Hashimoto: So meistern Sie Ihren Alltag

Claudia Galler

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© AlexRaths_iStockBei der Hashimoto-Thyreoditis wird Schilddrüsengewebe zerstört. Langfristig führt dies zu einer Schilddrüsenunterfunktion. (© AlexRaths_iStock)Eine Hashimoto-Thyreoditis kann sich durch Gewichtszunahme, Müdigkeit bis hin zu Heiserkeit und Gelenkschmerzen bemerkbar machen. Wie Betroffene den Alltag mit dieser Autoimmunerkrankung meistern, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Eine Hashimoto-Thyreoditis zeigt sich mit ganz unterschiedlichen Symptomen

Bei der Hashimoto-Thyreoditis wird durch eine entzündliche Autoimmunreaktion Schilddrüsengewebe zerstört. Zu Beginn der Erkrankung haben Betroffene oft keine Beschwerden, die Verläufe können dann sehr unterschiedlich sein, viele Patienten haben eine erhebliche Leidenszeit hinter sich, ehe die richtige Diagnose gestellt wird. Die ersten Symptome gleichen oft denen einer Schilddrüsenüberfunktion: Die Körpertemperatur steigt, Betroffene haben einen beschleunigten Herzschlag, sie sind unruhig, verlieren an Gewicht trotz guten Appetits und schlafen schlecht. Langfristig ist der Stoffwechsel jedoch durch eine Schilddrüsenunterfunktion herabgesetzt: Körpertemperatur und Herzfrequenz sinken, Betroffene frieren leicht, fühlen sich müde und sind oft übergewichtig. Auch Haarausfall, trockene Haut, Gelenkschmerzen, Heiserkeit und Verstopfung können auftreten.

Stress reduzieren, um Entzündungsschübe zu vermeiden

Da Autoimmunprozesse durch Stress verstärkt werden können, sollten Betroffene auf eine ausgeglichene Lebensweise achten. Dazu gehören regelmäßige Pausen und feste Schlafenszeiten. Das Arbeitspensum sollte realistisch gehalten werden, Hilfe sollte man bereitwillig annehmen. Um den Körper bewusst zu entspannen, sind Techniken wie Meditation oder Autogenes Training geeignet.

Abnehmen durch eine kalorienbewusste Ernährung

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen lässt das Körpergewicht steigen. Durch eine medikamentöse Ergänzung der Hormone regulieren sich der Energiehaushalt und oft auch das Körpergewicht. Zusätzlich sollte man eine ausgewogene, kalorienbewusste Ernährung bevorzugen, die reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist und mageres Fleisch und Milchprodukte enthält.

Regelmäßige Bewegung ohne sich zu überanstrengen

Um den Energieumsatz des Körpers und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern, sind Sport und Bewegung ideal. Dazu eignen sich Ausdauersportarten ohne hohe Spitzenbelastung wie Walken, Schwimmen, Radfahren etc. Auch hier sollten Betroffene lieber öfter und moderat trainieren als selten und intensiv, um sich nicht zu überlasten.

Hohe Jodmengen sind tabu

Große Mengen an Jod in der Nahrung können eine Entzündung der Schilddrüse auslösen. Deshalb nehmen Hashimoto-Patienten keine jodhaltigen Nahrungsergänzungsmittel ein, auch Lebensmittel mit hohem Jodanteil wie z. B. Algen oder Sushi sind tabu. In der Regel ist der Einsatz von jodiertem Speisesalz oder gelegentlicher Fischverzehr unbedenklich, wer aber sehr empfindlich auf Jod reagiert, sollte sich hier einschränken. Auch Sojaprodukte und Kohlsorten können die Arbeit der Schilddrüse behindern und sollten deswegen selten gegessen werden.

Ein konstanter Hormonspiegel stützt den Stoffwechsel

Schilddrüsenhormone müssen bei Hashimoto-Thyreoditis lebenslang eingenommen werden. Man nimmt sie in der Regel morgens auf nüchternen Magen mit einem Glas Wasser eine Stunde vor dem Frühstück ein. Tee, Kaffee, Milch oder Säfte eignen sich zur Einnahme nicht, sie binden die Hormone, so dass diese nicht wirken können. Der Hormonspiegel wird regelmäßig vom Arzt kontrolliert, auch eine Ergänzung mit Selen, das Entzündungen verhindern kann und für die Umwandlung der Schilddrüsenhormone wichtig ist, sollte mit dem Arzt abgestimmt werden.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Hashimoto-Thyreoditis haben, hilft Ihnen ein Internist gerne weiter. Gut bewertete Internisten finden sie z.B. auf jameda (https://www.jameda.de/aerzte/fachaerzte-fuer-innere-medizin-internisten/fachgebiet/).

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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