Die 6 besten Hausmittel für die Augen: Was tun, wenn es juckt und brennt?

Claudia Galler

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© IngaIvanova - iStockUnsere Augen können bereits mit einfachen Hausmitteln gepflegt und vor Erkrankungen geschützt werden. (© IngaIvanova - iStock)Juckende, rote Augen? Dunkle Ringe oder verquollene Augenlider? Erfahren Sie in diesem jameda Gesundheitsspecial mehr über die besten Hausmittel für gesunde Augen.

1. Auflagen und Spülungen für die Augen

Als Auflage für die Augen dienen getränkte Kompressen, die man einige Minuten auf den geschlossenen Augen ruhen lässt. Dazu kann man oval geformte Augenkompressen, Wundauflagen oder fusselfreie Tücher verwenden. Sie sollten möglichst rein sein. Mit sterilen Auflagen sind Sie am sichersten.

  • Hilfe bei gereizten Augen: Gerötete, tränende und juckende Augen können durch Heuschnupfen oder eine Bindehautentzündung ausgelöst sein. Zur Beruhigung dienen hierbei Auflagen, die z. B. mit einem abgekühlten Aufguss aus Augentrostkraut getränkt sind. Wer keine Allergie gegen Korbblütler hat, kann auch Kamille und Ringelblume verwenden. Eitrige und verklebte Augen reinigt man, indem man vorsichtig mit einer getränkten Kompresse über die geschlossenen Lider von oben nach unten sowie von außen nach innen wischt.
  • Gerstenkorn: Um den verstopften Drüsenkanal eines Gerstenkorns zu öffnen, legt man die getränkten Kompressen lauwarm auf. Die Wärme löst den Pfropf aus Lipiden, Eiter und Schmutzpartikeln und fördert durch die erhöhte Durchblutung eine lokale Abwehrreaktion des Körpers.
  • Rot-schuppige Haut um die Augen: Wer Allergiker oder Neurodermitiker ist, kennt rot-schuppige Augenlider. Die Haut ist geschwollen, juckt und schmerzt. Hier helfen Pads mit abgekühltem Eichenrindensud oder Schwarztee. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend, zusammenziehend und juckreizstillend. Die wunde Haut schließt sich und schwillt ab. Danach trägt man eine Augenpflege für empfindliche Haut ohne Duft- und Konservierungsstoffe auf.

2. Angenehme Kühle für die Augen

Druckgefühl und Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und rote Augen – viele Menschen mit Migräne kennen diese Symptome. Auch ein Sonnenbrand auf der Hornhaut des Auges ruft derartige Beschwerden hervor, wenn die Oberfläche des Auges durch UV-Strahlung geschädigt wird. Dies geschieht z. B. bei Schweißarbeiten ohne Augenschutz, bei intensiver Sonneneinstrahlung im Gebirge oder auf einer spiegelnden Wasseroberfläche.

Linderung bringen Ruhe und eine abgedunkelte Umgebung. Zur Kühlung der Augen verwendet man ein feuchtes Tuch, Kühlpads, Eiswürfel oder eine Kühlbrille. Da die Haut um die Augen herum sehr empfindlich und dünn ist, wickelt man Elemente aus dem Kühlfach in ein schützendes Tuch.

3. Augengymnastik

Augenübungen lockern verspannte Augenmuskeln. Sie befeuchten und erfrischen trockene, müde Augen. Ideal ist eine regelmäßige Augengymnastik für Menschen, die lange vor dem Bildschirm sitzen, in überheizten oder klimatisierten Räumen arbeiten oder starken Umweltbelastungen wie Feinstaub oder Abgasen ausgesetzt sind. Auch Kontaktlinsenträger, Diabetiker, Frauen in den Wechseljahren und Rheumatiker können durch diese Übungen ihre zu Trockenheit neigenden Augen regenerieren:

