
Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Manfred Suhr interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Mund-, Kiefer- Gesichtschirurg.
jameda: Herr Dr. Suhr, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?
Herr Dr. Suhr: Der Wunsch, den Einfluss von Fehlern und Fehlbildungen im Gesichtsbereich, die zu Unzufriedenheit, fehlendem Glücksgefühl, fehlender Akzeptanz der Person für sich selber und für ihr/sein Umfeld führen, zu reduzieren und bestmöglich zu behandeln.
jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?
Herr Dr. Suhr: Meine Schwerpunkte liegen in der Dysgnathie /Distraktion, Kieferumstellung und Kiefergelenkschirurgie. Es besteht konstant über die Jahre ein Krankenhausvertrag, der begleitend zu der ambulanten Chirurgie einen festen Bestandteil des Praxisspektrums bildet. Hieraus entsteht die Nachfrage nach Facelift, Kinnplastik, Stirnhebung und Doppelkinnentfernung. Die Basis aller MKG-Praxen bleibt jedoch die Zahn- und Implantatchirurgie.
jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?
Herr Dr. Suhr:
- Prof. Dr. Dr. Jeffrey Posnick, ehemals Chefarzt für plastische Chirurgie, Toronto Hospital for Sick Children, jetzt in Chevy Chase
- Prof. Johan Reynecke, MKG-Chirurgie, Oklahoma Universität, ehemals University of the Witwatersand, Johannesburg
- Prof. Devauchelle, MKG-Chirurgie, Paris
- Prof. Malcolm Harris, MKG-Chirurgie, London
jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?
Herr Dr. Suhr: Wir nutzen 3D-Planung und 3D-vorgeformte Miniplatten.
jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?
Herr Dr. Suhr: Die elektronische Gesundheitskarte: effektive Übermittlung von Patientendaten, auch in großem Umfang, gegen den Hintergrund der DGSVO. Das macht es für alle wahnsinnig schwierig, durchgehend an alle Informationen heranzukommen.
jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?
Herr Dr. Suhr: Einfach die unkomplizierte Erreichbarkeit.
jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?
Herr Dr. Suhr: Geschätzt wird die Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und die Einsicht, wenn irgendetwas mal nicht geklappt hat, sowie die Gelassenheit und Höflichkeit.
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Dr. Suhr: Ein Kranfahrer wird vom Oberarzt operiert und es geht schief. Ich war zu diesem Zeitpunkt Assistenzarzt. Der Patient hat mich gebeten, alles neu zu operieren, und bleibt mir seit 2002 treu. Er ist krebsfrei und ich habe auch seine Frau und Tochter operiert.
Eine Lehrerin kam zur Drittmeinung für eine Lidstraffung. Ich habe sie umgehend zum MRT und Neurochirurgen geschickt. Am folgenden Montag war sie auf dem Operationstisch mit einem lebensbedrohlichen Meningiom. Unvergesslich, sie hatte gleich drei Hirntumore und hat später ein französisches Restaurant gemietet, um sich für die unglaubliche Vernetzung aller Fachgebiete zu bedanken.
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Dr. Suhr: Zähne putzen, viel draußen sein und gesund schlafen.
Zur Person
Siehe Lebenslauf. Ich bin etwas gelassener, spiele Rugby und Trompete, fahre sehr viel Fahrrad und kümmere mich sehr gerne persönlich.
Zur Praxis
180 m2 mit Alsterblick, Toiletten im Fahrstuhlflur und eben nicht in den Praxisräumen (unfassbar gut) sowie Narkosegerät.



