Behandlungsmöglichkeiten bei Narben: So helfen Corison, Laser & Co.

Besonders große und herausragende Narben werden häufig als störend empfunden. (© weerajata - fotolia)

„Jede Narbe erzählt eine Geschichte“ oder: „Wer Narben hat, hat viel zu erzählen“ – so lauten einige Sprichwörter. Dabei erinnern Narben uns nicht nur an frühere Unfälle, Verletzungen oder Operationen.

Sie haben eine wichtige Funktion im Heilungsprozess. Aber warum genau bleiben Narben eigentlich zurück und wie lassen sich besonders auffällige Male behandeln?

 


Wund(er)heilung der Natur

Es sind Schnitte, Verletzungen, Verbrennungen oder Hautkrankheiten, die Narben hinterlassen. Egal, ob innerlich oder äußerlich – wenn Gewebe der Haut zerstört wird, ersetzt es der Körper schnellstmöglich, um die Schwachstelle zu schließen. Dieser Mechanismus ist äußerst wichtig und sichert unser Überleben. Bei der Wundheilung und Narbenbildung geht allerdings die Funktion des ursprünglichen Gewebes verloren.

Auch wenn einige Patienten ihre Narbe als etwas Störendes oder Unästhetisches empfinden, ist der bleibende kosmetische Makel jedoch auch immer ein Zeichen für einen funktionierenden und gesunden Körper. Die Heilung einer Wunde verläuft in drei Schritten:

  • Absonderung von Flüssigkeit (Exsudation): Nachdem eine Wunde nicht mehr blutet, wandern Leukozyten und Botenstoffe Interleukine in das Gewebe und zerstören mögliche Krankheitserreger. Zusätzlich sorgen weitere Zellen für die Wundreinigung und den Abtransport des zerstörten Gewebes.
  • Produktion von Ersatzgewebe: Sogenannte Makrophagen sorgen für die Heilung und spielen bei der Reparatur der Wunde eine wichtige Rolle. Während der Granulationsphase entsteht neues Gewebe. Unter anderem werden dabei neue Blutgefäße gebildet, die im Reparaturprozess wichtige Nährstoffe zur Verfügung stellen.
  • Remodellierung: In der Phase der Remodellierung wird das vorübergehend entstandene Gewebe (Granulationsgewebe) zu Narbengewebe umgewandelt. Bis die Narbe vollständig ausgeprägt ist, dauert es viele Monate. Das Narbengewebe ist deutlich stabiler als das Granulationsgewebe, allerdings etwas weniger reißfest als unverletzte Haut. Zudem fehlen die funktionellen Eigenschaften gesunder haut.

Bei der Heilung kann auch überschüssiges Gewebe entstehen; dann wird mehr Ersatzgewebe gebildet, als für die Reparatur der Wunde notwendig ist. Hierdurch bleiben erhabene, wulstige und oft rötliche, auch pigmentierte Narben zurück.

Es gibt aber verschiedene Therapiemöglichkeiten, um solche hypertrophen Narben oder ein sogenanntes Keloid zu behandeln und ihr Aussehen damit zu beeinflussen.

Kompression lässt Narben besser verheilen

Hierzu zählen Kompressionsmieder, die durch sanften Druck im Bereich der Wunde verhindern, dass sich die Narbe erhöht. Die Methode mit Kompressionsbandagen erzielt zum Beispiel nach Operationen gute Erfolge oder wird nach Verbrennungen eingesetzt, die häufig mit einer Entstehung eines Keloids einhergehen. Die Behandlung dauert bis zu ein Jahr.


Welchen Effekt hat Silikon-Gel?

Bei wulstigen Narben hilft es, ein Silikon-Gel aufzutragen. Allerdings ist hierbei ebenfalls Geduld gefragt: Es kann zwischen sechs Monaten und einem Jahr dauern, bis Ergebnisse sichtbar werden. Befindet sich die Narbe im Gesicht, kann man während der Rückbildung ein stark deckendes Make-up (Camouflage) benutzen. Wichtig: Abdeckcremes und Make-up sollten jedoch nicht auf einer noch offenen Wunde verwendet werden!


Wie kann Cortison helfen?

Auch Cortison hat sich bei der Behandlung bestimmter wulstiger Narben bewährt. Jedoch sollten Patienten generell misstrauisch gegenüber vermeintlichen Zaubercremes oder Behandlungen sein, die Narben angeblich im Handumdrehen verschwinden lassen. Viele Produkte auf dem Markt sind oft nutzlose und völlig überteuerte Werkzeuge im Kampf gegen unschöne Hautspuren. Sie bereichern ausschließlich die meist unseriösen Hersteller solcher Cremes.

Wer sich massiv an einer auffälligen Narbe stört, sollte sich daher lieber an einen erfahrenen Arzt wenden, um eine realistische Einschätzung zu erhalten. Nicht immer können die kosmetischen Makel komplett beseitigt werden, es gibt jedoch einige Korrekturmöglichkeiten, die gute Erfolgsaussichten versprechen.


Spezielle Laser können dabei helfen, Narben unauffälliger und geschmeidiger zu machen. (© Africa Studio - fotolia)
Narbenkorrektur mit Lasern

Der Einsatz des Fraxel Lasers hilft beispielsweise dabei, bestimmte Operationsnarben oder Brandwunden zu korrigieren. Auch starke Aknenarben können mit diesem Laser deutlich gemildert werden. Andere Laser vermindern die Rotverfärbung.


Tätowierungen können Narben kaschieren

Andere Narben wiederum sind der medizinischen Tätowierung zugänglich. Dabei wird die Narbe in dem Hautton pigmentiert.

Eine Alternative – die zugegebenermaßen nicht für jeden geeignet ist – bietet das Tattoostudio: Vor allem stark pigmentierte Narben können mit einer Tätowierung hervorragend kaschiert werden.


Kollageninduktion reduziert Narben

Stört eine Narbe das optische Erscheinungsbild eines Patienten, kann aber auch die Kollageninduktionstherapie Abhilfe schaffen: Auch sie minimiert die Erscheinung des Mals und lässt es nach der Behandlung vor allem deutlich weicher und geschmeidiger erscheinen.


Chirurgische Therapie als letzter Ausweg

Wenn indiziert, kann auch eine korrigierende Operation sinnvoll sein.

Aber auch, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann es vorkommen, dass Spuren einer Narbe zurückbleiben. Hier hilft dann nur ein anderer Umgang mit dem vermeintlichen Makel: Wer sich bewusst macht, dass die Narben auch ein Zeichen für den funktionierenden Schutzmechanismus des eigenen Körpers sind und bereits eine wichtige Funktion erfüllt haben, kann vielleicht auch besser damit umgehen (oder sich gar mit dem kleinen Fehler anfreunden). Schließlich erzählt jede Narbe auch eine kleine Geschichte.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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