  • Blinzeln: Zwinkern Sie bewusst, um das Auge durch das Schlagen des Oberlides zu befeuchten. Öffnen Sie Ihre Augen weit und schließen Sie sie kraftvoll durch Zusammenkneifen, so dass die Tränendrüsen angeregt werden.
  • Gähnen: Öffnen Sie Ihren Mund weit und atmen Sie tief ein, als ob Sie gähnen würden. Das fördert die Bildung von Speichel sowie Tränenfilm und versorgt Sie mit ausreichend Sauerstoff.
  • Abschirmen: Schließen Sie zwischendurch für 10 Sekunden Ihre Augen und legen Sie Ihre warmen Händeflächen auf. Dunkelheit und Wärme entspannen die Muskeln.
  • Augenrollen: Bewegen Sie Ihre Augäpfel im Kreis ohne den Kopf mitgehen zu lassen, beschreiben Sie mit den Augäpfeln eine Acht. Macht müde Augen munter.
  • Massage: Zur Entspannung und besseren Durchblutung fassen Sie mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger die Nasenwurzel und den Bereich zwischen den Augenbrauen. Führen Sie nun kreisende Bewegungen aus.

© Guntars Grebezs - iStockWenn Schmutz nicht aus dem Auge entfernt wird, kann sich ein unangenehmes Gerstenkorn bilden. (© Guntars Grebezs - iStock)4. Lidrandpflege

Die Lidränder beherbergen zahlreiche Drüsenausgänge, u. a. die der Meibomdrüsen, die den öligen Anteil des Tränenfilms produzieren. Sind die Lidränder entzündet, sind sie rot und angeschwollen, jucken und brennen. Ist ein Drüsenausgang verstopft, bildet sich ein Gerstenkorn. Zur Abheilung und Vorbeugung dieser Beschwerden dient eine gründliche Lidhygiene. Grundsätzlich verwendet man nur Pflegeprodukte für überempfindliche Haut ohne Parfum und reizende Stoffe. Abends schminkt man sich gründlich ab. Die Lidrandpflege entfernt Krusten, führt gestautes Sekret ab, lindert Entzündungen und beugt erneuten Beschwerden vor:

  • Lider erwärmen: Um verdicktes Sekret und Ablagerungen aufzuweichen, legt man eine Wärmebrille, Wärmepads oder getränkte Kompressen für 5-10 Minuten auf die geschlossenen Augen auf. Zur Befeuchtung der Kompressen genügt vorbeugend warmes Wasser. Im Entzündungsfall kann man einen Aufguss aus Kamille, Ringelblume und Euphrasia verwenden.
  • Lider ausstreichen: Zur Entleerung der Drüsen streichen Sie bei geschlossenem Auge mit einem Finger senkrecht von oben nach unten über das Oberlid, entsprechend von unten nach oben über das Unterlid.
  • Lidränder säubern: Mit einem sauberen fuselfreien Wattepads werden Sekret und Auflagerungen entfernt. Dazu verwenden Sie angefeuchtete Pads wie zur Liderwämung. Ideal sind auch einzeln verpackte, sterile Augentücher, die mit einer leicht desinfizierenden Lösung getränkt sind. Sie streichen dabei in senkrechten Bewegungen über das Auge, horizontal führen Sie das Pad vom Außen- zum Innenwinkel des Auges.

5. Schönheit: Frische, wache Augen

Die Augenpartie sollte jeden Abend sorgfältig abgeschminkt werden. Dazu verwenden Sie sanfte Augenmake-up-Entferner, die mit einem Wattepad ohne zu reiben und zu rubbeln über die geschlossenen Augen geführt werden. Daneben sind erholsamer Schlaf, ausreichendes Trinken und der Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin das A und O für schöne Augen.

