
Eine gut funktionierende Stimme ist für uns in der Regel eine Selbstverständlichkeit. Aber eine allmähliche oder gar plötzliche Stimmverschlechterung schränkt uns in unseren kommunikativen Möglichkeiten erheblich ein.
Besonders dramatisch erleben dies Menschen, denen aufgrund einer Kehlkopfnervenschädigung zum Beispiel durch eine Schilddrüsenoperation, einen Tumor oder einen Schlaganfall die Stimme versagt. Einseitige Stimmlippenlähmungen führen in diesen Fällen dazu, dass sich die Stimmritze im Kehlkopf zur Stimmerzeugung nicht ausreichend schließt.
Die Folge ist eine behauchte, leise Stimme. Beim Sprechen entweicht zu viel Luft, so dass der Redefluss oftmals schon nach wenigen Worten zum Nachatmen in unnatürlicher Weise unterbrochen werden muss.
Eine Bedingung für einen kräftigen Stimmklang ist der möglichst langstreckige und ausreichend kräftige Kontakt der Stimmlippen. Nervenschädigungen können sich langsam über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten erholen, wenn der Nerv nicht vollständig durchtrennt wurde. In anderen Fällen kommt die Stimmlippenbeweglichkeit nicht zurück.
Eine Stimmübungsbehandlung kann dazu beitragen, die Lücke zwischen den Stimmlippen funktionell zu verkleinern. Häufig reicht dies jedoch nicht aus.
Hier gibt es dann die Möglichkeit eines kleinen, kaum belastenden Eingriffs: unter einer leichten oberflächlichen Betäubung am wachen Patienten oder auch in einer Vollnarkose kann eine Unterfütterung der Stimmlippen vorgenommen werden. Hierzu wird unter endoskopischer Kontrolle ein dickflüssiges Material in den Kehlkopf eingespritzt. Hierdurch wird die Stimmlippe zur Gegenseite hin verlagert, so dass die krankhaft weite Stimmritze sich bis zur Normalität verschmälert und sich die Stimme in der Regel deutlich verbessert.
Auch bei anderen Störungen findet dieses Verfahren Anwendung. Eine Verschlankung (Atrophie) der Stimmlippen nach Entzündung, Langzeitbeatmung oder auch nur altersbedingt kann zu einer erheblichen Stimmverschlechterung führen. Hier nähern sich die Stimmlippen bei der Stimmgebung einander zwar normal an, bilden aber einen ovalen Spalt. Dieser lässt sich durch Unterfütterung häufig einfach ausgleichen. Die Stimme wird kräftiger beziehungsweise klingt jünger.


