
Der Arzt E. Schiffer prägte diese anschauliche Formulierung, um die Salutogenese, die Lehre von der Gesundheit, der Pathogenese, der Krankheitslehre gegenüber zu stellen. Für Psychiotherapeuten bedeutet das: Konzentration auf vorhandene Ressourcen und Förderung der Fähigkeit zur Selbstregulation bei den Patienten.
Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit steigert das Selbstvertrauen und hebt das Selbstwertgefühl. Die Widerstandskraft gegen Belastungen, Resilience genannt, nimmt dadurch zu und in entsprechendem Maße der Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, statt sich als Opfer zu fühlen. Vertrauen in eine strukturierte, vorhersehbare und erklärbare Welt wird aufgebaut und vermittelt ein Gefühl von Kohärenz, einer globalen Orientierung. Die Erfahrung von Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit der Welt sorgen für die Stabilisierung innerer Strukturen. Für die psychotherapeutische Arbeit bedeutet das: Eingebettet in eine vertrauensvolle zwischenmenschliche Beziehung werden seelische Prozesse und ihre Zusammenhänge mit den Erkenntnissen der Neurobiologie transparent gemacht, Handlungskonzepte erarbeitet und ein systemisch-spirituelles Weltverständnis aufgezeigt.


