
Yoga: Mit richtiger Haltung und Hilfsmitteln kann die Belastung für die Knie reduziert werden
In der modernen Arbeitswelt absolvieren Menschen häufig einen stundenlangen Sitzmarathon am Schreibtisch. Gerade deshalb lockt die Frühlingssonne Hobbysportler und Büroarbeiter dieser Tage in Stadtparks, wo so manche Wiese zum Übungsplatz eifriger Yoga-Gruppen wird. Die Sportler strecken sich im „Hund“ oder verharren in der Position des „Baumes“ - die Positionen tragen Namen aus der Natur und dem Tierreich. Der als meditativ und körperbezogen bekannte Trendsport birgt allerdings auch unbekannte Risiken. Immer wieder kommen vor allem Frauen in die Knie-Sprechstunde, die sich beim Yoga einen Meniskusriss zugezogen haben.
Mit dem Ziel Geist und Körper in Einklang zu bringen, Verspannungen zu lösen oder chronische Kopfschmerzen zu lindern, besuchen immer mehr Menschen Yoga-Kurse. Grundsätzlich ist Sport gesund, aber leider treten auch beim Yoga Risikosituationen auf, die so manchen Teilnehmer schnell an seine Grenzen bringen.
Mithalten um jeden Preis: Diese Einstellung kehrt den gesundheitlichen Mehrwert der indischen Lehre ins Gegenteil und nährt die Liste der durch Yoga verursachten Verletzungen genauso wie ein Training unter Anleitung schlecht ausgebildeter Fachkräfte, die nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kursteilnehmer eingehen. Manchmal entsteht ein Konkurrenzdenken innerhalb der Gruppe, sodass Übermotivation zu Schäden am eigenen Leib führen kann.
Die überwiegend ruhenden Körperstellungen, im Yoga als „Asana“ bezeichnet, erfordern bewusstes Atmen sowie eine gewisse Körperspannung, die dem Ausführenden Stabilität und Wohlbefinden gleichsam vermitteln soll. Der „Lotus-Sitz“ gilt als eine der bekanntesten und beliebtesten Asanas, bei der beide Beine übereinander geschlagen werden. Anders als beim Schneidersitz sollen die Füße jedoch auf den Oberschenkeln liegen. Gerade diese Übung lässt den Sportler meist schnell erkennen, wenn mit dem Knie etwas nicht stimmt. Ein stechender Schmerz ist Anzeichen für einen Meniskusriss.
Auch einige andere Positionen sind echter Stress fürs Knie. In der Sprechstunde werden im Rahmen von diagnostischen Untersuchungen diese Haltungen sogar bewusst eingenommen, um zu sehen, ob die Patienten Schmerzen empfinden. Ist dies der Fall, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Meniskusriss vor. Yoga gilt für einen Meniskusriss als typische Gelegenheits-Ursache. Das heißt, das Yoga ist nicht ursächlich und alleine hierfür verantwortlich, denn der Meniskus ist bereits so geschwächt und mürbe, dass er auch bei jeder anderen kritischen Bewegung, wie beim Einsteigen in ein Auto oder beim Treppensteigen, gerissen wäre.



