
Wir sind von den ästhetisch kaum sichtbaren Keramikbrackets zu denen aus Metall zurückgekehrt, weil es bei der Entfernung am Ende der Behandlung zu Schmelzausrissen kam und auch die Ausrichtung am Zahn nicht so exakt vorgenommen werden konnte.
Trotzdem ist die Tatsache der starken Sichtbarkeit der Apparaturen für viele Erwachsene ein Hindernis, vor allem für diejenigen, die im öffentlichen Leben stehen. Deshalb ist die Lingualtechnik interessant, bei der die Brackets (Schlösser) an die Zungen oder an die Gaumenseite geklebt werden.
Eine 58-jährige Patientin war das erste Opfer, denn sie hatte extreme Engstände im Unterkiefer. Ein zur Zunge stehender Zahn verlängerte sich mangels Gegenzahn immer weiter und musste in Zeitabständen gekürzt werden: 'Das ist halt mein Drachenzahn'.
Vor drei Wochen wurde dieser gezogen und die Behandlung began. Die ersten Tage waren noch ganz in Ordnung. Dann fing aber die Hölle an, als der Drahtbogen hinten herausragte. Alle Versuche, diese Stelle mit Wachs abzudecken, waren von eingeschränktem Erfolg.
Nach dem Wegschleifen war die Welt wieder in Ordnung. Die Zunge erholte sich wieder.
Beeindruckend aber waren die Zahnbewegungen in so kurzer Zeit. Dies hatten wir mit der Außentechnik nie beobachten können. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, könnte eine Behandlungszeit von unter sechs Monaten durchaus möglich sein.
Die Patientin wird über die ganze Zeit Tagebuch führen und weitere Beiträge werden über diese Erfahrungen berichten. Sie wird am Schluß ehrlich sagen, ob sie sich die Behandlung nochmals machen lassen würde.


