Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. Martin Klüglinfo_plain_20gr

Herr Dr. Klügl praktiziert als Arzt in Straubing. (© Klügl)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Martin Klügl interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Arzt.


jameda
: Herr Dr. Klügl, was hat Sie motiviert, Arzt zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Klügl: Mein Vater ist früh an einem Herzinfarkt verstorben. Obwohl die Medizin sich stark weiterentwickelt hat, sind chronische Erkrankungen, allen voran Herzerkrankungen, das führende Problem unserer Gesellschaft.

Bluthochdruck oder Gefäßveränderungen bleiben lange unbemerkt, ehe sie dann durch ein akutes Ereignis (Herzinfarkt, Schlaganfall etc.) ihre zerstörerische Wirkung zeigen. Diese Erkrankungen früh zu erkennen oder noch besser, zu vermeiden, dass sie überhaupt auftreten, ist meine Motivation für diesen Beruf.

Dabei sollte man wissen: In jeder Lebensphase, ob jung oder alt, ob krank oder gesund, lässt sich die Gesundheit positiv beeinflussen und die Langlebigkeit verbessern. Daher habe ich neben meinem Medizinstudium an der Uni Regensburg und Stanford University noch einen Master of Public Health in Gesundheitsökonomie an der Harvard University abgeschlossen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Klügl: Vom Schwerpunkt her bin ich klassischer Kardiologe. Während meiner Facharztausbildung am Deutschen Herzzentrum in München habe ich alle Facetten der kardiologischen Diagnostik und Therapie kennengelernt.

Durch meine Ausbildung am Klinikum Rechts der Isar in München konnte ich zudem breite Kenntnisse in der Inneren Medizin (Gefäße, Niere, Bauchorgane) sammeln. Während meiner letzten Station an der Charité Berlin konnte ich meine Kenntnisse in der Sportmedizin und Sportkardiologie vertiefen.

Die Kombination aus klassischem medizinischen Handwerk und innovativen Konzepten der medizinischen Trainingsbetreuung macht mich einzigartig in der Betreuung von Gesunden wie chronisch Kranken.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Klügl: Mein Mentor an der Stanford University war der Direktor des Instituts für Sportmedizin, Prof. Gordon Matheson. Mit ihm arbeite ich seit Langem zusammen – auch heute noch. Er hat mich gelehrt, neben Expertenwissen niemals die zwischenmenschlichen Aspekte zu vergessen. Über diese Erfahrung bin ich sehr dankbar und sie hat mich geprägt. Zudem war mein Vater, Dr. Johann Klügl, ein großes Vorbild. Nach Ihm fragen heute noch Patienten und berichten, was für ein spezieller, menschlicher Arzt er war.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Klügl: Die technische Innovation macht auch im Gesundheitsbereich nicht halt: Digitale Anwendungen werden seit neuestem auch von den Krankenkassen vergütet. Als junger, innovativer Arzt möchte ich für alle Neuerungen offen sein.

Wir bieten in unserer Praxis ein innovatives Konzept aus einer Telemonitoring-Plattform für Bluthochdruck- und Herzschwäche-Patienten an. Auch künftige Entwicklungen werden wir keinesfalls verpassen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Klügl: Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist das höchste Gut. Das Vertrauensverhältnis ist durch nichts zu ersetzen. Digitale Tools, wie sie auch bei uns in der Praxis eingesetzt werden, erlauben es, diese authentische, ehrliche Beziehung, die auf Vertrauen und Anerkennung beruht, auch im 21. Jahrhundert modern zu interpretieren. Leuten dabei zu helfen, besser, länger und gesünder zu leben, ist meine Mission.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Klügl: Viele Patienten sagen mir: "So viel Zeit hat sich noch nie ein Arzt genommen" oder "So hat mir das noch niemand erklärt". Diese Rückmeldungen bestärken mich darin, dass mein Ansatz richtig ist und es freut mich, dass er so angenommen wird.

Ich werde mir immer die Zeit nehmen, Hintergründe zu verstehen und zu helfen, wo ich kann. Den Patienten als eigenverantwortlichen, selbstbestimmten Manager für seine eigene Gesundheit aufzubauen, ist mein Ziel.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Klügl: Das entgegengebrachte Vertrauen, mir als Arzt und Menschen gegenüber, schätze ich ungemein. Es ist das höchste Gut, sich einem Menschen anzuvertrauen und an seine Fähigkeiten zu glauben. Ich denke, dass meine Ausbildung mit den vielen Stationen im Ausland mir "Vorschuss-Lorbeeren" gibt. Es freut mich umso mehr, wenn sich dieses Vertrauen dann für den Patienten auszahlt.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Klügl: Nach über 10 Jahren in diesem Beruf gibt es so viele Erlebnisse. Über meine Zeit auf der Intensivstation einer Universitätsklinik könnte ich sicherlich ein Buch verfassen. Der Dank der Patienten und Angehörigen bleibt mir sicherlich ewig in Erinnerung. Die Zeit an der Charité während der Corona-Krise war sicherlich auch spannend.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Klügl: Niemals ist es zu spät. Egal wo, egal wie, egal wann, es geht immer vorwärts. Selbst kleine Schritte führen zu einem großen Ganzen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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