  • Vorbeugung von Falten: UV-Strahlen lassen die Haut altern, Falten entstehen. Um die empfindliche Augenpartie zu schützen, können Sie eine Augenpflege mit Lichtschutzfaktor auftragen. Sonnenbrille mit UV-Schutz und Sonnenhut verhindern Hornhautschäden und starkes Augenkneifen, das Mimikfalten um die Augen verstärkt.
  • Geschwollene Augen: Manch einer wacht morgens mit dicken Augenlidern auf. Hier hat sich Gewebsflüssigkeit gestaut, da das Lymphsystem ohne den Lidschlag am Tage nachts langsamer arbeitet. Abhilfe schaffen Kühlung, Klopfmassage und ein Lymphtee. Auflagen aus Gurken- oder Kartoffelscheiben, Aloe-Vera-Pads oder ein feuchtes Tuch spenden Feuchtigkeit und wirken abschwellend, indem sie kühlen und die Blutgefäße um die Augen zusammenziehen. Die tägliche Augenpflege wird mit sanft klopfenden Fingerspitzen aufgetragen, so dass der Lymphfluss angeregt wird. Unterstützend wirkt ein spülender Tee mit Birkenblättern, Schachtelhalm und Brennnessel.
  • Augenringe lindern: Wenig Schlaf, Stress, Flüssigkeitsmangel und eine genetische Veranlagung lassen dunkle Schatten unter den Augen auftreten. Da die Haut hier sehr dünn ist, schimmern erweiterte Blutgefäße schnell durch. Die Haut erscheint dann blau und die Augen wirken müde und matt. Hier hilft am ehesten ein gesunder Lebensstil. Unterstützend wirken zusammenziehende Augenkompressen mit Schwarztee oder Eichenrinde, kühlende Gurkenscheiben oder eine Kühlbrille.

6. Augenfreundliches Verhalten

Wer seinen Augen Gutes tun möchte, hat im Alltag zahlreiche Gelegenheiten dazu:

  • Richtige Lichtverhältnisse: Achten Sie beim Lesen und Arbeiten auf eine Lichtquelle, die hell genug ist und den Raum oder Ihren Schreibtisch im richtigen Winkel ausleuchtet.
  • Sehstärke und Lesehilfe überprüfen: Gehen Sie regelmäßig zum Optiker oder Augenarzt, um Ihr Sehvermögen und die Stärke von Brille oder Kontaktlinsen checken zu lassen.
  • Grunderkrankungen behandeln: Diabetiker, Patienten mit Durchblutungsstörungen, Hypertoniker und Rheumatiker sollten ihren Augenhintergrund regelmäßig untersuchen lassen, um schon kleinste Veränderungen rechtzeitig behandeln zu können.
  • Augenfreundlich arbeiten: Wer viel liest oder lange am Bildschirm arbeitet, strengt die Augen an. Gleichzeitig blinzelt er wenig, so dass die Augen austrocknen. Hier hilft eine regelmäßige Augengymnastik, die Tränenfilmproduktion anzuregen.
  • © nenetus - FotoliaEs gibt viele Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Augen etwas gutes tun können. (© nenetus - Fotolia)Feinstaubbelastung verringern: Seien Sie sich bewusst, dass Staub, Abgase, Pollen, Rauch durch Feuer und Zigaretten sowie Ausstöße von Kopierern und Druckern die Augen reizen. Gönnen Sie Ihren Augen Erholung in sauberer Luft. Pollenallergiker fahren dazu ans Meer oder ins Gebirge. Lüften Sie nicht zu Verkehrsstoßzeiten. Wischen Sie nass Staub und sorgen Sie für einen guten Filter im Staubsauger.
  • Stress abbauen: Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungsmethoden beugen Augenbeschwerden wie Entzündungen, Gerstenkörnern und Trockenheit vor.
  • Auf Genussgifte verzichten: Alkohol, Drogen und Nikotin schädigen die feinen Blutgefäße der Augen!
  • Vorsicht bei „Weißmachern“: Augentropfen mit gefäßverengenden Wirkstoffen wie Tetryzolin, Tramazolin und Naphazolin machen trübe, rote Augen schnell wieder klar. Sie sollten jedoch nur selten und kurzfristig verwendet werden, da sie sonst die Augen austrocknen.
  • Ernährung für gesunde Augen: Lebensmittel, die reich an Vitamin A und Antioxidantien wie Vitamin C und E, Flavonoide, Zink und Selen sind, schützen die Augen. Vitamin A ist wichtig für den Sehvorgang. Es ist z. B. in Karotten, fettem Seefisch und grünem Blattgemüse enthalten. Vitamin C, E und Flavonoide entschärfen schädigende freie Radikale. Man nimmt sie über frisches Obst und Gemüse auf. Zink und Selen sind Bestandteile wichtiger antioxidativer Enzyme. Hülsenfrüchte, Fisch und Fleisch gehören hier zu den Lieferanten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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