Allergische Kontaktdermatitis durch Duftstoffe in medizinischen Salben, Gels, Tinkturen, Emulsionen

Silvia Müller

von
verfasst am

Kontaktdermatitis ausgelöst durch Duftstoffe ist eine Problematik, deren Tendenz in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Wenig beachtet wurde bisher, dass auch beduftete pharmazeutische Produkte wie Salben, Tinkturen, Gels und Emulsionen als Auslöser einer Kontaktdermatitis in Frage kommen. Wissenschaftler der Universität Leuven untersuchten in einer Langzeitstudie fast 4000 pharmazeutische Produkte in Belgien, ob zu deren Inhaltsstoffen auch Duftstoffe zählen. Die Mediziner stellten fest, dass Duftstoffe in den meisten Fällen völlig überflüssig sind und zu allergisch bedingter Kontaktdermatitis beitragen.

Duftstoffe in pharmazeutischen Produkten
Das Team der dermatologischen Abteilung der Universität Leuven untersuchte alle in Belgien vertriebenen 3820 pharmazeutischen Produkte, ob sie Duftstoffe als Inhaltsstoffe auf der Verpackung aufführten. Nachfolgend ermittelten sie aus ihren Patientendaten aus dem Zeitraum der Jahre von 1978 bis 2008 diejenigen Patienten, die unter einer Kontaktdermatitis leiden. Sie schauten nach, ob diese Patienten äußerlich aufgetragene pharmazeutische Produkte wie Salben, Gels, Emulsionen, Tinkturen, etc. verwendet hatten. Die Dermatologen verglichen diese Daten mit den von ihnen durchgeführten Hauttests (Patchtests) und Angaben über die Ursachen der Sensibilisierung.

Kontaktdermatitis durch Duftstoffe
Bei ihren Ermittlungen stellten die belgischen Wissenschaftler fest, dass 370 (10%) von 3280 untersuchten und lokal aufzubringenden pharmazeutischen Produkten insgesamt 66 verschiedene Duftstoffe enthielten. Von 3378 Patienten, die unter iatrogener allergisch bedingter Kontaktdermatitis litten, wurden 127 Patienten lokalisiert, die auf 48 spezifische Produkte reagierten. Eindeutig relevante positive Reaktionen wurden dabei nachvollziehbar von 38 verschiedenen Duftstoffsubstanzen ausgelöst. Die Wissenschaftler stellten anhand ihrer Daten weiterhin fest, dass eine Kontaktdermatitis bei Frauen häufiger auftrat als bei Männern und dass Beine, Hände und das Gesicht von allen Körperteilen am Häufigsten betroffen waren.

Duftstoffe überflüssig in pharmazeutischen Produkten
Die belgischen Dermatologen folgerten aus ihrer Studie, dass Duftstoffe in den allermeisten Fällen in pharmazeutischen Produkten völlig überflüssige Inhaltsstoffe darstellen, die zu einer allergisch bedingten Kontaktdermatitis betragen können. Darüber hinaus haben Patienten laut der Wissenschaftler oft Schwierigkeiten, spezifische Allergene zu vermeiden, weil das standardisierte Aufführen der Inhaltsstoffe bei pharmazeutischen Produkten oft unvollständig ist, d.h. nicht alle Inhaltsstoffe angegeben werden.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 6. Juni 2009


Literatur:
Nardelli A, D'Hooghe E, Drieghe J, Dooms M, Goossens A, Allergic contact dermatitis from fragrance components in specific topical pharmaceutical products in Belgium, Contact Dermatitis. 2009 Jun; 60(6):303-13

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Kommentare zum Artikel (1)


09.07.2009 - 14:45 Uhr

Ich finde Duftstoffe in medizinischen Salben,...

von Amelie

... Tinkturen, Gels, Emulsionen usw. völlig überflüssig. Dadurch werden Erkrankungen wie Allergien und Kontaktdermatitis völlig überflüssig geschürt. Das wiederum erfordert neue Behandlung mit Medikamenten. Für die Hersteller von Arzneimittel sicher ein lohnendes Geschäft auf Kosten der Verbraucher und deren Gesundheit. Hier sollte dringend Abhilfe geschaffen werden. Ganz abgesehen davon, dass die Zahl der Duftstoff-Allergiker massiv ansteigt und Duftstoffe zu den Hauptauslösern von Allergien zählen, finden Duftstoff-Allergiker und MCS-Kranke keine verträglichen Medikamente, weil sie fast ausschließlich beduftet sind. Das läuft doch völlig daneben.


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