Krampfadern - lasern oder ziehen? So läuft die Lasertherapie ab!

Krampfadern sind lästig und stören die Ästhetik vieler Menschen - es gibt jedoch verschiedene Verfahren, wie sie entfernt werden können (©fotolia-zlikovec)

Die endovenöse Lasertherapie ist eine minimal-invasive Methode zur Behandlung von Krampfadern. Meist werden damit die oberflächlichen Stammvenen der Beine (Vena saphena magna bzw. parva) behandelt, da ihre Venenklappen defekt sind und der Blutrückfluss unschöne Krampfadern verursacht. Die endovenöse Lasertherapie wurde Anfang 2000 entwickelt und hat sich in Deutschland ab 2005 flächendeckend verbreitet, weshalb sie die chirurgische Therapie, das sogenannte Stripping, bereits weitgehend verdrängt hat.


Wie läuft die endovenöse Lasertherapie ab?

Unter Ultraschallkontrolle wird ein dünner Kunststoffdraht (Laserfaser oder Katheter) über einen durch Punktion der Krampfader hergestellten Gefäßzugang (Schleuse) in die Vene eingeführt und bis zum obersten zu behandelnden Abschnitt der Krampfader vorgeschoben.

Nach örtlicher Betäubung der Umgebung um die Krampfader herum wird der Laser angeschaltet und langsam zurückgezogen, sodass die Vene auf etwa 70 - 80° erwärmt wird.

Die Vene wird hierdurch absichtlich geschädigt und zieht sich zusammen, sodass der Blutrückfluss, der die Krampfadern verursacht hat, nicht mehr stattfinden kann. Die Vene ist dann für einige Wochen verhärtet tastbar, bevor sie durch den Körper vollständig abgebaut wird. Der Blutrücktransport aus den Beinen wird durch die tiefen Venen, die zwischen den Muskeln verlaufen, vollständig übernommen.

Auch kleine - mit dem Laser nicht direkt behandelte - oberflächliche Seitenastvarizen bilden sich in den Wochen nach der Behandlung durch den verringerten Gewebsdruck zurück.


Warum hat die Laserbehandlung die "Stripping"-Operation verdrängt?

Die Laserbehandlung verzichtet auf eine Vollnarkose sowie auf chirurgische Schnitte mit dem Skalpell und stellt somit eine sehr schonende Behandlungsmethode im Gegensatz zum Stripping dar. Patienten können unmittelbar nach der Behandlung wieder Ihre gewohnten Tätigkeiten aufnehmen. Selbst Sport ist nach der Behandlung kein Problem. Außerdem entfallen die großen Blutergüsse unter der Haut, die häufig nach der Stripping-Operation auftreten.

Da auf jegliche chirurgische Schnitte verzichtet wird, ist das kosmetische Ergebnis nach der Laserbehandlung besser als bei der Stripping-Methode.


Wie aufwändig ist die Behandlung?

Schöne Beine - Dank der Lasertherapie. Probieren Sie es aus! (© Piotr Marcinski - fotolia)
Die Lasertherapie dauert etwa 40 Minuten und wird ambulant durchgeführt.


Ist der Laser genauso gut wie die operative Behandlung?

Vergleichsuntersuchungen haben gezeigt, dass die Lasertherapie wirksamer ist als die Operation.


Wird die Behandlung von den Krankenversicherungen bezahlt?

Die privaten Krankenversicherungen zahlen die Behandlung ausnahmslos. Die endovenöse Lasertherapie ist jedoch nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Kassen, viele Kassen haben jedoch Sonderverträge mit Leistungserbringern, sodass die Behandlung oft auch von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (10)

Ruth Z., 22.09.2020 - 18:21 Uhr

Guten Abend Herr Dr. Hauk, wie lange muss ich warten nach einer Lasertherapie oder Radiofrequenzablation, bis ich eine TEP Implantation am Knie vornehmen lassen kann?

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 23.09.2020

Erfahrungsgemäß 4-6 Wochen, das entscheidet der Operateur. Er erwartet üblicherweise, dass sich sämtliche Entzündungsparameter, insbesondere das sogenannte CRP, vor einer Prothesenimplantation - immerhin ein Fremdkörper mit Infektionsrisiko - normalisiert haben.

Tesa B., 24.10.2019 - 10:01 Uhr

Guten Morgen Herr Dr. Hauk, Ich habe Sie schon im Februar diesen Jahres um Rat gefragt. Meine Frage nun ist folgende: Ich bin jetzt in der 16 Woche schwanger und möchte in 19 Tagen einen zwei Stunden langen Flug machen. Beim Hinflug wäre ich also in der 18 Schwangerschaftswoche und beim Rückflug wäre ich in der 21 Schwangerschaftswoche. Ich hatte am 29 Januar 2019 eine Krampfader Op am linken Bein (VSM l. sin. C2 mittels Laser und Schaumtherapie

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 09.03.2020

Solche Entscheidungen sollten persönlich und individuell von Ihrem behandelnden Arzt getroffen werden. Aus der Ferne erscheint (bzw. erschien) mir die Notwendigkeit für eine Thromboseprophylaxe hier eher nicht gegeben. In diesem öffentlichen Forum sollten jedoch nur allgemeine Fragen erörtert werden, für individuelle Empfehlungen ist dieses Format nicht geeignet.

