Artikel 16/04/2013

Minderwertige Brustimplantate: Gefahren nicht verharmlosen!

Team jameda
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Rund zwei Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um minderwertige Brustimplantate beginnt eine neue Diskussion um die durch gerissene oder geplatzte Gelkissen drohenden Gesundheitsgefahren. Die britische Aufsichtsbehörde MHRA rät betroffenen Frauen nämlich neuerdings nicht mehr grundsätzlich zur vorbeugenden Entfernung der Implantate. Angeblich sei das verwendete Industrisilikon weder giftig noch krebserregend. Der Einfluss auf die Muttermilch und Säuglinge werde noch geprüft.

Ich kann vor einer solchen Verharmlosung nur warnen, denn ich habe etliche betroffene Frauen operiert und dabei erschreckende Befunde erlebt. Etliche der Implantate waren undicht, und es trat eine gelblich-milchige Flüssigkeit aus. So etwas habe ich vorher in mehr als 15 Jahren nicht gesehen.

Ich befürchte, dass hier auf Kosten der betroffenen Frauen im Gesundheitswesen gespart werden soll. Entgegen den Angaben aus Großbritannien haben von mir veranlasste Laboranalysen nämlich ergeben, dass das in diesen Implantaten verwendete Billig-Silikon krebserregende Stoffe enthält, z. B. Additive, wie sie in Benzin enthalten sind, und Silikate in 10000-facher Konzentration über den erlaubten Werten.

Es besteht für Betroffene aber kein Grund zur Panik, das sind keine akuten Notfälle. Grundsätzlich sollte ein Austausch der Implantate durch einen entsprechend spezialisierten Facharzt für Plastische Chirurgie jedoch so schnell wie möglich erfolgen. Dabei besteht auch die Chance, das ästhetische Ergebnis deutlich zu verbessern, da bei diesen Implantaten die Auswahl der Formen deutlich eingeschränkt war. Moderne Qualitätsimplantate haben nicht nur mehrlagige Hüllen, sondern sind auch für die unterschiedlichsten Anforderungen verfügbar.

Insgesamt macht mich schon der Verlauf des Skandals misstrauisch: In der Fachwelt war das Problem seit 2009 bekannt. Aber statt von den Chirurgen, die das minderwertige Material verwendet haben, erfuhren die Patientinnen erst im Dezember 2011 aus der Presse davon. Ich kann nur davor warnen, auch in Deutschland das Problem ähnlich zu verharmlosen, wie es jetzt in Großbritannien geschieht.

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