Artikel 08/05/2022

Implantate für Risikogruppen: Das müssen Sie beachten

Christoph Racek Zahnarzt
Christoph Racek
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Grundlegend durchläuft jede physiologische, d. h. gesunde Wundheilung drei Phasen: eine Entzündungsphase, eine Proliferationsphase und eine Remodellierungsphase.
Der Unterschied liegt darin, dass chronische Wunden aber eine dauerhaft anhaltende Entzündungsreaktion durchmachen. Grund dafür können verringerte Wachstumsfaktoren, aber doch meistens Keimbelastungen der Wunde sein.

Falsche Ernährung oder sogar Mangelernährung stellen einen modifizierbaren (beeinflussbaren) Faktor dar, der erheblichen Einfluss auf den Ablauf der Wundheilung haben kann.

Grundsätzlich haben Menschen mit Wunden im Gegensatz zu gesunden Probanden einen deutlich erhöhten Kalorienbedarf. Dabei spielen unter anderem aber noch das Körpergewicht, das Alter, der Fitnessgrad, das Stadium der Wundheilung und die Größe bzw. Anzahl der Wunden eine große Rolle.

Der Wissenschaftler Shields betrachtet das Thema aus dermatologischer Sicht. Natürlich kann sie auch auf die orale Wundheilung übertragen werden.
In diesem Ansatz untersuchte er Makro- und Mikronährstoffe in Bezug auf chronische Wunden.

1. Proteine

Bei Proteinen handelt es sich um die bekanntesten der Makronährstoffe. Ihnen kommt auch eine besondere Bedeutung zu. Denn bei Verletzungen von Haut oder Schleimhaut ist Ihr Stoffwechselbedarf stark erhöht. Schon bei kleineren Wunden können große Mengen an Wundexsudat mit darin enthaltenen Proteinen verlorengeben. Bei großen Wunden kann dies schnell lebensgefährlich werden.

Proteine sind somit unerlässlich für die Immunantwort. Die derzeit empfohlene Tagesdosis beträgt etwa 0,8 g pro kg Körpergewicht. Patienten mit chronischen Wunden (z. B. Dekubitus) benötigen in Abhängigkeit von der Größe der Wunden eine Tagesdosis von 1,25 bis 2,0 g pro kg Körpergewicht.

2. Fette

Wundheilung braucht, wie zuvor beschrieben, genügend Energie in Form von Kalorien, die aus der Hauptquelle der Kohlenhydrate bezogen wird. Aber auch Fette sind unerlässlich und beteiligen sich an der Neuentwicklung von Zellmembranen.

Besonders hervorzuheben wären aus einer Seitenstudie (Daher et al.,2022) die Omega-3-Fettsäuren, die bei operativen Kopf-Hals-Wunden zu signifikant besserer Wundheilung führten.

3. Vitamine und Spurenelemente

Vitamin A ist ein essenzielles fettlösliches Vitamin. Es fördert die Wundheilung durch Stimulierung von Fibroblasten und wirkt durch die Aktivierung von Retinoidrezeptoren vieler verschiedener Zellen.

Empfohlen sind kurze Zyklen von hohen Dosen zwischen 10.000-25.000 IE täglich.
Vitamin C ist bekannt für seine antioxidative Kapazität. Ein sehr wichtiger Faktor, der auch der Entartung von Zellen entgegenwirkt. Die supplementäre Einnahme von Vitamin C bei chronischen Wunden liegt bei 500 mg bis 2 g pro Tag, gemäß des Schweregrads der Wunden. Wichtig ist, Vitamin C über den Tag verteilt in so vielen kleinen Dosen wie möglich einzunehmen, um am Ende auf die gewünschte Gesamtmenge zu kommen. Dies vermindert die unerwünschte und unverwertete Ausscheidung über die Harnwege.

Weitere Studien zeigten, dass das Potential von Vitamin C in der kombinierten Gabe mit Zink und Arginin gesteigert werden kann.

4. Aminosäuren

Hier sprechen wir vom Arginin, das eine essenzielle Aminosäure ist und ein Substrat für Zellproliferation, Kollagenablagerung und Lymphozytenfunktion darstellt.
Obwohl die positive Wirkung von Arginin auf Wundheilung nicht zu verleugnen ist, gibt es aktuell keine validen Angaben zu täglichen Dosen und Einnahmeempfehlungen.
Besonders Glutamin soll als Nahrungsergänzung die Wundheilung beschleunigen, da es als Brennstoffquelle für schnell proliferierende Epithelzellen und Fibroblasten gilt.

Fazit:

Chronische Wunden oder Wundheilungsstörungen können durch mangelnde Verfügbarkeit von notwendigen Substraten aufrechterhalten werden. Mangelernährung stellt somit einen modifizierbaren Risikofaktor dar.

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