Team jameda
Keuchhusten kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein. In diesem Gesundheitstipp erklärt die jameda Gesundheitsredaktion, was es mit der „Kinderkrankheit“ Keuchhusten auf sich hat und wieso auch Jugendliche und Erwachsene auf einen vollständigen Impfschutz achten müssen.
Bakterien zerstören die Schleimhaut der Atemwege
Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Der Erreger bildet eine Vielzahl von schädigenden Stoffen, die die Schleimhäute der Atemwege zerstören und die körpereigene Immunabwehr schwächen. Betroffene leiden unter Erkältungssymptomen und einem über mehrere Wochen andauernden, anfallsartigen Husten.
Heftiger Husten über 10 Wochen
Keuchhusten-Erreger verbreiten sich über Tröpfcheninfektion, werden also durch Husten, Niesen oder Kontakt mit infektiösen Personen weitergegeben. Nach der Ansteckung vergehen etwa 7-20 Tage bis die ersten Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber auftreten. Dieses Stadium catharrale dauert ca. zwei Wochen. Es schließt sich das 4-6 wöchige Stadium convulsivum an, in dem sich ein starker, anfallsartiger Husten entwickelt. Er befördert zähen Schleim aus den Bronchien, bei Erwachsenen kann er zu Erbrechen führen und bei Säuglingen zu lebensbedrohlichen Atemstillständen. Bis der Keuchhusten ganz abgeklungen ist, vergehen nochmals 6-10 Wochen. Infizierte Personen sind lange ansteckend, nach Ausbruch der ersten Symptome können sie die Erreger über etwa fünf Wochen lang weitergeben.
Keuchhusten ist keine reine Kinderkrankheit
Als Kinderkrankheiten bezeichnet man Infektionskrankheiten, die vorwiegend im Kindesalter auftreten. Auch erwerben Betroffene durch die Infektion meist einen lebenslangen Schutz und bleiben auf diese Weise im Jugend- und Erwachsenenalter von einer erneuten Infektion verschont. Nicht so bei Keuchhusten! Die durch eine Erkrankung erworbenen Antikörper wie auch eine Impfung schützen nur etwa 5-10 Jahre. Aus diesem Grund sind in den letzten Jahren vermehrt Keuchhustenfälle bei Erwachsenen aufgetreten.
Auffrischimpfung für alle Erwachsenen empfohlen
Um die Verbreitung von Keuchhusten besser beurteilen zu können, wurde im März 2013 die Meldepflicht für Verdachts- und Todesfälle eingeführt. Zudem hat die Ständige Impfkommission 2009 neue Empfehlungen herausgegeben: Die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten besteht nach wie vor aus mehreren Impfdosen im Säuglings-, Kleinkind- und Schulkindalter. Aufgefrischt wird der Schutz bei Jugendlichen im Alter von 9-17. Alle Erwachsenen sollten die Auffrischung gegen Tetanus und Diphterie (alle 10 Jahre) mit einer Impfung gegen Keuchhusten kombinieren. Um vor allem Säuglinge gut zu schützen, sollten Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und Kontaktpersonen zu Säuglingen auf einen vollständigen Impfschutz achten. Ist die Erkrankung ausgebrochen, bringen Antibiotika nur im Anfangsstadium der ersten fünf Wochen eine deutliche Linderung der Symptome, zur Unterbrechung der Infektionskette ist eine wirksame antibiotische Behandlung jedoch sehr wichtig.
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