Tesa B., 19.02.2019 - 17:51 Uhr

Guten Abend Herr Dr. Hauk, Vielen Dank für ihre Antwort. Ich bin mir etwas unsicher ob ich Sie richtig verstanden habe. Oder vielleicht liegt es an meiner Fragestellung selbst. Die Situation ist folgende: Ich habe die Krampfader Op schon machen lassen, und zwar am 29 Januar 2019. Die Diagnose war: Insuff. VSM I. sin. C2 Der Eingriff wurde mit Abl. End. Term. LASER 1470 combo miniflebekt (Schaum) gemacht. Der Eingriff ist sehr gut verlaufen und ich trage jetzt die Kompressionsstrümpfe. Ich möchte gerne aus gesundheitlicher Sicht wissen wie lange ( wie viele Monate) man jetzt mit einer erneuten Schwangerschaft warten sollte? Ich weiß das der Körper während einer Schwangerschaft große Leistung erbringen muss, und wenn ich daran denke das ich diese Krampfader Op hatte und die Vena Saphena Magna beseitigt wurde, habe ich bedenken ob mein Körper damit klar kommen würde, falls ich schon z.B. nach 4 Monaten wieder schwanger werden würde.

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 21.02.2019

Ich hätte keine Bedenken, dass Sie in den nächsten Wochen wieder schwanger werden. Wenn sie ganz auf Nummer sichergehen wollen, dann lassen Sie im Blut diejenigen Parameter bestimmen, die im Rahmen einer Wundheilung typischerweise erhöht sind (weiße Blutkörperchen, CRP, Fibrinogen, D-Dimere) und warten ab, bis sich alle normalisiert haben (ist wahrscheinlich bereits der Fall). Wirklich erforderlich oder üblich ist ein solches Vorgehen aber nicht.

Tesa B., 18.02.2019 - 15:56 Uhr

Guten Tag, Ich hatte am 29 Januar 2019 eine Krampfader Op am linken Bein mit Laser und auch Schaumverödung. Ich möchte bitte gerne wissen wie lange man nach einer Krampfadern Op warten sollte um eine Schwangerschaft zu beginnen? Ich bin 33 Jahre alt, habe zwei Kinder ( fast 4 und 1 1/2 Jahre alt). Ich hatte in beiden Schwangerschaften Krampfadern, nach der zweiten Geburt blieben die Krampfadern auch zurück. Wir hätten gerne ein drittes Kind, deswegen möchte ich mehr Informationen zu der Frage wie lange man am besten mit einer Schwangerschaft warten sollte um irgendwelche gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Ich bin schlank und aktiv, rauche und trinke niemals. Vielen Dank für ihren Rat

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 19.02.2019

Die Wundheilung nach einer endovenösen Lasertherapie ist nach wenigen Wochen abgeschlossen. Ich hätte keine Bedenken, dass Sie 4 Wochen später wieder schwanger werden. Die Krampfadern werden sich aber wahrscheinlich während der nächsten Schwangerschaft verstärken, deshalb ist es eine Überlegung wert, sie sehr zeitnah (also vorher) zu behandeln, damit Sie sich anschließend in Ruhe der Familienplanung zuwenden können.

Angela B., 25.10.2018 - 15:06 Uhr

Ich habe auch viel Negatives über die Lasermethode gelesen. Was soll man da glauben ? Ich mache jahrelang immer wieder Verödungen, die schmerzhaft sind und es tauchen jedes Jahr neue hässliche Venen auf. Mir reicht's langsam. Lasern hört sich da weniger schlimm an. Aber wie soll man da entscheiden wenn man so unterschiedliche Meinungen liest?

Antwort von Dr. med. Michael Hauk - Privatpraxis, verfasst am 03.02.2019

Entschuldigen Sie die verspätete Antwort, ich habe Ihren Kommentar erst verspätet gelesen. Die hier beschriebene Lasertherapie bezieht sich auf die sogenannten Stammvenen, d. h. Vena saphena magna bzw. parva ("große bzw. kleine Rosenvene"). Kleine oberflächliche Venen sind meistens Seitenäste, die nur dann erfolgreich mit Laser behandelt werden können, wenn eine (unbehandelte) Stammvenenerkrankung die Ursache ist. Genaueres könnte ich in Ihrem Fall nur nach einer ärztlichen Untersuchung sagen. Prinzipiell ist die endovenöse Lasertherapie schonend, da sie unter Betäubung stattfindet und im Gegensatz zur Strippingoperation schmerzhafte Blutergüsse vermieden werden.

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