimierung. Da stellt sich so mancher die Frage, ob man auch jenseits der 35/40 noch ein Anrecht auf ein faszinierendes Lächeln hat.
Ich würde sagen: Auf jeden Fall!
Zu keiner Jahreszeit kommen mehr erwachsene Patienten in meine Praxis als im Frühling. Die meisten mit der schüchternen Frage, ob in ihrem Alter denn eine Korrektur der Zahnstellung überhaupt noch möglich sei. Ich sage: Ja! Und fast alles ist möglich.
Wenn man die Presse aufmerksam verfolgt hat, konnte man sehen, dass Hollywoodstars wie Tom Cruise und Celine Dion zwar mit vielen Gaben gesegnet waren, nicht aber mit einer makellosen Zahnreihe. Sie haben die Möglichkeiten der modernen Kieferorthopädie genutzt und ihre "krummen" Zähne im Erwachsenenalter mit Erfolg einer Begradigung unterzogen.
Nun ist nicht jeder erwachsene Patient bereit, sich eine festsitzende Drahtspange in den Mund kleben zu lassen, sei es von außen oder von innen. Früher war dies der Zeitpunkt, an dem ich mit den Achseln zucken musste und betroffen zugegeben habe, dass ich leider nicht Copperfield hieße und zaubern könne. Dann habe ich 2001 von einer aus Amerika stammenden Methode gehört, den sogenannten "Invisalign"-Schienen. Endlich gab es eine Möglichkeit, die schiefen Zähne der Patienten auch ohne eine störende Drahtapparatur wieder in eine ebenmäßige Form zu bringen.
Es handelt sich dabei um durchsichtige dünne Plastikschienen, die praktisch unsichtbar sind und die Sprache nicht behindern. Idealerweise muss man seine Essgewohnheiten nicht verändern und kann die gewünschte Mundhygiene betreiben, da die Schienen ja herausnehmbar sind.
Im vierzehntägigem Rhythmus werden die sogenannten "Aligner" (Schienen) vom Patienten ausgewechselt und so werden die Zähne Schritt für Schritt dorthin bewegt, wo man sie stehen haben möchte.
Eine Behandlung dauert zwischen neun und achtzehn Monaten. Einziger Wermutstropfen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.



