Für ein jüngeres und „frischeres“ Aussehen braucht man heutzutage nur noch selten aufwändige und potentiell nebenwirkungsreiche plastische Operationen oder „full-face skin resurfacing“ mit ablativen Lasern unter Vollnarkose und mit 3 Wochen stationärem Aufenthalt wie noch vor wenigen Jahren. Im Wesentlichen ist das der Einführung von Botulinumtoxin zur ästhetischen Behandlung zu verdanken. Entwickelt wurde diese Methode durch ein kanadisches Arztehepaar vor über 25 Jahren. Botulinumtoxin ist beides zugleich: Gift und Medikament. Es ist die giftigste natürliche Substanz, ein Bakteriengift (kein Schlangengift, wie manchmal behauptet wurde), und ein seit Jahrzehnten genutztes zugelassenes Medikament. Für die Sicherheit der Methode spricht, dass das Medikament schon bei kleinen Kindern eingesetzt wird, teilweise erheblich höher dosiert als im Ästhetikbereich.
Die Behandlungsgebiete sind vielfältig. Das Medikament kann helfen bei angeborenen neurologischen Erkrankungen wie dem muskulären Schiefhals (Torticollis) oder bei Klumpfüßen im Rahmen der operativen Korrekturen. Zudem wird es auch im Bereich der Augenheilkunde zur Behandlung von Augenmuskelkrämpfen eingesetzt. So begann auch der Siegeszug des Botox im Ästhetikbereich. Die Augenärztin Jean Carruthers führte zusammen mit ihrem Ehemann, dem Hautarzt Alastair Carruthers, mehr oder minder zunächst den Selbstversuch durch. Sie untersuchten, ob Falten durch die gezielte Minderung der Muskelaktivität der in der Haut ansetzenden kleinen Gesichtsmuskeln verschwinden würden. Der Erfolg war überwältigend: über mehrere Monate verschwanden Zornesfalten oder Krähenfüßchen. Auch ich selbst wurde nach der Behandlung auf mein erholtes und entspanntes Äußeres angesprochen.
Erholt und entspannt wirken - das ist genau der Effekt, den man mit einer sachgerecht durchgeführten Botoxtherapie erzielt. Darüber hinaus lässt sich auch Achselschweiß mit Botox hervorragend behandeln und damit der unangenehme Körpergeruch, der durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes entsteht. Heutzutage setzen Ästhetische Chirurgen überwiegend Hyaluronsäure ein, um Falten im mittleren und unteren Gesicht zu glätten. Dies hilft zum Beispiel bei Falten auf den Wangen, der Tränenrinne, nasolabial sowie um den Mund herum („Merkel-Linien“ oder „Raucherfältchen“) und wird auch beim diskreten bis moderaten Lippenaufbau genutzt. Die führenden Hersteller haben moderne Präparate mit unterschiedlichem Vernetzungsgrad und damit unterschiedlicher „Hebewirkung“ und Wirkungsdauer entwickelt. Das reicht von quasi naturidentischer unvernetzter Hyaluronsäure bis zu hochgradig viskösen Präparaten, die z.B. direkt über dem Jochbeinknochen platziert werden und deren Wirkung bis zu 18 Monaten anhält. Der große Vorteil von Hyaluronsäure ist, dass es quasi eine natürliche Substanz ist, die von einem körpereigenen Enzym wieder abgebaut wird. Selten auftretende Nebenwirkungen wie Knötchenbildung sind also nur vorübergehend und können sogar durch Infiltrierung mit dem Enzym wieder beseitigt werden. Auch bei Fillern kann man also von hervorragender und lange anhaltender Faltenreduzierung ausgehen. Die modernen Präparate enthalten auch ein Lokalanästhetikum, sodass die Injektionen kaum schmerzhaft sind – die Lippe z.B. kann vor der Injektion zusätzlich örtlich betäubt werden. Also sind außer kleinen Piksern und evtl. einem trotz Kühlung auftretendem kurzfristigen „blauen Fleck“ keine Unannehmlichkeiten zu erwarten, die der hervorragende Effekt schnell vergessen lässt.
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