
Bisher bestand die Behandlung eines Hörsturzes oder eines Tinnitus‘ in der Gabe von hochdosiertem Kortison in absteigender Dosierung. Mit der intratympanalen Kortikoidtherapie (ITC) steht den Patienten jetzt eine moderne Therapieoption bei einem akuten oder stattgefundenen Hörsturz oder Tinnitus zur Verfügung. Diese ergänzt die bisherige Therapie als neues und schonendes Verfahren und erzielt hervorragende Ergebnisse.
Wie läuft die Therapie ab?
Studien zeigen, dass durch eine kombinierte Anwendung von Kortison und ITC-Mittelohrinjektion eine schnellere und bessere Genesung erzielt werden kann. Selbst wenn der Hörsturz oder ein akuter Tinnitus bereits vor einiger Zeit stattgefunden hat (circa vor vier bis acht Wochen), haben Patienten mit der ITC noch sehr viel höhere Chancen auf Hörverbesserung im Vergleich zur Standardtherapie.
Nach örtlicher Betäubung durch den Gehörgang erfolgt die Injektion der ITC durch das Trommelfell ins Mittelohr. Danach lässt man das so verabreichte Medikament ca. 20 Minuten einwirken. Nach dem Aufrichten des Körpers läuft jetzt das Medikament über den normalen Weg der Ohrtrompete ab.
Welche Risiken bestehen dabei?
Als Nebenwirkung tritt gelegentlich kurzzeitiger Schwindel auf. In allen bisher durchgeführten Studien kam es bei einer geringen Zahl von Patienten zu Ohrentzündungen oder einem Trommelfellloch. Vielfach heilen Trommelfellschäden spontan wieder; Langzeituntersuchung in diesem besonderen Fall liegen nicht vor. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht berichtet. Da das Kortison kaum in die Blutbahn gelangt, sind die bekannten Nebenwirkungen des Medikaments nicht vorhanden, auch nicht bei Diabetikern.
Die Kosten für diese Behandlung werden bisher von privaten Krankenversicherungen übernommen. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt hingegen nicht für die anfallenden Kosten auf.



