Schnarchen und Zähneknirschen bei Kindern - Diese Folgen können entstehen

© 36clicks - iStockViele Schlafprobleme wie Schnarchen sollten auch bei Kindern beim Zahnarzt angesprochen werden (© 36clicks - iStock)Die Entwicklung eines Kindes wird manchmal von Atemproblemen wie Schnarchen und Schlafapnoe erschwert, die mit Zähneknirschen, Zähnemahlen und der ungleichen Entwicklung der Kiefer in Verbindung gebracht werden. Was ist nun zu tun?

Wie zeigen sich Schlafprobleme bei Kindern?

Der American Sleep Apnea Association zufolge zeigen Studien, dass bis zu 30 % der Kinder unter irgendeiner Art von Schlafproblemen leiden:

  • 2-15 Jahre: Alpträume (30 %)
  • 3-10 Jahre: Schlafwandeln (25-30 %)
  • Schlaflosigkeit (23 %)
  • Zähneknirschen (über 10 %)

Verbindung zwischen dem Zähneknirschen und Schnarchen im Erwachsenenalter und der Kindheit 

Unabhängig voneinander sind Forscher aus verschiedenen Teilen der Welt zu dem Schluss gekommen, dass Atemprobleme, die mit dem Abnutzen der Zähne in Verbindung gebracht werden, zu einem Tiefbiss führen können.

Mögliche Folgen sind

  • eine unharmonische Entwicklung des Gesichts und der Kiefer
  • eine schwache schulische Entwicklung
  • eine verminderte Entwicklung des Gehirns aufgrund des chronischen Sauerstoffmangels

Schnarchen ist nur ein Zeichen dafür, dass nicht genügend Sauerstoff in die Lungen gelangt. Die Folge: Das Weichgewebe der Kehle vibriert, um die Luftzirkulation im verengten Raum auszugleichen. Leider wird dieser Zustand mit dem Alter nicht besser, ganz im Gegenteil.

Welche Syndrome können sich bei Erwachsenen bilden?

Upper Airways Resistance Syndrome (UARS) 
Darunter ist ein Widerstandssyndrom der oberen Atemwege zu verstehen. Aufgrund von Atemproblemen wie Schnarchen entsteht ein negativer Druck im Brustkorb, was einen sauren Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre verursacht.

© Daisy DaisyZähneknirschen, das in der Kindheit nicht behandelt wird, kann sich auch auf das Erwachsenenleben auswirken (© Daisy Daisy)Laryngopharyngealer Reflux (LPR) 
„Stiller Reflux“ ist eine Form von saurem und nicht-saurem Reflux, der medikamentös nur schwer zu behandeln ist und ein permanentes „Brennen“ im Kehlkopf oder Rachen verursacht. Dieses Gewebe ist nicht dafür geschaffen, der aggressiven Säure Stand zu halten, sodass Entzündungen und Schwellungen entstehen. Dadurch wird die Luftzirkulation umso mehr behindert. Ebenso erhöht sich das Risiko für Kehlkopfkrebs. Einige Signale für LPR sind:

  • Heiserkeit am Morgen
  • das ständige Bedürfnis, sich zu räuspern
  • schwache Kiefermuskulatur und Sensibilität bzw. Lockerung der Zähne
  • unruhiger Schlaf oder Schlaflosigkeit
  • eine schlechte Schlafqualität aufgrund der Schwierigkeit, die Tiefschlafphase zu erreichen bzw. ausreichend lange darin zu verweilen


Kann ein Zahnarzt diese Probleme bereits im Kindesalter erkennen und korrigieren?

Ja, und zwar durch einen interdisziplinären Ansatz, der eine funktionale Beurteilung, Kieferorthopädie und HNO vereint. Wird bei einem Kind Schnarchen oder Zähnemahlen diagnostiziert, ist eine Behandlung möglich, die eine ordnungsgemäße Entwicklung der oberen Atemwege sowie der Kiefer und Zähne begünstigt. Auf diese Weise erhält der Körper die Menge an Sauerstoff, die er für einen optimalen Stoffwechsel benötigt.


Was kann ich tun, um herauszufinden, ob mein Kind betroffen ist?

Im ersten Schritt muss beobachtet werden, ob bei Ihrem Kind Schlaf- oder Atemprobleme oder andere Zeichen wie Zähneknirschen und Zähnemahlen auftreten. Dabei können Sie auf unterstützende medizinische Fragebögen zugreifen, wie z.B. den Pediatric Sleep Questionnaire (PSQ) der Universität Michigan.

Solche Fragebögen zur Selbsteinschätzung geben Ihnen Hinweise darauf, ob Ihr Kind eine medizinische Diagnose benötigt. Teilen Sie Ihrem Zahnarzt mit, wenn Ihr Kind folgendes Verhalten aufweist:

  • Schnarchen
  • unruhiger Schlaf
  • Zähneknirschen
  • Zähnemahlen
  • Alpträume
  • Bettnässen
  • häufige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • schlechte schulische Leistungen

Bringen Sie den ausgefüllten Schlafapnoe-Fragebogen mit und besprechen Sie ihn mit Ihrem ZahnarztKinderarzt oder Hals-Nasen-Ohrenarzt. Ihre Ärzte werden sich über diese Informationen freuen. Sie erlauben ihnen, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, statt nachträgliche Reparaturen vorzunehmen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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