
Die Haare gehören zu den wesentlichen äußeren Schönheitsmerkmalen der Frau, sie werden gehegt und gepflegt. Wenn die Haare vermehrt ausfallen, klingeln die Alarmglocken. Jetzt heißt es: handeln und keine weitere Zeit verlieren!
Ist Haarausfall ein häufiges Problem?
Fast jede Frau hat im Laufe ihres Lebens Perioden, in denen Haare vermehrt, das heißt mehr als 150/Tag, ausfallen. Bei einem Drittel der Frauen kann sich dieses Problem jedoch krankhaft entwickeln, das bedeutet, dass der Haarverlust bedrohliche Formen annimmt. Bei Männern kann der Haarausfall schon in jungen Jahren auftreten, meist aber beginnt er ab dem 30.Lebensjahr. Wenn frühzeitig gehandelt wird, kann in den meisten Fällen eine Glatzenbildung verhindert werden.
Was sind die Ursachen?
Die Ursachen sind vielfältig. Neben Stress, Stoffwechsel-Störungen des Körpers, Organerkrankungen und vielem mehr sind es auch Entzündungen und Fehlfunktionen der Kopfhaut, die zu Haarverlust führen. Eine der häufigsten Ursachen des Haarausfalls ist jedoch eine veränderte Empfindlichkeit der Keimzellen der Haarwurzel auf die Körper-Hormone: Quasi wie ein Schwerhöriger „verstehen“ die Haarwurzeln die Hormonsignale nicht mehr. Daher ist eine subtile Diagnostik erforderlich, um gezielt helfen zu können.
Welche Untersuchungen helfen nun weiter?
In Speziallaboren kann man die wichtigen Untersuchungen des Blutes durchführen, um Stoffwechselstörungen oder Hormon-Veränderungen auf den Grund zu gehen. Wesentlich ist natürlich die Untersuchung der Kopfhaut und der Haare mit verschiedenen Messmethoden. Während früher Haare „herausgerissen“ wurden, steht heute eine Computeranalyse zur Verfügung, bei der die Haare direkt am Kopf untersucht werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Es hängt natürlich alles von der Ursachenabklärung ab. Inzwischen gibt es ein ganzes Füllhorn an therapeutischen Möglichkeiten. Grunderkrankungen des Körpers müssen natürlich behandelt werden. Für die Haarwurzeln kann man den Patientinnen Medikamente zur äußeren Anwendung verordnen, welche also direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Die Zusammensetzung wird individuell berechnet und die Herstellung übernimmt die Apotheke nach einem bestimmten Rezept.
Ein ganz neuer Weg ist das „Hair-follicle-stimulating-system“ HFSS. Hier werden mit einem Luftdruck- Injektor verschiedene Substanzen direkt in die Kopfhaut gebracht, welche die Haarwurzeln regenerieren und aktivieren. Ebenso wird die Kopfhautdurchblutung verbessert und damit die Nährstoffversorgung optimiert.
Aber Haarwuchsmittel gibt es doch schon viele?
Ja, aber nur ein Bruchteil hat in seriösen wissenschaftlichen Studien eine Wirksamkeit beweisen können. Sinnvoller ist es also gezielt und ursachenabhängig zu handeln. Es sollte auch nicht zu lange gewartet werden und wertvolle Zeit verloren gehen: Abgestorbene Haarwurzeln regenerieren nicht mehr, da helfen Shampoos und Vitamine nun mal nicht.
Wie sind die Chancen?
Erfahrungsgemäß ist der vermehrte Haarausfall bei Frauen in 90% der Fälle behandelbar, bei Männern in 80%. Panik ist also nicht gerechtfertigt. Aber Geduld müssen die Patienten haben! Die Therapien dauern oft über mehrere Monate an, da Haarwurzeln nun einmal einen sehr langsam arbeiten. Es kann also ein langer, aber zumeist lohnender Weg sein.
Führt Haare waschen zum Haarausfall?
Natürlich nicht! Nur beim Haare waschen verlieren wir zugleich einfach mehr Haare, als sonst im Laufe des Tages ausgefallen wären. Übrigens: Das Kurzschneiden der Haare verändert den Haarausfall auch nicht.


