Artikel 11/03/2017

Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Prof. Dr. med. Michael Schoenberg

Team jameda
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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Prof. Dr. med. Michael Schoenberg interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Allgemeiner Chirurg.

jameda: Herr Prof. Schoenberg, was hat Sie motiviert, Allgemeiner Chirurg zu werden?
Herr Prof. Schoenberg: Ich bin mit Leib und Seele Allgemein- und Viszeralchirurg, also Bauchchirurg. Dieses Fach hat mich besonders fasziniert, da man ganz unterschiedliche Verfahren und Techniken anwenden kann. Insbesondere durch die „Revolution“ der minimalinvasiven Technik kann man heute viel schonender das gleichgute operative Ergebnis erreichen.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Prof. Schoenberg: Im Praxisalltag macht mir die gute Zusammenarbeit mit Angestellten und Kollegen am meisten Freude. Durch den Austausch der Erfahrungen bei komplexen Fragestellung können wir im Team versuchen das bestmögliche Ergebnis für unsere Patienten zu erreichen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Prof. Schoenberg: Viele Patienten befürchten, in einer Privatklinik nicht rundum, d.h., 24 Stunden an allen Tagen der Woche versorgt zu werden. Dies ist in der Herzogparkklinik jedoch nicht der Fall! Alle Patienten werden von einem Anästhesisten auf der Station und von unseren kompetenten Pflegekräften zu jederzeit umsorgt und überwacht.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Prof. Schoenberg: Kommunikation ist alles! Es gibt meistens Gründe, warum ein Patient die vorgeschlagene Therapie bzw. die Verhaltensweisen nach einer Operation nicht einhält. Hier gilt es, ein so offenes und vertrauensvolle Verhältnis zu den Patienten aufzubauen, damit sie mich informieren und erzählen, warum sie den Therapieplan verändert haben. Gemeinsam muss dann eine Lösung gefunden werden bzw. ich muss den Patienten im Gespräch überzeugen - jedoch ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Schuldzuweisungen, denn das geht gar nicht!

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Herr Prof. Schoenberg: Das ärztliche Gespräch wir m.E. trotz aller Lippenbekenntnisse der Politiker und Funktionäre nicht wirklich befördert. Ich würde versuchen, das ärztliche Gespräch mit dem Patienten wieder ins Zentrum des Arzt-Patientenverhältnisses zu rücken.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Prof. Schoenberg: Verbesserungspotential sehe ich in der Gesprächskultur mit den Patienten und in der individuellen Therapieentscheidung für den Patienten. Nicht alles was medizinisch (chirurgisch) möglich ist, muss auch nötig und sinnvoll sein.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Prof. Schoenberg: Ein Schwerpunkt unsere Praxis „Viszera“ sind auch komplexe Bauchoperationen in minimalinvasiver Technik. Heute lassen sich auf diese Weise viele Operationen „elegant“ und patientenschonend erfolgreich durchführen. Der postoperative Verlauf ist zumeist angenehmer und der stationäre Aufenthalt denkbar kurz. Die Herzogparkklink verfügt über eines der modernsten minimalinvasiven Operationstechniken und Einrichtungen.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Prof. Schoenberg: Es gibt viele Erlebnisse, die geeignet sind, den Arzt- und speziell den Chirurgenberuf, als einen sehr fordernden aber auch sehr befriedigenden Beruf für sich zu empfinden.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Prof. Schoenberg: Die beste Prävention gegen schwere Erkrankungen kannte bereits Hippokrates:„Wenn wir jedem Individuum das richtige Maß an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundung gefunden.“ Wie wahr!

Zur Person

Nahezu 37 Jahre Chirurgie haben mich gelehrt, wichtiges von unnötigem zu unterscheiden. Chirurgie soll dem Patienten nutzen und nicht die Eitelkeit des Chirurgen befriedigen.

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