Antibiotika richtig einnehmen

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Manchmal geht kein Weg daran vorbei: Wenn sich Bakterien im Körper ausgebreitet haben und das Immunsystem die Arbeit nicht alleine schafft, müssen Antibiotika her. Die „Wunderwaffen" schaffen es meist schnell, die Bakterien abzutöten oder zumindest ihr Wachstum stark einzudämmen.

Doch damit Antibiotika richtig wirken können, muss man einige Regeln beachten:

Antibiotika ausreichend lange einnehmen
Das wichtigste Prinzip ist, das Antibiotikum ausreichend lange einzunehmen. Wird die Therapie nicht lange genug durchgeführt, sind noch nicht alle Bakterien abgetötet. Die restlichen Keime können dann Substanzen entwickeln, mit denen sie die Antibiotika unschädlich machen. Solche veränderten Bakterien bezeichnet man auch als „resistent", sie sind also unempfindlich gegen bestimmte Antibiotika. Dadurch wird eine zukünftige Therapie erschwert.

Resistenzen vermeiden
Wenn sich die resistenten Bakterien ausbreiten, entstehen echte Probleme: Besonders Keime, die gegen viele Antibiotika resistent geworden sind, verursachen schwere Infektionen. Deswegen sollte der Arzt sorgfältig prüfen, ob eine Antibiotika-Gabe wirklich notwendig ist. Gegen die Resistenzbildung hilft es auch, die Antibiotika-Therapie so lange fortzusetzen, wie der Arzt es verordnet hat - meist bis die Packung aufgebraucht ist.Auch wenn bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung eintritt, darf man die Einnahme nicht stoppen. So können alle Bakterien effektiv bekämpft werden.

Anwendung nur nach ärztlicher Verschreibung
Keinesfalls darf man Restbestände von Antibiotika an andere weitergeben, auch wenn sie ähnliche Symptome haben. Bei Infektionen sollte immer der Arzt eine Einschätzung vornehmen, ob ein Antibiotikum notwendig ist und den Arzneistoff individuell aussuchen. Nicht ohne Grund sind Antibiotika in Deutschland verschreibungspflichtig.

Packungsbeilage aufmerksam lesen
Bei Antibiotika lohnt es sich auch immer, den Beipackzettel aufmerksam durchzulesen: Bei vielen Wirkstoffen ist es wichtig, ob sie nüchtern oder zum Essen eingenommen werden. Dadurch wird die Aufnahme in den Körper wesentlich beeinflusst. Manche Stoffe vertragen sich auch nicht mit bestimmten Lebensmitteln. So können etwa das Calcium aus der Milch, Mineralstoffpräparate oder Gerbstoffe aus Kaffee oder Tee die Wirksamkeit mancher Antibiotika deutlich einschränken. Man sollte außerdem darauf achten, ob die Einnahme in regelmäßigen Zeitabständen empfohlen wird. So wird sichergestellt, dass der Wirkspiegel im Blut immer gleichmäßig hoch ist. In der Packungsbeilage finden sich auch noch weitere relevante Informationen: So kann die Haut durch manche Antibiotika lichtempfindlicher werden - in diesem Fall sollte man auf Sonnenbäder während der Einnahme lieber verzichten.

Auf mögliche Wechselwirkungen achten
Vorsicht ist auch geboten, wenn außer dem Antibiotikum noch andere Medikamente eingenommen werden. Hier kann der Apotheker weiterhelfen und überprüfen, bei welchen Arzneimitteln Wechselwirkungen bestehen. Besonders prekär kann es sein, wenn das Antibiotikum die Wirksamkeit der Pille beeinträchtigt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte während der Einnahme des Antibiotikums zusätzlich Kondome verwenden, um eine sichere Verhütung zu gewährleisten. Das trifft besonders zu, wenn bedingt durch die Antibiotika-Einnahme Durchfälle auftreten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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