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Mumps - hochansteckend aber vermeidbar

Dr. Iris Hinneburg

von
verfasst am

Mumps oder Ziegenpeter ist eine hochansteckende Erkrankung. Sie wird durch Mumpsviren ausgelöst, die hauptsächlich über feinste Speicheltröpfchen (etwa beim Husten oder Niesen) übertragen werden. Etwa 60 Prozent aller Menschen, die mit den Viren in Kontakt kommen, stecken sich an. Symptome der Erkrankung zeigen sich meist zwei bis drei Wochen nach dem Viruskontakt. Obwohl Mumps am häufigsten bei Kindern auftritt, können sich auch ungeschützte Erwachsene anstecken.

Symptome
Ein charakteristisches Krankheitszeichen bei Mumps ist das Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen, was bei den betroffenen Kindern häufig wie „Hamsterbäckchen" aussieht und Schmerzen beim Kauen verursacht. Allerdings tritt dieses Symptom nur bei weniger als der Hälfte der Infizierten auf. Mumpsinfektionen werden häufig mit grippalen Infekten verwechselt, da sie zu Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen führen. 

Komplikationen
Die meisten Mumpsinfektionen verlaufen harmlos. Allerdings können auch schwerwiegende Komplikationen auftreten. Dazu gehören beispielsweise Hörschäden. Wenn ein Kind an Mumps erkrankt ist, sollte der Kinderarzt nach dem Abklingen der Symptome immer einen Hörtest durchführen. Wenn das zentrale Nervensystem von der Infektion betroffen ist, kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis) entstehen. Sie äußert sich häufig durch starke Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit - bei diesen Symptomen sollten Eltern also sofort zum Kinderarzt gehen. Auch starke Bauchschmerzen, Erbrechen und fetthaltige Durchfälle können auf eine weitere Komplikation der Mumpsinfektion, einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, hindeuten. Bei Jungen kann das Virus auch eine Entzündung der Hoden auslösen, was im Extremfall die spätere Zeugungsfähigkeit einschränken kann. Je älter die Erkrankten sind, desto größer ist das Risiko für Komplikationen.

Weitere Komplikationen sind Entzündungen der Eierstöcke, der Schilddrüse, der Regebogenhaut des Auges, des Herzmuskels, der großen Gelenke und der Nieren. Stecken sich Schwangere im 1. Drittel der Schwangerschaft an, ist eine Fehlgeburt möglich.

Behandlung
© Oleg Kozlov - Fotolia.com© Oleg Kozlov - Fotolia.comEine Mumpsinfektion ist in der Regel nach einer Woche überstanden, gelegentlich können die Symptome aber auch bis zu zwei Wochen anhalten. Da es kein Mittel gegen das Mumpsvirus selbst gibt, werden lediglich die Symptome der Erkrankung behandelt. Fiebernde Kinder sollten sich möglichst schonen und ausreichend trinken. Eltern können Fieber mit Wadenwickeln oder Medikamenten wie Paracetamol oder Ibuprofen senken. Warme oder kalte Umschläge können Schmerzen in den Ohrspeicheldrüsen lindern. Da Kauen häufig die Schmerzen verstärkt, bevorzugen an Mumps erkrankte Kinder breiige Lebensmittel.

Vorbeugung
Wer einmal an Mumps erkrankt ist, bekommt die Krankheit in der Regel kein zweites Mal mehr. Noch besser ist jedoch eine vorbeugende Impfung gegen Mumps, die in Kombination mit der Impfung gegen Masern, Röteln und Windpocken verabreicht werden kann. Die Impfung ist möglich ab dem vollendeten 11. Lebensmonat und wird durch eine zweite Spritze ab dem vollendeten 15. Lebensmonat komplettiert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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